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    Die Wellness-Konferenz

    Wellness-conference-2016_©-IDM-Lineematiche-L.GuadagniniDie „Wellness Conference“ der IDM Südtirol zeigt Trends der Zukunft auf. Der Wellness-Sektor habe in Südtirol viel Entwicklungspotential, hieß es.

    Der Wellness-Sektor in Südtirol sollte sich nicht nur um den Körper, sondern auch um Geist und Seele seiner Gäste kümmern, indem man z.B. Mental Training oder Schlafkuren anbietet oder einfach nur Stress und Reizüberflutung durch Ausflüge in die Natur verringert. Das ist das wichtigste Ergebnis der “Wellness Conference 2016”, die am Donnerstag in der Abteilung Development der IDM (ex-TIS) über die Bühne gegangen ist.

    Dieses größte und wichtigste Trend-Event zum Thema Wellness in Südtirol wurde von IDM Südtirol organisiert, dem Wirtschaftsdienstleister des Landes Südtirol und der Handelskammer.

    „Eine vor kurzem durchgeführte Studie hat ergeben, dass Südtirol mit seinen 500 Beherbergungsbetrieben mit Wellnessbereich noch ein großes Entwicklungspotential im Sektor Wellness hat“, erklärte Manuela Irsara, Expertin für Wellness & Gesundheit bei IDM, die das Event mit ihrem Team organisiert hatte. Zudem hätten die Befragten quer durch alle Nationalitäten die Urlaubsaktivitäten „Entspannen“ und „Wellness“ stark mit der Destination Südtirol in Verbindung gebracht.

    Der Sektor Wellness sei in den letzten sieben Jahren weltweit um durchschnittlich 9,1 Prozent gewachsen, so Irsara – allerdings nicht in Südtirol, wo das Wachstum aufgrund der Sättigung des Marktes verhaltener war: „Wenn unsere Betriebe wachsen wollen, müssen sie auf Innovation setzen“, sagte die Wellness-Expertin der IDM bei der Conference. „Wellness ist zurzeit ein Megatrend, den auch die heimischen Unternehmen nutzen können, wenn sie sich von ihren Konkurrenten in Destinationen mit ähnlichem Angebot, wie Tirol, Trentino oder der Ostschweiz differenzieren.“

    Um zu verstehen, wie man erfolgreich die Wünsche und Bedürfnisse der Gäste erfüllen kann, lud IDM internationale Experten ein, die den anwesenden Unternehmern und Hoteliers bei der Wellness Conference aktuelle und künftige Trends aufzeigten. Einig waren sich alle Referenten darüber, dass es nicht mehr genügt, seinen Gästen nur einfach gute Massagen und Körperbehandlungen anzubieten: Wellness, so wie es heute verstanden werden müsse, gehe weit über den Begriff im engeren Sinne hinaus und bezeichne einen ganzheitlichen Lebensstil. Gäste wollen heute im Urlaub nicht nur etwas für den Körper tun, sondern auch allgemein ihr Bewusstsein erweitern.

    „Die Kunden von heute und morgen erwarten sich neue Angebote wie Energiemedizin oder Learning Vacations, also Urlaub mit Lern- oder Bildungsinhalten, die Körper und Geist aktivieren“, erklärte Andreas Wieser, Visionär im Gesundheitstourismus mit über 30jähriger Erfahrung.

    Um den Erwartungen der Gäste entsprechen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich die Unternehmen des Sektors also auf diese neuen Anforderungen einstellen und einen Weg finden, auf der Höhe der Zeit zu bleiben; Voraussetzung dafür sind oftmals das Erlernen neuer Kompetenzen und fachlich gut qualifizierte Mitarbeiter.

    Guter und erholsamer Schlaf ist ebenso ein wichtiges Element, damit sich Gäste wirklich erholen können und so mit ihrem Urlaub rundum zufrieden sind. Das unterstrich Birgit Högl, Neurologin und Leiterin des Schlaflabors an der Uniklinik Innsbruck: „Hoteliers können sehr viel und wirksam dazu beitragen, ob ihre Gäste gut schlafen, etwa durch gezieltes Management von Licht- und Geräuscheinflüssen.“

    Die Schlafforschung habe jüngst sehr interessante Ergebnisse präsentieren können, die unter anderem gezeigt haben, dass das Gehirn im Schlaf buchstäblich von Abfallprodukten wie etwa diversen Giftstoffen gereinigt wird.

    Dem Gast Ausflüge in die Natur nahezulegen, um die Schönheit der Südtiroler Landschaft und die kulturellen Angebote zu genießen, war hingegen der Ratschlag von Andreas Gottlieb Hempel. Der Architekt und Buchautor aus Deutschland bezeichnet sich selbst als “Genussbotschafter” und lebt in Südtirol. Wenn man sich von der Masse der traditionellen Angebote abheben und attraktiver werden wolle, müsse man auf die Schönheiten der Südtiroler Natur und Landschaft setzen und Wellnessbehandlungen genau dort abhalten.

    „Saunen und Whirlpools im Keller kann man auch in der Großstadt anbieten. Die Südtiroler Wellnessstrukturen müssen hingegen den Kontakt mit Natur und Landschaft herstellen, dann sind sie am attraktivsten“, so Hempel.

    Dass die unverfälschte Natur ein enorm wichtiges Kapital für Südtirol ist, zu diesem Schluss kam jüngst auch die Umfrage einer italienischen Marktforschungsagentur. Sie hat herausgefunden, dass 73 Prozent der Italiener lieber Wellnessurlaub im Inland machen und Südtirol aufgrund der Assoziation mit Natur & Gesundheit ihre bevorzugte Wellness-Destination ist.

    Die Befragten wünschten sich zudem für ihren Wellness-Urlaub ein schönes Umfeld in unverfälschter Natur, wo natürliche Anwendungen absolviert werden können, die mit dem Territorium verknüpft sind.

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