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Hingabe

Malerei von Jette Christiansen: Abgeschnittene Äste ……aber das Leben geht zaghaft weiter.

Inspirieren das Coronavirus und die Quarantäne die Künstler*innen zu neuen Werken? Wenn ja, zu welchen? Die Corona-Galerie der Tageszeitung sucht Bilder und fragt mit Marcel Proust und Max Frisch nach. Heute die Malerin Jette Christiansen.

Wie geht´s? 

Es geht einigermaßen. Ich kann nur schlecht mit Ungewissheiten ( wie derzeit ) umgehen.

Wie ist Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? 

Mitunter bin ich etwas mutlos.

Welches Buch lesen Sie gerade? 

Das Buch „Die Wand“ von Marlene Haushoffer. Sie beschreibt das unsichtbare Gefühl (eine Wand) zwischen innerer Befindlichkeit und Außenwelt.

Was ist Ihre erste Erinnerung?

Weiß ich nicht mehr genau. Ich glaube, als meine kleine Schwester plötzlich auch in der Familie war!

Was wollten Sie als Kind werden?

Ich wollte Schneiderin werden, und später dann Gesundheitsberaterin..

Warum sind Sie Künstlerin geworden? 

Ich merkte , dass ich sehr kreativ war und Gegenstände problemlos auf dem Papier abbilden konnte.

Bereuen Sie diese Entscheidung manchmal? 

Nein, bereue ich nicht. Ich bereue nur , dass ich so lange wartete, bis ich ernsthaft zu malen anfing (Anfang 40 ). Außerdem hätte ich mir einen Künstlernamen mir gewünscht hätte, weil ich glaube dass dies mein Zugehörigkeitsgefühl stärken würde. Ich glaube, dass das Zugehörigkeitsgefühl ein wichtiges Bedürfnis ist für jeden Mensch ist !

Wenn Sie nicht Künstlerin wären, wer oder was möchten Sie sein? 

Ich empfinde große Liebe zu Alt-Ägypten, und könnte mir ein Leben als Ägyptologin gut vorstellen.

Welche/r Künstler/in hat Sie am stärksten beeinflusst? 

Der Maler Gotthard Bonell, der mich mehrere Jahre in der Malerei begleitete, Er hat mir eine ( für mich ) neue Welt  eröffnet.

Welches künstlerische Werk hätten Sie gern selbst gemacht? 

Die frühen Bilder von Karin Welponer ziehen mich stark an.

Welchem/r Künstler/in möchten Sie gerne begegnen? 

Hätte gern Karl Plattner persönlich kennen gelernt.

Was würden Sie ihn/sie fragen? 

Ich hätte ihn gefragt, wie seine interessanten Themen in der Malerei „entstehen “.

Zweifeln Sie manchmal an der Kunst?

Ja mitunter leider. Bin altmodisch . Für mich ist es wichtig zu spüren , dass die Hingabe und die Qualität sowie Idee eines Bildes sehr beim Malen ( oder bei Installationen und Skulpturen ) vordergründig war.

Was nervt Sie an der Kunstwelt? 

Wenn der Gedanke von Hans Christian Andersens Märchen :  DES KAISERS NEUE KLEIDER in manchen Kunstwerken m.E. noch aktuell ist ! Das heißt natürlich nicht gleichzeitig, dass ich andere Kunstrichtungen als meine  nicht dulden kann. Ganz und gar nicht.

Was vermissen Sie in der Quarantäne am meisten? 

Ich vermisse direkte soziale Kontakte mit der Familie und mit Freunden. Ebenfalls vermisse ich Vernissagen , sowie kulturelle Darbietungen in Eppan.

Verändert die Quarantäne Ihre Kunst oder machen Sie einfach weiter wie bisher? 

Nein im Gegenteil. Ich fühle mich bestärkt, weitere Motive mit Gegensätzlichkeiten zu malen. ( siehe Bild mit Baumstrunk von Eppan )

Ist die Corona-Pandemie ein Thema Ihrer Kunst oder halten Sie sie davon frei? 

Habe ich oben bereits beantwortet. Habe mehrere Bilder zu diesem Thema in der Coronazeit gemalt.

Wovor fürchten Sie sich?

Vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch von Italien mit all seinen wahrscheinlichen Folgen, auch in der Kunst.

Was fehlt Ihnen zum Glück? 

Verständnis von Mitmenschen, dass das Malen zwischen Tür und Angel nicht möglich ist. Dass man ohne Disziplin nicht gut weiter kommt.

Was ist für Sie das größte Unglück?

Dass ich mir nicht einen Künstlernamen zugelegt habe .

Möchten Sie gerne reich sein? 

Nein, nur hätte ich gerne genug Geld, um mir einen Manager/in finanzieren zu können.

Welche Hoffnung haben Sie schon aufgegeben? 

Als Malerin im Ausland von vorne anfangen zu können.

Welches ist Ihr liebstes Vorurteil?

Dass ich die Verschiedenheiten von diversen Völkern zu eng sehe.

Lieben Sie jemand? 

Ja meine Tochter Meike Lauggas und meinen Sohn Ingo Pohn Lauggas

Sind Sie sich selbst ein/e gute/r Freund/in?

Kann ich nicht abschätzen.

Was würden Sie an Ihrem Äußeren am liebsten ändern?

Dass ich das häufig notwendige  Lächeln mitunter vergesse .

Was ist Ihr größter Fehler?

Dass ich schlecht wirtschaften kann.

Was verabscheuen Sie am meisten? 

Wenn jemand in einem Schema gesehen wird.

Wie alt möchten Sie werden? 

Bei Gesundheit ca. 90 Jahre alt.

Wie möchten Sie sterben?

Allein – nach Abschied von lieben Menschen.

Glauben Sie an die Wiedergeburt? 

Nein glaube ich nicht.

 

Zur Person

Jette Christiansen, 1943 in Kopenhagen, Dänemark, geboren, lebt seit langem in Eppan. Ihr künstlerisches Talent hat sie zuerst an der Akademie für Innenarchitektur in Kopenhagen entwickelt und in verschiedenen akademischen Malkursen und durch Studienaufenhalte im In- und Ausland weiter entfaltet (u.a. bei Prof.Claus Pack in Wien, M. Guy Vetter in Frankreich und bei Prof. Rainer Schiestl in Spanien). Sie wurde über einen längerem Zeitraum auf ihren künstlerischen Weg von Gotthard Bonell begleitet. Die thematischen Schwerpunkte ihres Schaffens liegen im Stillleben und in der Landschaftsmalerei. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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