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Der Kuhattacken-Schlussstrich

Foto: 123rf

Nun hat auch der Oberste Gerichtshof im Fall der tödlichen Kuhattacke vom Pinnistal eine Teilschuld von Landwirt und Hundehalterin festgestellt.

Die tödliche Kuhattacke im Stubaier Pinnistal im Jahr 2014 hatte europaweit für Aufsehen gesorgt – genauso wie später der Prozessmarathon, in dem es um die grundsätzliche Frage der Eigenverantwortung auf Wanderwegen ging.

Jetzt gibt es einen prozesstechnischen Schlussstrich!

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat nämlich die rechtliche Beurteilung des Unglücks abgeschlossen, indem er die Berufungsentscheidung des Innsbrucker Oberlandesgerichts bestätigt hat.

Das bedeutet: Für den Unfall sind jeweils zur Hälfte der Landwirt als Tierhalter und das Todesopfer als Hundehalterin verantwortlich.

Das Höchstgericht bestätigte damit nun die bundesweit geltenden Richtlinien.

So sagt das Gericht zum Landwirt, dass dieser um die Gefährlichkeit seiner Mutterkühe wissen musste: „Zu dieser relativen Gefährlichkeit der Tiere kam die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Schädigung im Bereich um Almgebäude und das Gasthaus.“

Laut OGH hätte der Bauer als Tierhalter darauf reagieren müssen, berichtet die TT. So sei das Aufstellen von Zäunen im Bereich ebenen Weidegebiets nicht ungewöhnlich und beeinträchtige auch nicht den Weidebetrieb.

Die Abzäunung entlang der Straße zur Alm sei so eine „zumutbare und nicht gravierende Interessen beeinträchtigende Maßnahme“ gewesen.

Die Hundehalterin ihrerseits habe sowohl die Warnschilder als auch Abstandsregeln ignoriert. „Hundehalter müssen über die damit verbundenen Gefahren Bescheid wissen und sich dementsprechend verhalten“, so der OGH.

Die monetäre Konsequenz des Urteils: Der Ehemann des Opfers und der Sonnen bekommen monatliche Renten in Höhe von 606 bzw. 176 Euro sowie 53.911 Euro bzw. 23.750 Euro Schadenersatz

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (7)

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  • schwarzesschaf

    Na dann liebe Bauern zäunt alles ab und jeder der die alm betritt wird Angezeigt aber dann gehen die sieren besonders bei den hundehaltern los wie in den obstwiesen wenn der bauer sein eigentum schütz und herrchen seinen waldi dort nicht mehr kacken lassen darf

  • jennewein

    ach die obstbauern sollen ruhig sein sie vergiften ja auch die luft die allen gehört,die eigene freiheit höhrt auf woh die freiheit des nächsten anfängt.

  • rota

    Privat Grund: betreten verboten.
    Jede Zuwiderhandlung wird aufgezeichnet und zur Anzeige gebracht.
    So oder ähnlich wird der neue Schilderwald, auch in der freien Natur, aussehen.

  • meinemeinung

    es geht wie immer ,ums liebe Geld, leider.
    Ich als Bauer würde ab heute meinen Grund abschließen, wenn jemand durch Fahren oder gehen will soll bezahlen und ordentlich ,damit meine Versicherung genügend gedeckt ist, mit allem drum und dran. Hundehalter würde ich das betreten strengstens verbieten.
    Dasselbe gilt auch für Skitourengeher und der Gleiche, denn wenn ein Unfall passiert, kommen die auch noch um Geld zu verlangen, weil du sie nicht darauf aufmerksam gemacht hast dass sie sich im meinem Grund verletzen könnten. usw. usw. arme Gesellschaft und Gesetze die heute von Leuten erstellt und durchgesetzt werden, traurig

    • hallihallo

      da gebe ich dir recht. alle wollen sich überall frei bewegen. wenn dann etwas passiert, sind die anderen schuld und noch schlimmer , wollen noch kassieren.
      wenn dann alles abgeriegelt wird, schimpfen dann wieder alle. so kann es nicht weitergehen.

  • yannis

    Typisch, ein Anwalt sagte einmal zutreffend: :Die Gerichte lassen ungern einen Sieger und einen Verlierer aus den Saal gehen.
    In diesen Fall hätte der Anhang der Hundehalterin zu 100% als Verlierer aus dem Saal geschmissen werden sollen.

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