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    Wie auf Erden

    Ein blonder Wirbelwind wirft alles über den Haufen und macht die Welt besser. Das hätte das Konzept von Kay Pollaks Film sein sollen.

    von Renate Mumelter

    Ich hätte es wissen müssen, Folgefilme sind in der Regel schlechter aus ihre Vorläufer, weil sie krampfhaft versuchen, ein Muster weiterzustricken, das einmal erfolgreich war. Kay Pollak hatte mit „Wie im Himmel“ einen publikumsfreundlichen Kinohit gelandet. Mit „Wie auf Erden“ plumpst er jetzt allerdings auf den Erdboden der Wirklichkeit.

    Die Geschichte spielt in Schweden und  ist so angelegt, dass von der ersten Sekunde an klar ist, wie sie ausgehen wird. In einem kleinen schwedischen Dorf gibt es eine junge, quirlige Frau, die grad dabei ist Mutter zu werden. Die Fruchtblase platzt, als die schwangere Lena als Bühnenstar bei einem Countrykonzert singt und tanzt, ein Schneestrum verhindert die Fahrt in die Stadt, Lena entbindet zuhause, aber  die Hebamme kann wegen des Wetters nicht dabei sein. Der väterliche Freund, der sie betreut, kippt während ihrer Wehen um, an seiner Stelle hilft der Pfarrer aus, den die beiden vorher besoffen aus dem Schneesturm aufgelesen hatten. Des Pfarrers Geburtshilfe muss intensiv ausfallen, weil er dem Kind die Nabelschnur vom Hals lösen muss, bevor es da ist. Die Mutter schreit zwar immer wieder vor Schmerz, springt dann aber  wieder fit herum. Alles geht gut.

    Das war der Filmauftakt. Danach geht es um den Pfarrer, der keine Gläubigen mehr hat und deshalb säuft, es geht um ein bevorstehendes Kirchenjubiläum mit TV, bei dem ein Konzert mit Kapazitäten von auswärts vorgesehen ist, und es geht und um Lena, die sich in den Kopf gesetzt hat, das Konzert mit Leuten aus dem Ort auf die Beine zu stellen. Das gelingt, und ganz nebenbei gelingt es ihr auch, aus der Kirche eine bessere Kirche und aus den Menschen bessere Menschen zu machen. Ach ja, schließlich findet Lena auch noch die große Liebe. Der Kindsvater war an einem Herzinfarkt gestorben und Frau und Kind des hübschen, unbekannten Bauarbeiters auch. Welch glücklicher tragischer Zufall.

    Das war’s. Ich mag zwar Triviales, aber in diesem Fall geht es mir zu weit.

    Wie auf Erden (SE 2015) Regie: Kay Pollak. Bewertung: Mühsam

    Was es sonst noch gibt:
    „Zwischen Himmel und Eis“ von Luc Jaquet in Bozen

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