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    Teufel an der Wand

    flughafenDer Dachverband für Natur- und Umweltschutz kritisiert das Land: Es gebärde sich in Sachen Flughafen machtloser als es ist.

    Man könnte es kurios finden, wäre es nicht so beängstigend:

    Nur um den Flughafen Bozen in extremis doch noch zu retten, lasse sich das Land seine Autonomie von staatlichen Stellen kleinreden. Dabei sprächen alle Fakten gegen die These, dass das Land bei einem Ausstieg aus dem Flughafenbetrieb machtlos ist, so der Dachverband am Donnerstag.

    In der Aussendung heißt es:

    „Autonomiepolitisch dürfte es sich um eine Premiere handeln: Landesregierung und Südtiroler Parlamentarier sprechen in Rom vor, um sich bestätigen zu lassen, dass das Land in einem Bereich KEINE Zuständigkeit hat – und verkauft diesen Zentralismus auch noch als Erfolg. Die These, für die man all das in Kauf nimmt: wenn sich das Land als Betreiber aus dem Flughafen zurückziehe, übernehme der Staat die Kontrolle. Nur: So ist es nicht.

    Gewinnt beim Referendum am 12. Juni das Nein, so muss sich das Land aus dem Betrieb des Flughafens zurückziehen. Weil es aber über die Gesellschaft ABD Besitzer der Infrastruktur ist und nur noch die Details für den Übergang der ehemals staatlichen Flughafen-Flächen an das Land zu klären sind, bleibt dieses am Drücker, etwa wenn es um die Einstufung des Flughafens geht.

    Der ist derzeit einer der Kategorie 2C (geeignet für Charter- und Linienverkehr). Ein Herabstufen des Flughafens würde mit sich bringen, dass es auf dem Bozner Flughafen keine Konzession für den Charter- und Linienverkehr mehr gebe, eine Ausschreibung würde obsolet.

    Würde die Argumentation des Landes stimmen, dass man keinen Einfluss auf Einstufung und Ausschreibung habe, dann ergebe sich daraus ein Problem mit dem oder besser: für das Flughafen-Landesgesetz.

    Dort ist die maximale Einstufung als 2C-Flughafen nämlich festgeschrieben.

    Entweder hat das Land also doch einen Einfluss auf die Einstufung oder dieser Passus im Gesetz und das daran geknüpfte Versprechen sind wertlos. Und dann fragt sich natürlich, was die anderen Versprechen im Gesetz wert sind.

    Noch etwas verschweigt das Land: Sollte die Konzession des Flughafens trotz allem ausgeschrieben werden, spricht das Land weiterhin ein gewichtiges Wörtchen mit: als Besitzer der gesamten Infrastruktur (auch über die eigene ABD) und als Genehmigungs-Instanz für alle Ausbau-Pläne. Das Land kann einem eventuellen Betreiber also sehr wohl Auflagen diktieren und damit die Übernahme der Konzession für einen Privaten noch unappetitlicher machen, als es ein auf Jahrzehnte defizitärer Betrieb ohnehin bereits ist. Wie groß ist dann die Gefahr einer privaten Übernahme tatsächlich? Und wie real das Schreckgespenst, das das Land mit Blick auf den 12. Juni an die Wand malt?“

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    Kommentare (12)

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    • libelle

      ich frage mich langsam, ob es überhaupt irgendjemanden gibt – ausser sie selbst – denen die Flughafen-Gegner glauben. es gibt ein Gesetz, es gibt eine nationale Luftfahrtbehörde und es gibt den Hausverstand: wer zahlt, schafft an, wer nicht zahlen kann, muss jemanden suchen, der zahlt. Und der verlangt eine Gegenleistung. wenn die Grünen sich wünschen, dass das Land nichts mehr für den Flughafen zahlt, der Flughafen bestehen bleibt (weil das eben die ENAC so vorsieht – immerhin sind wir der nördlichste Flughafen Italiens), sagt mein Hausverstand: dann muss jemand anderer zahlen. und das wird kein Geschenk an die Grünen sein, richtig? narürlich kann man glauben, dass wir Südtiroler ENAC & Co schon bezwingen werden. wir schaffen ja alles 🙂 deshalb glaube ich auch, dass wir es schaffen werden, einen funktionierenden Flughafen selbst so zu führen, dass er uns was bringt: leistbare Flüge, bessere Erreichbarkeit. Also: lieber Dachverband, lass dich nicht von der Politik missbrauchen.

      • gerecht

        libelle
        mit so einen Namen müsste du die Natur Respektieren ….
        wohnst sicher nicht in der Gegend hier, sondern genisst gerne den Luxus auf kosten anderer …
        lt deines Hausverstand’s zahl der , der anschaft den letzen 20 jahren ist dies nicht passiert …
        es zahlt immer noch der Steuerzahler, der sich nicht wehren kann und mit Märchen überhäuft wird …
        dann soll eben die Enac kommen,
        die hatte vor der Zeit mit Darvin (–Technische Ausfälle waren zuwenig Passagiere –)
        den Flughafen als unrentabel eingestuft… (lt. Befürworter wird dies als Weltuntergang erzählt…)

        Für Geld machen Leute alles, … gehen über Leichen ohne dabei eine Sekunde nachzudenken …
        die den Luxus haben, und wollen den aufstocken, bekommen den auch … können die sich Anwälte leisten,
        welche andere es nicht haben …
        früher oder später aufgeben werden …
        aber nicht mit uns …
        wir haben den Mut, … und Zeit …. und Geld …

    • gerry

      Warum sollten wir einen Flughafen finanzieren wenn wir schon zwei in nächster Nähe haben. Man kann doch nicht ein ganzes Gebiet wegen drei Touristen opfern. 20.000 Menschen leben auf 200 Meter von der Landebahn entfernt und dies 365 Tage im Jahr . Die Erreichbarkeit Südtirols ist 1000 Fach gegeben. Deshalb sollte man Fehlinvestitionen nicht mit nochmaligen Fehlinvestitionen kompensieren.

      • pantone

        Auf 200 m Entfernung leben 20.000 Menschen? Auf 200 m Entfernung von der Landebahn werden es wirklich wenige sein. Eher nicht mal 100 oder? Vor der Landebahn kommt noch die Eisenbahnlinie und die Straße oder? In 400 m – 500 m Entfernung werden zwischen 1.000 und 2.000 Menschen leben.

        Die Lärmbelastung beim Start (nicht bei der Landung) wird an normalen Wochentagen wohl nur 4-6 Mal sein und jeweils für 5 – 20 Sekunden. Am Wochende mag es mehr sein.

        Die paar Bürger, welche wirklich in unmittelbaren Nähe zur Landepiste wohnen, sollten eine angemessene Entschädigung dafür erhalten, mit diesen Belastungen leben zu müssen. Belastungen, welche vermutlich jetzt schlimmer erscheinen als sie es dann in Wahrheit sein werden.

    • franz

      Was nützen uns die Flughäfen in nächster Nähe ? wie z. B Innsbruck.
      Wir brauchen einen Flughafen von den aus wir von Bozen aus direkt bis München-Mailand Rom oder Frankfurt fliegen können Und nicht erst nach Innsbruck und dann nach München, dann kann man genauso direkt nach München fahren.
      Und wenn Regionale Flughäfen so uninteressant wären, dann könnte man auch Innsbruck Verona und Brescia schließen. Der Flughafen dient als Infrastruktur und ist abgesehen davon, dass viele Arbeitsplätze geschaffen werden Volkswirtschaftlichen von großen Vorteil. Wenn es nicht so wäre dann könnten wir auch die MEBO schließen.
      Josef Gostner von Frie EL Green Power meint: Der Flughafen ist ein eine Infrastruktur die sich sehen lassen kann. Jetzt geht es darum zahlungskräftige Gäste ins Land zu bringen.
      Ob der Flughafen vom Land geführt wird oder von einer privaten Gesellschaft oder europaweit ausgeschrieben wird ändert nicht viel. Ob der Flugplatz von der Mehrheit der Südtiroler abgelehnt wird, ist nicht relevant.
      Wenn nicht wird er halt europaweit ausgeschrieben. Wer wo hin fliegt endscheidet dann der Markt.
      Ich weiß schon der Bauer braucht den Flugplatz am wenigsten. Aber selbst für den Bauern ist der Flughafen nicht uninteressant, denn es sind die guten Hotels die ihn seine Produkte abkaufen und ihn letztlich als Landschaftspfleger brauchen. Immer nur verhindern bringt nicht viel.
      Die Südtiroler sind bei Speck und ein Gläschen die nettesten Leute .Da wird auch immer toll geredet.

    • gerry

      Lieber Pantone waren Sie schon einmal in St. Jakob oder Umgebung ein Wochenende lang ?
      Um 5 Uhr früh als noch der Linienflug in Betrieb war ging es los. Zuerst aufwärmen der Motoren und dann die Starts umrahmt von Cesna’s die mit ohrenbetäubendem Dröhnen die Segelflieger hochziehen und privaten Jets. Am Ende so gegen 10:30 nachdem das letzte Linienflugzeug gelandet ist ,starten dann die Helikopter des Militärs zum Nachttrainning bis kurz nach Mitternacht. Beim erneuten Ausbau gibt es aber noch eine Steigerung denn durch die Verlängerung der Landebahn werden auch Flugzeuge des Typs Boeing 737 oder A 319 starten u. landen und wenn Sie vielleicht einmal in Innsbruck waren dann können Sie sich vorstellen was das heißt.

      • yannis

        >>>denn durch die Verlängerung der Landebahn werden auch Flugzeuge des Typs Boeing 737 oder A 319 starten u. landen<<<

        dann müsste die Start/ Landebahn schon auf mindestens 2300 Meter verlängert werden, sonst wird es nix mit der Boeing 737, z.B. braucht der A 319 eine Mindestlänge der Startbahn von rund 2.200 m und eine Mindestlänge der Landebahn von nahezu 1.400 m.
        Also landen könnte der A319 dann in BZO und dann da bleiben, oder was ?

        • iceman

          http://forum-flughafen.info/infographics/destinationen/

          Moskau, Oslo, Madrid, Stockholm…….mit was denn? Mit kleinen Propellertrappelen?

          mehr lässt diese 1460 m lange Piste nicht zu. Also wird wieder mit Salamitaktik weitergewurstelt bis man vielleicht auf 2.200 m kommt, aber wegen der blöden Sarntaler Berge trotzdem nur eine Anflugrichtung hat.

          und mit den 2,5 Mio der Handelskammer zusätzlich zur Landesfinanzierung werden höchstens die Reisebüros von Bozen und die Urlaubskasernen in Kroatien gesponsert.
          Denn dies ist das einzige was von den ehrgeizigen Plänen mangels Interesse von seriösen Fluggesellschaften übrigbleiben wird.

    • gerry

      Sorry, 22:30 sollte es heißen.

    • ft

      Herr, lass es Abend werden. Zum gefühlten fünfhunderdsten Mal werden wieder die
      gleichen Argumente für und wieder posaunt. Immer mit den unerlässlichen Über- und Untertreibungen. Hoffentlich gewinnt am 12. Juni die Vernunft, damit das Theater ein
      Ende hat.

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