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    Kunst der Balance

    Die Referenten Troger, Isler, Schmidt und Schachinger

    Christian Troger, Lorenz Isler, Susanne Schmidt und Max Schachinger

    In Brixen ist am Donnerstag der Kongress „Think more about – Tage der Nachhaltigkeit“ eröffnet worden. 300 Gäste lauschten den Keynotes von Susanne Schmidt und Lorenz Isler.

    Am Donnerstag um 19.00 Uhr war es soweit. Mit Harfenklängen von Barbara Plattner Ramoner wurde der Kongress Think more about – Tage der Nachhaltigkeit 2015 im Forum Brixen eröffnet. Über 300 Gäste kamen, um den Keynotes von Susanne Schmidt und Lorenz Isler zu lauschen und der anschließenden Podiumsdiskussion mit LR Richard Theiner, Helmut Tauber (HGV), Max Schachinger (Schachinger Logistics) und Christian Troger (Uil-Sgk) beizuwohnen.

    Günther Reifer (Terra Institute) und Andreas Wild (Bildungshaus Kloster Neustift), Initiatoren des Kongresses, eröffneten die fünften Tage der Nachhaltigkeit in Brixen und machten einen Rückblick: „Fünf Jahre think more about, heißt auch über 200 Referenten die nach Brixen gekommen sind und 2000 Menschen die damit erreicht wurden. Die Inhalte gibt es nun auch zum Nachlesen im Buch „Die Kunst des Wandels“, erschienen im OEKOM-Verlag.“

    Tauber, Richard Theiner, Schachinger

    Helmut Tauber, Richard Theiner, Max Schachinger

    Evelyn Oberleiter führte mit dem preisgekrönten Kurzfilm „Balance“ von Christoph und Wolfgang Lauenstein und dem Zitat „die Mitte fühlt sich immer leicht an“ ins Thema ein.

    In der ersten Keynote schaffte es Susanne Schmidt in 20 Minuten die zwei Hauptprobleme der globalen Hochfinanz, den „moral hazard“ und das „too big to fail“ für das Publikum verständlich auf den Punkt zu bringen.

    Plastisch veranschaulichte sie, was es bedeutet, wenn Finanzinstitute die Risikogewichtung für die Kernkapitalquote selbst vornehmen: „Das ist, als würde man den Bock zum Gärtner machen.“ Sie legte nicht nur den Finger auf die Wunden, sondern zeigte anschaulich Lösungswege auf. Der Beitrag der Finanzwirtschaft zu einer nachhaltigeren Wirtschaft läge, so Schmidt, darin, dass Finanzinstitute wieder Dienstleister der Realwirtschaft würden.

    Gunter Pauli war mittels Videobotschaft dabei und berührte durch die gesündeste und natürlichste Babywiege der Welt aus Bambus und Rohseide gefertigt. Anhand dieses Beispiels veranschaulichte er die Bedeutung von Kultur, Tradition und (Handwerks)Kunst für die Regeneration der Wirtschaft. „Durch den Fokus auf die Entfaltung lokaler Möglichkeiten wird das Netz des Lebens gesponnen, mit Schönheit und Gesundheit“, so Pauli.

    Reifer, Albert Pürgstaller

    Günther Reifer, Albert Pürgstaller

    Lorenz Isler (IKEA) machte einleitend durch drei Zahlen Eindruck: 1,5 Planeten bräuchten wir, um die Ressourcen bereitzustellen, die wir jährlich verbrauchen und die Abfälle zu absorbieren, die wir verursachen. 3 Milliarden Menschen werden bis 2030 weltweit dem Mittelstand angehören und dementsprechend konsumieren wollen (derzeit sind es 1,8 Mrd). 4 Grad ist die Klimaerwärmung auf die wir zusteuern (derzeit 0,8 Grad). „1% des global verarbeiteten Holzes macht uns zum Teil des Problems, und deswegen wollen wir zum Teil der Lösung werden“, so Isler. Nachhaltigkeit bei IKEA bedeutet, so Isler; nachhaltige Produktionsbedingungen bei den Lieferanten und Rohstoffverbrauch aber auch Nachhaltigkeit bei den Kunden zu fördern.

    Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die Eindrücke aus der Keynote Session aufgearbeitet und Erkenntnisse auf Südtirol runtergebrochen. Schachinger freut sich über die spürbaren positiven Entwicklungen in Richtung Nachhaltigkeit. Auch Tauber und Theiner sind überzeugt, dass Südtirol gute Bedingungen für Nachhaltigkeit aufweise, Potenzial liege noch in der Dialogfähigkeit. Troger findet, dass der sozialpolitische Dialog über den Einbezug der Mitarbeiter noch verstärkt werden kann. Die Zuhörer gaben mittels roter und grüner Karten direktes Feedback ans Podium. Die Menschen im Forum nutzten die Möglichkeit den Referenten zahlreiche Fragen zu stellen.

    Der inspirierende Auftakt macht Lust auf mehr. Und mehr gibt es noch am Freitag im Forum Brixen mit Keynotes und sechs Dialogrunden und am Samstag bei den Seminaren im Bildungshaus Kloster Neustift.

     

     

     

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