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Über den Wolken

Keine touristischen Rundflüge mit dem Hubschrauber in Bruneck: Das Projekt von Cronair in Puenland ist vom Tisch. Zur Diskussion steht ein Beschlussantrag der Bürgerliste.

von Silke Hinterwaldner

Bereits im September vergangenen Jahres hatten die Gemeinderäte von Bruneck über das Thema diskutiert. Das Unternehmen Cronair hat ein Projekt präsentiert, das bei den Zuhörern wenig Beifall fand. Im Bereich Puenland wollte das Hubschrauber-Unternehmen eine Helikopterbasis errichten.

„Touristische Rundflüge kommen für uns nicht in Frage“, sagt Bürgermeister Roland Griessmair, „deshalb wird es sicherlich keine Neuausweisung diesbezüglich geben.“ Cronair hatte nach der Vorstellung der Idee im Gemeinderat eine Änderung des Bauleitplanes beantragt, diese ist aber nie behandelt worden. Das bedeutet, dass es in Puenland keine Helikopterbasis geben wird.

Trotzdem scheint die Unsicherheit groß. Seit Weihnachten bietet Cronair von einem Landeplatz in Olang aus touristische Rundflüge an. Dies hat bereits Proteste nach sich gezogen: Nicht nur die Umweltgruppe Olang, sondern auch Gemeinderäte und Bürger haben sich darüber verärgert gezeigt, dass die Hubschrauber ihre Runden drehen, um betuchten Gästen ein besonderes Erlebnis zu bieten. Bürgermeister Georg Reden erklärte dazu, dass die Erlaubnis für Rundflüge an Ort und Stelle auf zwei Jahre beschränkt sei. Dann würde die Helikopterbasis nach Bruneck verlegt.

Unter anderem war dies Anlass für einen Beschlussantrag der Brunecker Bürgerliste. Claudia Renzler, Christina Niederkofler Cont und Walter Huber fordern darin die Verwalter auf „von jeglicher Genehmigung zur Errichtung einer Helikopterbasis auf dem Gemeindegebiet von Bruneck strikt abzusehen“.  Außerdem sollte die Flugbehörde Enac ein das Überfliegen des Brunecker Gemeindegebietes für Rundflüge untersagen. Und der Bürgermeister sollte gemeinsam mit den Nachbargemeinden St. Lorenzen, Percha, Pfalzen und Gais versuchen, die Errichtung einer Helikopterbasis zu verhindern. „Den ganzen Tag ohrenbetäubender Lärm“, sagen die Bürgerlistler, das könne niemandem zugemutet werden. Einen Vorgeschmack darauf, wie laut Hubschrauber sein können habe man in den vergangenen Monaten am Schlossberg, in Haidenberg und in Percha bekommen. Der Beschlussantrag der Bürgerliste wird am Mittwoch im Gemeinderat behandelt.

Aber Bürgermeister Griessmair ist wenig begeistert. „Das ist als würde man Wasser in die Rienz gießen“, sagt er. Für die Brunecker Verwalter sei längst klar, dass man keine touristischen Rundflüge haben möchte. Gleichzeitig sei es aber nicht denkbar über einen Beschlussantrag ein grundsätzliches Verbot zu verhängen. In bestehenden Gewerbegebieten könne ein Betrieb seine Tätigkeit anmelden, insofern er sich an alle Auflagen etwa im Akustikplan halte. In Bruneck ist dieser recht streng. Dort müssen sich alle Unternehmen derzeit an Klasse 4 halten. Obwohl der Unternehmerverband darauf drängt die Bestimmungen zu lockern, will man in Bruneck daran festhalten.

„Da eine Helikopterbasis sowohl für die Flugrettung   als auch für Warentransporte zu den Schutzhütten   unbegründet wie auch unnötig erscheint, sind  wohl  die lukrativen Rundflüge offensichtliches Ziel des Betreibers.  Diese können aufgrund des ungesunden und störenden Lärms nicht geduldet werden.“ So steht es im Beschlussantrag der Bürgerliste. Jetzt wird sich zeigen, wo wann und wofür in Bruneck Hubschrauberlandeplätze entstehen sollen.

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