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Rückkehr in die Normalität

An Grund- und Mittelschulen wird es im Schuljahr 2020/21 Nachmittagsangebote als Wahlfächer im bisherigen Ausmaß geben. Um dies möglich zu machen, stellt die Landesregierung 8,25 Mio. Euro bereit.

„Seit Einführung der Fünftagewoche organisieren Südtirols Grund- und Mittelschulen an ein oder zwei Tagen auch am Nachmittag schulische Angebote. Dies wird auch im kommenden Schuljahr 2020/21 so sein“, informierte am Mittwoch der für die deutschsprachige Schule zuständige Landesrat Philipp Achammer im Rahmen einer Pressekonferenz im Landhaus 1 in Bozen.

Auf seinen Vorschlag hin hat die Landesregierung  vereinbart, 8,25 Millionen Euro bereitzustellen, um im kommenden Schuljahr trotz der möglichen Einschränkungen durch die Corona-Bestimmungen „das Grundangebot an Bildungszeit“ sicherzustellen.

Die Nachmittagsangebote sollen als Wahlfächer im bisherigen Ausmaß garantiert werden. Wie in der Vergangenheit setze man dabei auf die bewährte Zusammenarbeit mit den Musikschulen, aber auch mit Vereinen des Sports, der Kunst oder Kultur sowie mit den Gemeinden, die für den Mensadienst sorgen. Neueinstellungen von Lehrpersonal werde es nicht geben, allerdings könnten Teilzeitstellen aufgestockt werden, um die schulischen Bildungsangebote an den Nachmittagen zu garantieren, sagte der Landesrat.

Bekanntlich hat die Landesregierung auf Vorschlag der Bildungslandesräte schon im Juni Vorgaben zu Gesundheitsschutz und Organisation des Bildungsbetriebs im Schuljahr 2020/21 gegeben. Die deutsche Bildungsdirektion hat daraufhin ein Ampelkonzept mit drei Szenarien erarbeitet: Dabei steht Grün für keine Einschränkungen, Gelb für die 1-Meter-Abstandsregel und Rot für den schlimmsten Fall des Lockdowns. „Wir möchten in jedem Fall einen kindgerechten Unterricht. Der soziale Kontakt und die persönliche Beziehung sind wesentlich für Bildung und Entwicklung“, erklärte der Landesrat. Vor allem an den Grund- und Mittelschulen wolle man möglichst viel Präsenz zulassen und die Schüler nicht mit Masken in die Klassen stecken. Gehe man von der Planungsvariante Gelb aus, liege der zusätzliche Raumbedarf bei 231 Klassen an den Grundschulen und bei 193 an den Mittelschulen. Daher sei es erstes Ziel gewesen, den Unterricht an den Vormittagen sicherzustellen. Die nun von der Landesregierung bereitgestellten Mittel ermöglichten es, die Nachmittagsangebote beizubehalten.

„Die gestrige Entscheidung der Landesregierung versetzt uns in die Lage, die Nachmittagsangebote des vergangenen Schuljahres auch 2020/21 beizubehalten“, bestätigte heute Bildungsdirektor Gustav Tschenett. Es handle sich um Wahlfächer, die Teilnahme sei bei Anmeldung verpflichtend. Erleichtert zeigte sich heute auch die Vorsitzende des Landesbeirates der Eltern, Heidrun Goller, die von der „Rückkehr in eine gewisse Normalität“ sprach und die Notwendigkeit der Zusammenarbeit hervorhob.

Die Pressekonferenz schloss mit einem Appell an die Schulen, die größere Autonomie in der Corona-Zeit zu nutzen, um beispielsweise die individuelle Förderung zu stärken.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • lillli80

    Kindgerecht und 1m abstand ist ein widerspruch in sich. Es liegt in der natur des kindes mit anderen kindern auch in physischen kontakt zu treten, und das ist auch gut so. Wieder einmal regelungen, die in der praxis nicht umsetzbar sind. Man könnte meinen, die zuständigen haben keine kinder…?

    • n.g.

      Schreiben sie doch, kindergerechten Untericht. Also wissen sie ja was Kinder brauchen. Zumindest glauben sie das. Bin gespannt wie lange das alles dauerd und wann die ersten Kinder bei den Psychologen auftauchen! Ich kanns beurteilen… es wäre schon längst soweit wenn es nicht viele Eltern geben würde die die Kinder, mit Freunden, Kinder sein lassen und auf jede Vorsicht pfeifen würden. Ich sehe es jeden Tag. Gut so! Und die paar *verrückten* Stunden halten sie dann schon aus.

  • summer

    Finde den Fehler: 8.25 Mio. mehr Mittel, aber keine zusätzlichen Lehrkräfte.
    Also werden am Nachmittag in den Grund- und Mittelschulen reine Beaufsichtigungen gemacht mit jenen Vereinen, die jetzt die Sommerbetreuung organisiert haben? Das würde dann bedeuten mehr Mittel für die Beaufsichtigung bzw. Betreuung, aber weniger Stunden an Unterricht und Bildung?
    Im Grunde wird die Chancengleichheit für schwächere Kinder reduziert und die sozialen Unterschiede weiter vertieft?
    Man denke hier unter anderem auch ganz konkret an die sprachlichen Schwierigkeiten einiger Kinder der neuen MitbürgerInnen, aber nicht nur!

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