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„Stärker als der Tod“

Im Bozner Dom, wo sonst hunderte Menschen das Fest der Auferstehung feiern, konnten sich wegen der Coronakrise am Sonntag nur eine Handvoll Menschen versammeln, um mit Bischof Ivo Muser den Ostergottesdienst zu feiern. Der Bischof sagte in seiner Predigt, dass Ostern nicht die Ängste und Gefahren der Coronakrise nehmen könne, aber Ostern biete Hoffnung: „Wir sind nicht diejenigen, die uns und unsere Welt retten müssen. Nur Gott kann das tun. Er ist sogar stärker als der Tod.“

„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja. Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Halleluja. Möge die Freude über den Auferstandenen unsere Herzen erfüllen“: Mit diesen Worten eröffnete Bischof Muser die Eucharistiefeier am heutigen Ostersonntag, dem Hochfest der Auferstehung von Jesus Christus.

In seiner Predigt sagt der Bischof: „In diesem Jahr feiern wir Ostern mit dem Alptraum Coronavirus. Ostern verharmlost nicht die Ängste, die Unsicherheiten, die psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen, die diese Pandemie mit sich bringt. Ostern schmälert nicht die Angst vor dem Tod, die uns in in den vergangenen Wochen begleitet hat. Aber Ostern bietet uns eine Hoffnung: Die Kraft Gottes endet nicht mit dem Tod! Wir sind nicht diejenigen, die uns und unsere Welt retten müssen. Nur Gott kann das tun. Er unterstützt uns und übernimmt die letztendliche Verantwortung. ER ist sogar stärker als der Tod.“

Der Bischof erzählte auch von einem persönlichen Erlebnis der vergangenen Wochen: „Besonders berührt hat mich ein Kind, das durch den Coronavirus seinen geliebten Opa verloren hat. Der neunjährige Peter telefonierte mit mir und sagte mit einer Stimme voller Tränen: ‚Warum leben wir, wenn wir doch sterben müssen?‘ Lange habe ich mit Peter telefoniert, sehr lange. Ich finde auf seine Frage nur von Ostern her eine Antwort: Wir leben, um bei Gott ewig zu leben. Lieber Peter, dein Opa ist nicht einfach tot. Weil Jesus auferstanden ist, lebt dein Opa auf der anderen Seite des Lebens; von dort begleitet er dich und dort wartet er auch auf dich! Selbst wenn in unserem Leben manches misslingen und schief gehen mag, selbst wenn ein Leben in dieser Welt beendet wird durch einen heimtückischen Virus, ein letztes Scheitern gibt es nicht. Denn wie Gott das Kreuz seines Sohnes in Auferstehung verwandelt hat, so wird er auch unser Sterben in sein göttliches Leben verwandeln.“

Am Ende seiner Predigt lud der Bischof alle ein, „Christ ist erstanden! Halleluja“ zu singen: „Öffnen wir die inneren und äußeren Fenster und Türen! Verkünden wir uns gegenseitig – und hinein in unsere Beziehungen und in unsere Gesellschaft – die Botschaft von Ostern, indem wir singen.“

 

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