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    Cohousing in Südtirol

    Wohnung und Arbeit für junge Menschen: die Landesräte Christian Tommasini und Florian Mussner mit den Vertretern der drei Landesjugendbeiräte.

    Wohnung und Arbeit für junge Menschen: die Landesräte Christian Tommasini und Florian Mussner mit den Vertretern der drei Landesjugendbeiräte.

    In Bozen soll schon bald ein innovatives Sozialprojekt umgesetzt werden. Das Land stellt dafür das Gebäude zur Verfügung.

    Landesrat Christian Tommasini beabsichtigt, schon bald der Landesregierung den Vorschlag zu unterbreiten, das landeseigene ehemalige Gebäude der Telefongesellschaft in der Italienallee in Bozen nach dessen Umbau und Sanierung für das südtirolweit erste Cohousing- und Coworking-Projekt für junge Menschen zur Verfügung zu stellen. Es wird damit gerechnet, dass dieses Pilotprojekt positive Auswirkungen auf das soziale Geflecht in diesem zentral gelegenen Stadtviertel haben wird. Damit könnte es zum Vorbild für weitere Städte und Landgemeinden in Südtirol werden.

    Der Vorschlag für dieses Projekt wurde am 2. Mai beim gemeinsamen Treffen der Jugendbeiräte der drei Sprachgruppen vorgebracht, an dem neben Landesrat Tommasini auch Landesrat Florian Mussner teilgenommen hat.

    Wenn die Landesregierung ein positives Gutachten abgibt, könnten die Arbeiten sofort in Angriff genommen werden. Wie Landesrat Tommasini betont, sollen die drei Jugendbeiräte in die Erarbeitung der Vorschläge für die Nutzung des Gebäudes sowie in die Ausarbeitung der entsprechenden Kriterien für die Ausschreibung mit einbezogen werden.

    Zu diesem Zweck ist beabsichtigt, eine soziologische Erhebung durchzuführen, um empirische Daten über die Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche der jungen Bewohner zu gewinnen, die die Zielgruppe des Projekts sind.

    In Bezug auf den technischen Aspekt sollte neben dem Amt für Bauerhaltung des Landes auch die Zusammenarbeit mit dem Institut für den sozialen Wohnbau (WOBI) angestrebt werden, das über Fachkompetenz und Erfahrung in diesem Bereich verfügt.

    Viele Jugendliche haben heute Schwierigkeiten, autonome Entscheidungen zu treffen und aktiv an der sozialen Entwicklung teilzuhaben. Wohnung und Arbeit stellen die wichtigsten Voraussetzungen dar, um sie auf diesem Weg zu unterstützen – dies gilt ganz besonders in einem urbanen Umfeld.

    Das ausfindig gemachte Gebäude könnte Platz für neue Formen des Wohnens – z.B. das sogenannte Cohousing – bieten, und die Räume könnten jungen Singles oder Familien zu einem gedeckelten Mietzins zur Verfügung gestellt werden, um ihnen mehr Unabhängigkeit zu geben und sie in die Lage zu versetzen, sich selbstständig zu machen.

    Zusammen mit den Wohneinheiten sollten nämlich auch Coworking-Bereiche (also gemeinsam nutzbare Arbeitsorte) entstehen. Dies würde erheblich zu einer Senkung der Ausgaben für eine Unternehmensgründung beitragen. Zudem würden auf diese Weise verschiedene Fachkompetenzen unter einem Dach vereint, was die Entwicklung neuer Arbeitsformen erleichtert.

    Als Gegenleistung verpflichten sich die Jugendlichen, die sich am Projekt beteiligen, einen Teil ihrer Zeit für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen, was sich auf die Wohngemeinschaft des Gebäudes sowie auf das gesamte Stadtviertels positiv auswirken würde.

    Landesrat Tommasini weist darauf hin, dass für die Einführung solch innovativer Wohn- und Arbeitsangebote erst noch die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Dafür seien Anpassungen am Wohnbaugesetz notwendig, die im Laufe der nächsten Monate in der der Landesregierung besprochen werden sollen.

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