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Der Ausländer-Report

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Zum 31. Dezember 2019 waren 51.500 Ausländer in Südtirol ansässig, 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigen die neuesten ASTAT-Daten.

Zur ausländischen Wohnbevölkerung zählen alle meldeamtlich erfassten Personen, die nicht im Besitz der italienischen Staatsbürgerschaft sind. Diese können einem oder eventuell mehreren anderen Staaten angehören. Auch Staatenlose sind Staatsfremde und damit den Ausländern rechtlich gleichgestellt. Diejenigen hingegen, die im Laufe der Zeit eingebürgert worden sind – das sind in Südtirol rund 19.250 Personen in den vergangenen 20 Jahren – gelten in jeder Hinsicht als Inländer. In der Ausländerstatistik werden sie nicht mehr berücksichtigt, genauso wenig wie Personen aus Nicht-EU-Staaten, die sich ohne gültigen Rechtstitel auf italienischem Staatsgebiet aufhalten.

Am 31.12.2019 sind offiziell 51.509 ausländische Staatsbürger in Südtirol ansässig, 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Vergleichsweise waren es Ende 1994 rund 7.250 Menschen, womit sich der Bestand der ausländischen Wohnbevölkerung im letzten Vierteljahrhundert in etwa versiebenfacht hat. Dabei fällt der Beitrag des Geburtenüberschusses mit einem Plus von 650 Personen ohne italienische Staatsbürgerschaft stärker ins Gewicht als jener der Wanderungsgewinne (+492 Personen). Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei 9,7 Ausländern je 100 Einwohner. Die ausländische Wohnbevölkerung stammt größtenteils aus Europa, ist relativ jung und lebt vorzugsweise in den Städten.

Das geht aus den neuesten Daten des Landesstatistikinstituts ASTAT hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Die ausländische Wohnbevölkerung erfreut sich einer regen Geburtenentwicklung: Während in den 1990er- Jahren jährlich rund 100 Kinder ausländischer Nationalität zur Welt kamen, beträgt die Zahl der Neugeborenen im Bezugsjahr 745. Das sind 40 mehr als im Vorjahr. Die Geburtenrate liegt derzeit bei 14,6 Lebendgeborenen je 1.000 Einwohner mit ausländischer Staatsbürgerschaft (9,4‰ beträgt sie bei den Inländern). Eine Ausländerin bringt im Laufe ihres Lebens im Schnitt 2,4 Kinder zur Welt, bei den Inländerinnen liegt die Gesamtfruchtbarkeitsziffer bei 1,6 Kindern. Der Hauptgrund für die deutlichen Fertilitätsunterschiede ist der beträchtlich höhere Anteil von ausländischen Frauen im fruchtbaren Alter (57,9 Prozent) gegenüber jenem der inländischen Frauen (40,1 Prozent).

Im Jahr 2019 liegt der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung Südtirols bei 9,7 Prozent. Dieser Wert übersteigt sowohl die Ausländerquote des Trentino, die im Jahr 2018 bei 8,8% lag, und jene Italiens (8,7 Prozent) als auch den EU-Durchschnitt von 8,1 Prozent (Quelle: Eurostat, letzte verfügbare Daten). Allerdings liegt der Ausländeranteil des Bundeslandes Tirol 2018 mit 15,9 Prozent deutlich darüber (Quelle: Statistik Austria). In der benachbarten Schweiz ist 2018 ein Viertel der Bevölkerung nicht im Besitz der Schweizer Staatsbürgerschaft.

Mehr als 60 Prozent der der Ausländer leben in Ballungszentren: Am 31.12.2019 leben in der Landeshauptstadt mehr als 30 Prozent, 15.751 Personen, aller in Südtirol ansässigen Ausländer. In Meran sind es 6.948 Menschen ohne italienische Staatsbürgerschaft (13,5 Prozent) und in Brixen 2.548 (4,9 Prozent). Insgesamt haben 31.061 ausländische Staatsbürger (60,3 Prozent) in einer der sieben Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern ihren festen Wohnsitz.

Die altersmäßige Verteilung der in Südtirol wohnhaften Ausländer unterscheidet sich deutlich von jener der italienischen Staatsbürger. Während bei den Inländern die mittleren Jahrgänge anteilsmäßig überwiegen, sind es bei der ausländischen Wohnbevölkerung die jüngeren: Etwa 60 Prozent sind nämlich jünger als 40 Jahre.

Da Südtirol erst in den vergangenen 25 Jahren langsam zu einem Einwanderungsland wurde, besteht der Großteil der ausländischen Wohnbevölkerung derzeit noch aus Einwanderern der ersten Generation.

Während in den 1990er-Jahren ein deutlicher Männerüberschuss bei den Ausländern verzeichnet wurde, war ihr Geschlechterverhältnis um die Jahrtausendwende relativ ausgewogen. Seit 2007 sind die Frauen jedoch in der Überzahl und auch 2019 stellen sie die Mehrheit der ausländischen Wohnbevölkerung (52,3 Prozent). Auf 100 Ausländerinnen entfallen nunmehr 91 Männer mit ausländischem Pass.

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Kommentare (6)

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  • rasputin

    Interesant wäre die Anzahl der männlichen moslemischen Einwanderer. Es sind die, welche am meisten Probleme machen. Die Mehrzahl der weiblichen Ausländer sind osteuropäische Gastromitarbeiter welche nicht negativ aufallen.

    • watschi

      rasputin, nicht vergessen, unter ausländer versteht man auch österreicher, deutsche, schweizer usw. muslime bleiben da nicht so viele übrig und von denen sind die wenigsten radikal. würde man diese besser unter kontrolle halten, hätten wir weniger probleme……aber, haben wir eigentlich welche?

  • watschi

    man darf dabei nicht vergessen, dass eine vielzahl davon ordentliche bürger sind. die weniger gute minderheit sollte man in ihre heimat zurückbefördern

  • nendaz

    Man sollte die Arbeitsimmigration bei nicht vorhanden sein von Arbeitsplätzen stark bremsen, bevor eine 2.Klassengesellschaft in Sachen Löhne entsteht ! Das Vorgehen dient ebenfalls zur Minderung der Ausländerfeindlichkeit, wie wir sie z. B. in der Schweiz kennen, we Agglomerationen zum Teil einen Ausländerbestand von über 30% aufweisen !

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