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Die letzte Chance

Foto: LPA/ 123rf

Ab Montag verschickt der Sanitätsbetrieb ungeimpften Mitarbeitern im Gesundheitssektor die Briefe, mit dem sie zum letzten Mal zur Impfung aufgefordert werden.

von Markus Rufin

Die Umsetzung der Pflichtimpfung für das Gesundheitspersonal geht in die heiße Phase. Nachdem das Dekret am Dienstag in ein Gesetz umgewandelt wurde, hat der Sanitätsbetrieb Klarheit und kann nun mit einer gewissen Sicherheit planen.

Marco Cappello von der Rechtsabteilung des Südtiroler Sanitätsbetriebes erklärt: „Vor der Umwandlung in ein Gesetz, konnten wir nicht weiter planen, da das Risiko bestand, dass das Dekret gekippt wird. Nun ist es sicher, dass sowohl Arbeitgeber als auch der Betroffene verpflichtet sind, das Gesetz umzusetzen.“

Doch bereits bevor das Dekret in ein Gesetz umgewandelt wurde, hatte der Sanitätsbetrieb einiges an Vorarbeit geleistet. 3.926 Mitarbeiter im Gesundheitssektor sind, wie berichtet, nicht geimpft. 3.000 von ihnen haben bereits eine schriftliche Aufforderung von Seiten des Sanitätsbetriebes erhalten, eine Rückmeldung zu verschicken.

Zur Erinnerung: Dabei können sie angeben, dass sie sich bereits geimpft haben, einen Termin vorgemerkt haben, dass sie sich aufgrund ihrer Krankengeschichte nicht impfen lassen können oder dass keine Notwendigkeit besteht, weil sie beispielsweise im Homeoffice tätig sind.

1.400 Personen haben eine solche Rückmeldung bereits verschickt. Die Auswertung dieser Rückmeldungen hat nun begonnen. „Verschiedene Untergruppen gehen jede einzelne dieser Rückmeldungen durch und bewerten diese“, berichtet Cappello. Die Bewertung der Rückmeldung beanspruche einiges an Zeit, da es unter anderem auch strittige Fälle gibt, die vom Sanitätsbetrieb genauer überprüft werden müssen.

914 Personen haben angegeben, dass sie einen Impftermin vorgemerkt haben. Für den Anfang nicht schlecht, wie Cappello meint. Allerdings werden diese Buchungen ebenfalls kontrolliert: „Es gab bereits Fälle, in denen Personen den Impftermin kurzfristig abgesagt haben oder nicht erschienen sind. Wir müssen aber sicherstellen, dass der Termin auch wahrgenommen wird. Wir nehmen diese Pflicht sehr ernst. Im Gesundheitssektor wird nur mehr geimpftes Personal zum Einsatz kommen.“

Den Betroffenen bringe eine kurzfristige Absage nichts. Denn sollten die ungeimpften Personen keine oder eine unvollständige Rückmeldung verschickt haben, beziehungsweise den Impftermin kurzfristig abgesagt haben, erhalten sie einen Brief, in den ihnen ein letzter Impftermin mitgeteilt wird. Innerhalb von drei Tagen nach diesem Impftermin muss die Mitteilung erfolgen, ob dieser wahrgenommen wurde. „Wenn das nicht der Fall ist, teilen wir das der jeweiligen Berufskammer mit und der Mitarbeiter wird sofort suspendiert“, erklärt Cappello.

Diese letzten Einladungen werde man bereits ab Montag verschicken, so Cappello. Die ersten Briefe mit Impfterminen erhalten jene Personen, die keine Rückmeldung abgegeben haben. Zu ersten Suspendierungen wird es also spätestens übernächste Woche kommen.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen nimmt Cappello aber an, dass der Großteil der Betroffenen die Impftermine ernst nehmen und sich noch einige impfen lassen werden.

Zudem haben sowohl Personen, die sich derzeit im Wartestand oder in Mutterschaft befinden, als auch Personen, die sich erst kürzlich infiziert haben, die Mitteilung bekommen, dass sie sich impfen lassen müssen. Für sie wäre die Impfung allerdings nicht verpflichtend.

Doch Cappello entwarnt: „Alle ungeimpften Mitarbeiter haben diesen Brief erhalten. Genesene und Personen im Wartestand müssen das in der Rückmeldung angeben und sind von der Impfpflicht befreit.“ Sie können die Entscheidung zur Impfung so lange aufschieben, bis sie wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren.

Es ist also gut möglich, dass am Ende nur eine Hand voll Personen pro Struktur suspendiert werden muss, da in der Liste auch kürzlich Genesene und Personen im Wartestand aufscheinen. Wie viele es am Ende sein werden, könne Cappello aktuell nicht abschätzen, da die Überprüfung der Rückmeldungen derzeit noch andauere.

Für alle anderen gebe es aber nur zwei Möglichkeiten: „Wir sind dazu gezwungen das Gesetz umzusetzen. Entweder man findet sich also damit ab, ohne Bezahlung zu Haus zu sitzen, oder man lässt sich impfen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (11)

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  • esmeralda

    @kirke, sogar bei der Lieferung von Mikrochips gibts jetzt weltweit einen Engpass. d.h. die Nachfrage ist größer als die momentane Produktion (z.B. bei INTEL). Recherchier mal in deinen gut informierten Geheimquellen, ob das mit der hohen Verimpfung von Microchips zusammenhängt. Deine Webseiten stellen ja immer die lustigsten Verbindungen zwischen verschiedenen Meldungen her, garniert mit einer Gruselstory und einer Prise Verschwörung und fertig ist eine total neue skandalöse Aufdeckungsgeschichte, die dann von Leuten wie dir tausendfach geteilt und mit neuen Gerüchten unterfüttert wird. Ein bisschen Spaß muss sein.

  • franz1

    @ kirke,

    das Übel sind ja jene Personen die absolut keine Ahnung vom Impfstoff, deren Zusammensetzung udgl. haben!
    99% dieser Personen sitzen entweder „Fake News“ oder Impfgegnern auf und glauben damit auch noch über der Wissenschaft zu stehen!
    Schau sie dir an, die Impfgegner Südtirols – Pöder, Gutweniger ua. – kann diesen absolut nichts abgewinnen.
    Bin schon vollständig geimpft… super ….

    • waldhexe

      @franz1
      Ich frage mich was dich befähigt anderen zu unterstellen,dass sie keine Ahnung haben?
      Schön für dich, du bist geimpft, aber kümmere dich nicht immer um andere,denn sie alle volljährig und haben selbst einen Kopf zu denken. Ausser du sprichst ihnen das Denken ab.

      • mannik

        Das wird nicht unterstellt, das beweisen die Gegner und Leugner schon täglich selbst. Nicht eine einzige Quelle oder Behauptung hält einer Prüfung stand. Die Aussage, sie hättene „selbst einen Kopf zu denken“ ist daher vollkommen falsch.
        Ihnen ist in diesen Monaten offenbar noch nie aufgefallen, dass nicht Impfbefürworter das Thema andauernd zur Sprache bringen, sondern genau die Impfgegner in ihrem missionarischen Eifer beweisen zu wollen, dass die Impfung tödlich sei. An dieser Beweisführung scheitern sie natürlich andauernd, daher auch die steigende Aggressivität. Auch in den geheimen Gruppen im sozialen Netzwerk, geht die Angst um, einfach nur als Blödian dazustehen, weil nichts von dem was prophezeit wurde, eingetreten ist.

  • zusagen

    Jeder der daran glaubt soll sich impfen lassen, niemand aber darf heute und wann auch immer zum Glauben anderer gezwungen werden. Danach zu sagen, ich war im besten Glauben für die Pflicht, damit werden sich evtl. Geschädigte oder derer Verwandter nicht zufrieden geben.

    • esmeralda

      @zusagen, ein paar Geschädigte gibts bei jeder Medizin bzw. Arznei, sogar bei Aspirin … Es sollen sich schon Personen mit einem Taschenmesser tödlich verletzt haben …

    • mannik

      Für die Ausübung bestimmter Berufe sind bestimmte Voraussetzungen zwingenderweise nötig. Eine generelle Impfpflicht wird es nie geben, dazu ist der Anteil an vernünftigen Menschen groß genug. Auch wenn die unvernünftigen Asozialen glauben, sie seien die Mehrheit (auch so ein Fall für die Psychiatrie). Allerdings müssen sich die unvernünftigen Asozialen aber eventuell auch damit abfinden, dass ihre Bewegungsfreiheit geringer wird.

  • andi182

    Habe mich geimpft keine Probleme.

  • cicero

    Ein neuer Baustein für die neue Wirklichkeit: Denen drohen die sich das mit der Impfung, die schließlich nur eine vorläufige Zulassung hat, noch überlegen wollen. Und dann gibt es die, die gleich umfallen, wenn der Staat, der uns zuerst, die von der Verfassung gegebenen Bürgerrechte genommen hat, uns jetzt mit Erpressung kommt.
    Respekt vor denen die bei diesem miesen Spiel nicht mittun.

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