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Alfreider im Ausschuss

Für den 28. März ist der Wahlbestätigungsausschuss des Landtages einberufen, um über eine etwaige Unvereinbarkeit von Landesrat Daniel Alfreider zu befinden.

Von Thomas Vikoler

Der „Fall Alfreider“ wird nun offizieller Gegenstand des Südtiroler Landtages. Der grüne Abgeordnete Riccardo Dello Sbarba hat gestern als Vorsitzender eine Einladung für eine Sitzung des Wahlbestätigungsausschusses des Landtages verschickt.

Deren Mitglieder sind für den 28. März zum dritten Mal in dieser Legislaturperiode einberufen. Zum ersten Mal nach den Landtagswahlen, kürzlich wegen des Nachrückens von Paula Bacher und nun nach Bekanntwerden eines Rekurses an das Bozner Verwaltungsgericht.

Die Kommission muss klären, ob Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider wegen dieses Rekurses unvereinbar mit dem Amt eines Landtagsabgeordneten ist.

„Es geht darum vorab zu prüfen, ob der Fall zu vertiefen ist oder ob kein Problem besteht. Das Rechtsamt wird die notwendigen Dokumente einholen, um ein klares Bild der Sachlage zu bekommen. Dies auch zum Schutz des betroffenen Abgeordneten, denn in diesen Fragen sind alle Zweifel auszuräumen. Dies ist nun Aufgabe der Kommission“, sagt der Ausschussvorsitzende Dello Sbarba.

Vergangene Woche hatte er angekündigt, die Angelegenheit untersuchen zu wollen.

Wie berichtet, ist Alfreider Gesellschafter der Alfreider GmbH aus Kolfuschg, die im vergangenen Jahr beim Verwaltungsgericht einen Rekurs gegen die Gemeinde Corvara und das Land Südtirol eingebracht hat. Beanstandet wurde deren Säumigkeit in Zusammenhang mit einer Erweiterung des Hotels Kolfuschgerhof, das sich neben einem Hotel der Alfreider GmbH befindet.

Es geht dabei auch um die Einstufung des benachbarten Hotels als 5-Sterne-Betrieb.

Das Bozner Verwaltungsgericht hat dazu eine Verfügung (am 1. März) und eine Verordnung (am 4. März) herausgegeben. In ersterer scheint nicht die Alfreider GmbH, sondern Stephan Alfreider als gesetzlicher Vertreter des Unternehmens als Kläger auf. Landesrat Alfreider, der Bruder, bestreitet aus diesem Grund eine Unvereinbarkeit.

Kurioserweise scheint in der Verfügung des Gerichts vom 4. März die Alfreider GmbH als Rekursstellerin auf – und hier wäre, zumindest theoretisch, wiederum Daniel Alfreider als Teilhaber mit im Spiel.

Die Gemeinde Corvara hat sich nicht in das Verfahren eingelassen (auch nicht das benachbarte Hotel), sehr wohl aber die Landesverwaltung. Es steht also die Frage im Raum, ob Alfreider in diesem Fall – schließlich ging es um die juristische Verteidigung von Eigentumsrechten – gegen das Land hätte klagen dürfen oder nicht.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (14)

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  • criticus

    Immer das gleiche Spiel, billige „Hintertürchenspiele“ a la SVP! Herr Alfreider ist Teilhaber mit fast 50%, er sollte jetzt die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Man sollte nicht in den Teller spucken, von dem man isst. Oder? Von wegen Ehrenkodex, wenn im Herrgottswinkel die Euro hängen. Was für Frau Jasmin Ladurner gegolten hat, sollte auch Maßstab für Herrn Alfreider sein. Wenn in dieser Causa gar nichts geschieht, dann ist Herr Alfreider politisch nicht tragbar, mal sehen was Herr Achammer da für Ausreden bringt.

  • andreas

    Diese Ausschüsse der Politik sind doch reine Beschäftigungspolitik für die Opposition, damit die auch mal etwas zu tun hat, raus kommt sowieso nichts.

    Alfreider war schon bei den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft zu seinen Almen untragbar und hätte in dieser Zeit wenigstens sein Amt ruhen lassen müssen, nun windet er sich wieder mit juristischen Spitzfindigkeiten wie ein Aal, um aus der Sache rauszukommen.

    Als Teilhaber ist er offensichtlich am Rekurs beteiligt, sollte das im Widerspruch zu bestehenden Gesetzen stehen, ist er sofort zu suspendieren und gut ist.
    Wenn er sich vor der Klage nicht 100% rechtlch absichert, ist er doch selbst Schuld.

  • tirolersepp

    Dramatische Situation in der Ukraine

    Hier geht’s zur Onlinespende

    https://nachbarinnot.orf.at/nin/2022-hilfe-ukraine100.html

  • pingoballino1955

    Herr Alfreider hat sich vor lauter Machtarroganz wohl selbst ein Bein gestellt.Egal wie dieses „Affentheater“ausgeht,ein fader Beigeschmack wird bleiben.Rücktritt wäre schon damals mit den Almhütten fällig gewesen! Jetzt sowieso! Kompliment an Herrn Dello Sbarba,der Mann hat noch Mut gegen Misstände zu intervenieren!

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