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Wettstreit ästhetischer Konzepte

Martina Bortolotti (Foto: Cristina Alberti)

Das 45. Festival Zeitgenössischer Musik stellt heimisches Komponieren auf den Prüfstand der ästhetischen Aktualität. Vier Südtiroler Komponisten und je einer aus Innsbruck und Trient wurden mit der Komposition zeitgenössischer „Folksongs&Foldances“ beauftragt.

Das von Hubert Stuppner geleitete Festival Zeitgenössischer Musik, das sich seit 1975 vor allem Uraufführungen aktueller Gegenwartsmusik widmet, findet traditionsgemäß wiederum zwischen dem 19. Oktober und dem 13. November im Museion, in Kooperation mit dem Südtiroler Künstlerbund und mit „Windkraft“ als Ensemble in Residence, statt. Weitere Aufführungen finden in Koproduktion mit dem Konservatorium und Musikschule Bruneck statt. Der territoriale Rahmen des „Festivals Zeitgenössicher Musik“ ist grob gesprochen die Euregio-Zone, Tirol, Südtirol und das Trentino. Es registriert die Tendenzen zeitgenössischen postmodernen Komponierens im ideologiefreien Nebeneinander postmoderner kreativer Konzepte und Perspektiven.

In Kooperation mit dem „Südtiroler Künstlerbund“ wurden für heuer vier Südtiroler Komponisten und je einer aus Innsbruck und Trient – alle verschiedenen ästhetischen Richtungen zugehörig -, mit der Komposition zeitgenössischer „Folksongs&Foldances“ beauftragt, die an zwei Abenden, am 19. und am 30. Oktober durch Windkraft und „Virtuosi Italiani“ unter Kasper de Roo und zwei Sängerinnen, Elisabeth Gellner und Martina Bortolotti, zur Aufführung gebracht werden : avantgardistische, moderne, posttonale Kompositionen. Die Verbindung „Folklore & Avantgarde“ gibt Anlass, die alten Aporien und Gegensätze von Kunst und Nichtkunst neu zu überprüfen:  Wie stichhaltig sind noch unsere Kategorien von „High-and-Low“?, die Einflüssen des New Age-Schamanentums auf bäuerliche Traditionen und wie weit treiben es die Avantgardisten in der ungenierten Mixtur folkloristischer und moderner Klänge?

Das diesjährige Festival reflektiert auch sonst die postmoderne unendliche „Leichtigkeit des Seins“. Drei oberitalienische Konservatorien zeigen anhand von 11 Uraufführungen für Kammerorchester am 25. Oktober im Konzertsaal des Konservatorium von Bozen, an welchen Modellen und Vorbildern sich die jungen Nachwuchskomponisten orientieren. Am 23. Oktober zeigt ein Konzert mit dem Duo Mauro Franceschi-Giorgio Bardini, begleitet von einem Elektrischen-Guitarren-Ensemble, Möglichkeiten des Komponierens mit Instrumenten der Pop-Kultur auf.

 Ziel des Festivals ist es, heimisches Komponieren auf den Prüfstand der ästhetischen Aktualität zu stellen und es mit den gültigen Modellen zeitgenössischen Komponieren zu vergleichen. So messen sich die Komponisten der Folksongs&Folkdances –Mathias J. Schmiedhammer, Alexander Kaiser, Manuel de Roo, Hubert Stuppner, Marcello Fera, Felix Resch und Marco Uvietta – mit Berios überzeitlich gültigen „Folksongs“, so lassen Manuela Kerer, Eduard Demetz, Michael F.P. Huber, Luca Sticcotti, Fabio Cifarriello ihre Werke als Äquivalent anderer europäischer Kompositionen  – etwa von Guillaume Connesson, Luis de Pablo, Kaija Saariaho und Natalia Villanueva Garcia – erklingen, und so treten auch Hannes Kerschbaumer, Herbert Grassl, Giuseppe Gammino, Georg Malfertheiner und Eduard Demetz – von unseren besten Schlagzeugern gespielt, zu einem Wettstreit konkurrierender  ästhetischer Konzepte an. 

Als Sonderkonzert steht ein Abend mit dem „Morton Feldman Projektrio“ – Christina Auer, Patrick König, Enrico Pompili, Kataharina Schwärzer sowie Schülerinnen der Flötenklasse Christina Auer der Musikschule Bruneck – im Ragenhaus am 8. November auf dem Programm, ein Multimedia-Konzert, das der entschleunigten Musik von Morton Feldman gewidmet ist

Beginn des Festivals am Samstag, 19. Oktober, 18 Uhr im Museion. Karten an der Abendkassa. Informationen unter www.festivalbz.it

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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