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Seelische Notfälle

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Die Grünen fordern die Einrichtung einer psychologischen Ersten Hilfe in den Notaufnahmen. Die Psychologenkammer steht hinter diesem Beschlussantrag.

von Lisi Lang

Wer einen medizinischen Notfall hat, wendet sich an die Notaufnahme. In den Erste-Hilfe-Abteilungen werden nämlich jene Fälle behandelt, welche dringende Abklärung und ambulante Behandlung benötigen. „Wenn ich mich also schwer verletze oder andere starke Beschwerden habe, wende ich mich an die Notaufnahme“, sagt Brigitte Foppa, Landtagsabgeordnete der Grünen.

Neben diesen meist körperlichen Beschwerden gibt es aber auch viele seelische Notsituationen, in denen sich ein Mensch plötzlich wiederfinden kann: Panik- oder Angstzustände, Suizidgedanken, Krisensituationen, Traumata oder posttraumatische Stresssituationen, Mobbing usw. „Oftmals wissen Menschen in einer akuten psychischen Notsituation aber nicht, an wen sie sich wenden können“, erklärt Brigitte Foppa, „zudem sind die meisten der bestehenden Angebote auf Bürozeiten beschränkt.“ Seelische Krisen oder andere psychologische Notfälle würden häufig aber auch abends oder am Wochenende auftreten.

Und in diesem Moment könnte eine psychologische Erste Hilfe als Anlaufstelle helfen. „In den Notaufnahmen der Krankenhäuser ist die Besetzung durch Psychologen äußerst dürftig und wenn überhaupt, nur in bestimmten Tageszeiten präsent“, erklärt Foppa. Die Anwesenheit von psychologischen Fachkräften in einer seelischen Notsituation sei aber wesentlich, sagt Foppa, die von Psychologinnen auf die Notwendigkeiten einer solchen Anlaufstelle hingewiesen wurde. „Es gibt in Südtirol aktuell eine Lücke und diese gilt es zu schließen – es braucht eine Tür für seelische Notfälle, die dauerhaft und immer geöffnet ist“, betont Brigitte Foppa.

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Kommentare (3)

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  • batman

    Wir brauchen einen Systemwechsel!

  • batman

    Standpunkte zur COVID-19-Pandemie

    Im März 2020 kritisierte Ioannidis in einem Editorial auf der Website STAT den Mangel an empirischen Belegen bei der politischen Entscheidungsfindung in der globalen Reaktion auf die COVID-19-Pandemie und nannte sie ein „Evidenz-Fiasko, wie es in einem Jahrhundert nur einmal vorkommt“.[11] In einem Interview bezeichnete Ioannidis die Szenarien von 40 Millionen Todesfällen weltweit und über zwei Millionen Todesfällen in den Vereinigten Staaten im Falle eines Nichtstuns für „augenscheinlich Science-Fiction“. Die Schäden der Massenquarantäne könnten laut Ioannidis „viel schlimmer sein als alles, was das Corona-Virus anrichten kann“. So sei es zum Beispiel allgemein bekannt, dass die Selbstmordrate mit jedem einprozentigen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 1 % steigt. Kindesmissbrauch und häusliche Gewalt nähmen zu. Es gebe bereits Hinweise darauf, dass diese Probleme eskalierten.

  • verwahnterbruader

    Ok, prinzipiell sehe ich hier sicherlich eine notwendigkeit, aber direkt eine „notfall-psychologie“ einzurichten finde ich ein wenig ueberzogen und auch nicht notwendig. Ich wuerde es begruessen, wenn notfallaertzte eventuell auf einen krankenhauspsychologen(der aber im ganzen krankenhaus arbeitet) zurueckgreifen, bzw. zu rate ziehen koennen, wenn sich dies bei der behandlung heraustellt oder vermutet werden kann…

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