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    Die Milch-Quoten

    Crying Over Spilt Milk.Bergmilch führt infolge der Krise auf dem Milchmarkt erstmals genossenschaftsinterne Kontingente ein. Ein entsprechendes Informationsschreiben ist an alle 2.700 Mitglieder abgegangen.

    von Karin Gamper

    Bergmilch-Obmann Joachim Reinalter hat die interne Regulierungsmaßnahme Mitte Mai teilweise vorweggenommen.

    Damals berichtete die TAGESZEITUNG exklusiv über eine brisante SMS der größten Milchgenossenschaft des Landes an ihre 2.700 Mitglieder.

    Der Textlaut der Nachricht: „Aufgrund der kritischen Lage auf dem Milchmarkt ersuchen wir alle Mitglieder die Anlieferung zu verringern. (Milch anstatt Milchpulver, kein Viehzukauf)“.

    Mit Milch statt Milchpulver ist gemeint, dass die Bauern für die Fütterung ihrer Kälber Kuhmilch verwenden sollen, anstatt Milchpulver anzukaufen. Kein Viehzukauf dagegen bezieht sich lediglich auf den Zukauf ausländischer Tiere.

    Die SMS verfolgte in klares Ziel: Die angelieferte Milchmenge muss gesenkt werden. Joachim Reinalter: „Nur so schaffen wir es, den Milchpreis zu halten“. Dieser ist seit dem Wegfall der EU-Quoten vor einem Jahr und begünstigt durch den russischen Importstopp, den Rückgang der chinesischen Einfuhren und den niedrigen Ölpreis im freien Fall.

    In Südtirol ist die Situation zwar noch nicht ganz so dramatisch. Dennoch wächst der Druck auch auf die hiesigen Genossenschaften.

    Bergmilch hat reagiert und belässt es nicht bei der SMS. Die größte Milchgenossenschaft des Landes, hervorgegangen 2013 aus der Fusion zwischen Mila und Senni, führt erstmals interne Milchkontingente ein.

    Die vom Vorstand beschlossene Regulierungsmaßnahme wurde vor wenigen Tagen in einem Informationsschreiben allen 2.700 Mitgliedern mitgeteilt.

    Geplant ist für den Winter 2016/2017 eine Art Pönale auf Mehrlieferungen. Konkret: Wenn die Milchlieferung eine bestimmte Menge übersteigt, dann werden Abzüge auf diese Mehrmenge berechnet. Die Rede ist von 20 Cent plus 10 Prozent MwSt. pro Kilo. Als Berechnungsgrundlage dient die bewirtschaftete Fläche.

    „Es handelt sich dabei um einen Schutzmechanismus, damit durch die unkontrollierte Anlieferung von Milch einiger Weniger nicht der Milchpreis für alle anderen gefährdet wird“, erläutert Joachim Reinalter. Eine Maßnahme übrigens, für die sich laut Reinalter auch der Milchhof Sterzing entschieden hat. Die Regulierung tritt bei Bergmilch mit November in Kraft und gilt über die Wintermonate, wo der Konsum von Produkten wie Joghurt und Mozzarella sinkt.

    Laut Berechnungen von Bergmilch sind etwa 200, höchstens 300 Milchlieferanten von der Maßnahme betroffen. Einen anderen Weg zur Bewältigung der aktuellen Milchkrise als über den Preisabzug sieht Obmann Reinalter nicht. Die Bergmilch ist statutarisch zur Annahme der angelieferten Milch verpflichtet.

    Die letzte Entscheidung in der Milchkrise trifft laut Joachim Reinalter aber der Konsument: Jeder einzelne Käufer könne durch seine Wahl regionaler Qualitätsprodukte dazu beitragen, dass die hiesigen Bauern von ihrer Arbeit leben können.

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    Kommentare (6)

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    • susi

      Bla Bla Bla. Zuerst grenzenlose Wirtschaft fordern und dann rumheulen wenn man international konkurrieren muss.
      Milch von anderswo ist auch nicht schlechter.

    • ahaa

      Wahre Vollpfosten!
      Ihr habt es versäumt auf die Qualität zu setzten.Nur Qualität überlebt.
      Die „Bergbauernmilch“ich nenne sie mal Silomilch von Südtirol ist nichs besonderes.
      Sogar Bauern gibt es die bevorzugt eine Tirolmilch kaufen.Vom Preis mal abgesehen.
      Massenhaltung ohne zu wissen wonhin mit dem Mist und der Suppe,Monokulturförderung,Überdüngung der Wiesen,Verschutzungen des Wassers….
      Und sich als Landschaftsgärtner präsentieren!
      Natürlich nicht alle.Manche haben es begriffen das weniger gleich mehr ist.
      Ich vermisse die Qualität die machbar wäre,wenn man sich schon ganz oben sieht.
      Als Erste würde ich den Maisanbau vebieten,da er nicht geeignet ist ,oberhalb 600m Mehreshöhe.Oft bildet er im Herbst Schimmel aber es wird den Tieren trotzdem verfüttert obwohl es verboten ist!
      Wenn die Tiere dann Krankheitszeichen bekommen werden sie gespritzt.
      Nennt man das Qualität erwirschaften?
      Bauern die nur 2 mal mähen , die Zeiten einhalten sollen unterstütz werden.
      Da vestehe ich es,nicht solche die auf Masse produzieren.Denn ihre Zeit ist nur begrenzt.

      • einereiner

        @adaa
        du schaust ein wenig zu viel fernsehen und zu wenig aus dem Fenster
        Massenhaltung in Südtirol? Wenn du 100 Stück Vieh mit Massenhaltung meinst, so übersiehst du, dass Massenhaltung bei 1000 Stück anfängt und bei Hunderttausenden aufhört.
        Silomais ober 600 Meter nicht geeignet? hab so einen Blödsinn selten gehört. Je kälter es ist, umso weniger Schimmel bildet er im Winter.
        Wenn jemand auf Qualität gesetzt hat, dann Südtirol.
        Wenn du nur Fernsehen mit Bildern aus Amerkika schaust, dann kommentiere bitte auch in amerikanischen Foren.

        • ahaa

          Massenhaltung beginnt mit dem Platz was zur Verfügung steht.Angekettete Kühe sind die Regel und Laufställe ,Ausnahmen.
          Es geht nicht um den Schimmel im Winter,du helles Köpchen,es geht um den feuchten Herbst.Das schwarze zwischen den Körnern nennt man Schwarz oder Grauschimmel.Bitte googeln.
          Silomilch darf nicht verkauft werden wenn nicht min.20%Heumilch dabei ist..Ansonten stimmen die Werte nicht und sie wäre ungeniesbar.
          Für mich ist das noch Silomilch.

          • einereiner

            Im Gegensatz zu dir muss ich nicht googlen, sondern habe selbst einen Bauernhof oberhalb 600m. Und bei uns ist zwischen den Körnern nichts schwarz.
            Masse hat nichts mit Platz, sondern mit Anzahl zu tun.
            Hast du schon mal gehört, dass stillende Mütter kein Sauerkraut essen dürfen? Sauerkraut ist die viel stärkere Konservierungsform von Silage. Der Übergang von Heu zu Silage ist fließend…Heumilch ist nicht besser, sondern höchstens anders. Deine sogenannte Silomilch gibt es nicht….meine Silomilch schmeckt hervorragend und wird gerne und viel verkauft.
            Wer hat dir ins Gehirn geschissen?

    • morgenstern

      Hmm…, als Steuerzahler leiste ich bereits meinen Beitrag damit der Subventions Topf nicht versiegt, und jetzt soll ich auch noch die teure Südtiroler Kraftfuttermilch kaufen.

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