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Oswald Egger

Oswald Egger: Entweder ich habe die Fahrt am Mississippi nur geträumt, oder ich träume jetzt (Foto: Katharina Hinsberg)

Am 26. November stellt Oswald Egger bei Literatur Lana sein neues, mit zahlreichen Zeichnungen und Malereien aufwändig gestaltetes Buch vor. Darin folgt er der Erinnerung an die selber unerinnerte Erfahrung österreichischer Auswanderer nach Amerika in den Jahren 1880 bis 1919, folgt den geflüsterten und inwendigen Stimmenverbindungen, den Wirbelfäden des Erzählten durch Bergwerke und Wälder bis zum großen Gewässer. 

 „Das Buch vom Mississippi beginnt in meinem Zimmer“, fängt das Buch an. Ob damals oder jetzt geträumt wird, fragt sein Titel. Geträumt heißt bei Oswald Egger immer gedacht, im Kopf gebaut, aus zig Wörtern gezimmert und nach Mustern zusammengefügt, die ein Strömen und Stromern eines Mississippi gleich wie in anderen Fällen ein Wuchern von Hänggärten oder ein Areal von Apfelwiesen suggerieren. Im enzyklopädischen Waten entwirft der mit zahlreichen Preisen bedachte Dichter eine dichte Verkettung sprachlicher Elemente, die er nimmermüde und hoch versiert durchspielt. So baut er sein konzeptionelles Werk aus, indem er ein zugrunde liegendes System zur Form erhebt und mit einer Fülle an Material die Möglichkeiten von Austausch und Wiederholung, von Variation, Kombination und Applikation erprobt. Idee und Illusion sind die Triebfedern dieser lyrischen Prosa.

Wen kümmert´s, ob vom Mississippi, von Einwanderern oder einem Zimmer die Rede ist. Die Rede gilt der Rede.

 Termin: Freitag, 26. November um 20.00 Hofmannplatz 2, Lana

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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