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Einschreibungen auf Rekordniveau

Emanuil Ivanov, Busoni Finale 2019 (Foto: Luca Guadagnini)

Trotz Einschränkungen durch die Pandemie erleben die Einschreibungen zu den Projekten der Busoni-Mahler Stiftung einen regelrechten Boom, für Wettbewerb und Akademie adaptierte Austragungsmodalitäten im Winter 2020 entwickelt

Das Interesse junger Musiker am Busoni Klavierwettbewerb und den Meisterkursen der Gustav Mahler Akademie hat auch durch die aktuelle COVID-19 Problematik keinen Einbruch erlebt. Insbesondere die von der fusionierten Busoni-Mahler Stiftung an die Situation angepassten Austragungsmodalitäten für den Busoni Klavierwettbewerb wurden mit einem neuen Rekord bei den Einschreibungen belohnt: 506 Kandidaten aus 50 Ländern haben sich in diesem Jahr für die Teilnahme eingeschrieben, 2018 waren es noch 407 gewesen, was einem Zuwachs von 25 % entspricht. Alle Kontinente sind vertreten, zahlenmäßig hoch ist wie immer der Anteil Asiaten mit 44 chinesischen, 38 japanischen und 105 südkoreanischen Registrierungen. Traditionell hoch ist auch der Anteil der Italiener mit 100 Einschreibungen und aus Russland mit 35. Nicht immer einfach war es für die jungen Pianisten, in Zeiten von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen das für die Zulassung erforderliche Video vorzulegen, auf dessen Basis der deutsche Pianist Tilman Krämer, der Armenier Ruben Dalibaltayan (Lehrer des Busoni-Preisträgers von 2017, Ivan Krpan) sowie der künstlerische Leiter des Wettbewerbs jene 100 Kandidaten auswählen werden, die zu den Vorauswahlen zugelassen werden. In der Entwicklung eines Formates, das die Austragung dieser Wettbewerbsphase überhaupt ermöglicht, bestand die nächste, große Herausforderung. Auf die anhaltenden Reisebeschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen reagierend, hat die Busoni-Mahler-Stiftung zusammen mit ihrem Exklusivpartner Steinway & Sons nun ein spezielles, einzigartiges Modell für dieses besondere Jahr entwickelt. Das neue Format gewährleistet nicht nur die ungebrochene Kontinuität in der 70-jährigen Wettbewerbsgeschichte, sondern hebt die Ziele und Ideale der traditionsreichen Institution auf eine neue Ebene und gibt sich eine breitere, globale Perspektive: Anstelle der Vorauswahlen in Bozen im Sommer 2020 wird die Busoni-Stiftung im November 2020 das erste Glocal Piano Projekt lancieren. Das heißt konkret: Die Wettbewerbsvorauswahlen werden diesmal nicht in Bozen, sondern verteilt auf der ganzen Welt stattfinden – jedoch nicht als „reine Onlineveranstaltung“. Denn dank der Zusammenarbeit mit Steinway & Sons wird jeweils eine Konzertsituation geschaffen, bei der der Kandidat vor einem Live-Publikum innerhalb oder unweit seines eigenen Staatsgebiets oder Wohnortesspielen kann. Diese Aufführungen werden natürlich auch live im Internet übertragen, wo sie als ein einziges großes Online-Klavierfestival erlebbar sein werden, hierzu wurden bereits Medienpartnerschaften mit großen Streamingplattformen wie takt1, Idagio und Amadeus.tv unterzeichnet.

Bereits Mitte Juli soll feststehen, wer die 100 zugelassenen Finalisten sind und in der Konsequenz, welche Austragungsorte von Steinway & Sons eingerichtet werden.

Auch für die von Claudio Abbado initiierten Meisterkurse der Gustav Mahler Akademie konnte in ihrer 22. Ausgabe eine Lösung für die besonderen Umstände des Jahres 2020 gefunden werden, umso erfreulicher, als auch die Akademie in diesem Jahr mit 889 Anmeldungen praktisch verdoppelte Einschreibungen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen konnte. Die Kursarbeit unter Anleitung renommierter Musiker findet nun in zwei Etappen statt: Eine erste Arbeitsphase wird Ende Dezember mit einer Residenz im Kulturzentrum Gustav Mahler in Toblach abgehalten, und mit einer Serie von Konzerten vom 4. bis 6. Januar 2021 in Toblach und Bozen abschließen. Die zweite Phase der Meisterkurse findet dann im Sommer 2021 wie gewohnt in Bozen statt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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