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Problematische Retoursendungen

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Verschiedene Studien haben ergeben, dass im Schnitt fast jeder fünfte Modeartikel im Onlinehandel von den Kunden zurückgeschickt wird. Und jeder Zweite bestellt mehrere Größen mit dem Vorsatz, nicht passende Ware auszumustern.

Für den hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol geben diese Ergebnisse zu denken und fordern zum Handeln auf. „Diese Studien belegen im Grunde nur das, was wir bereits täglich mit bloßem Auge sehen, wenn wir uns innerhalb unserer Orte und Zentren bewegen: unzählige Lieferwägen beherrschen von früh bis abends den Verkehr und prägen somit das Ortsbild“, beschreibt hds-Präsident Philipp Moser die Lage.

Philipp Moser

Für viele Käufer vor allem in der Bekleidungs- und Schuhbranche ist das Zurückschicken von online erworbenen Waren mittlerweile zur Normalität geworden. „Lieferwägen verstopfen unsere Straßen, sorgen für sinnlosen Verkehr und Paketboten stöhnen noch dazu wegen schlechter Arbeitsbedingungen. „Ein Umdenken und ein Einwirken im Konsumverhalten sind dringend notwendig – mit dem Ziel, die Kunden für ein bewussteres Einkaufen zu animieren“, betont Moser.

Das kann nur dadurch erreicht werden, wenn der Kunde auch für einen Teil der Kosten für seine retournierte Ware aufkommt. „Eine Art Umweltbeitrag, den der Händler letztendlich der öffentlichen Hand entrichten muss und die er vom Kunden pro Retoure verlangt“, so der Vorschlag des hds. „Wir werden dieses Thema bei zuständigen Institutionen und Verbänden – auch über unseren gesamtstaatlichen Dachverband Confcommercio – vorbringen, vorantreiben und entsprechend Verbündete suchen. Uns ist bewusst, dass wir das Problem nicht lokal lösen können und es eine länderübergreifende Lösung braucht. Aber es braucht immer jemanden, der den Stein zum Rollen bringt“, zeigt sich der hds-Präsident überzeugt.

Retouren sind übrigens nicht nur aus umweltpolitischen Gründen problematisch, sondern sind auch für Onlinehändler teuer und aufwendig. Zehn Euro Kosten entstehen im Durchschnitt pro zurückgesendeten Artikel – für Sichtung, Prüfung und Qualitätskontrolle der Retoure oder sogar die Müllentsorgung, denn ein nicht unerheblicher Teil der zurückgesendeten Ware wird vernichtet.

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Kommentare (7)

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  • senio65

    Wieso viele Menschen über Internet kaufen ist auch ganz logisch: es geht ums Geld und zudem erhält man hier in Südtirol nicht die geeigneten Grössen.
    Ein Nachbar sagte mir mal, er kauft seine gesamt Bekleidung übers Internet, weil er in seiner Grösse hier in Südtirol einfach nix findet, da müsste er sich extra vom Schneider alles anpassen lassen und dazu hat er nicht das Geld.Ich sehe ja auch wie die Preise sind. Wieso soll ich z.b. eine teure Markenwinterjacke hier um 350€ kaufen wenn ich sie in Deutschland um 220€ erhalte?
    Oder Kinderbekleidung um mehr als die Hälfte günstiger als hier!
    Es sind schon ein paar Betriebe die mittlerweile für den Kunden viel tun, wie Umtausch – Reparaturservice, aber das sind nur wenige.
    Die Leute haben einfach nicht mehr das Geld so locker wie zu Lira-Zeiten, jeder muss schauen wie er weiter kommt.

    • goeggler

      Ich gebe Ihnen hier vollkommen Recht. Wenn man die Preise in unseren Geschäften mit Angeboten aus dem Internet vergleicht grenzt das schon an Betrug.

      Dazu kommt noch die, teilweise, sehr hohe Inkompetenz der Verkäufer sowie die fehlende Kulanz der Geschäfte. Wenn man sich vor dem Einkauf etwas über die Ware informiert weiß man meist viel mehr als der Verkäufer – der einem im Besten Fall noch das Blaue vom Himmel erzählt nur damit er etwas verkaufen kann. Von guter Beratung also KEINE Spur.

      Ich finde es lächerlich von Herrn Moser hier auf die Umweltschiene aufzuspringen – da das Verkehrsproblem, wenn, vom Handel/Wirtschaft insgesamt verursacht wird. Wenn jeder ins Geschäft, wie üblich mit seinem Auto fährt, ist das sicherlich problematischer als der Lieferservice der 100 Leuten den Einkauf vor die Haustür bringt.

      Viel mehr wäre es sinnvoll eine Umweltsteuer auf SUV`s und andere Protzkarren einzufordern.
      Nicht zu vergessen die Verkäufer die für sehr wenig Geld arbeiten müssen.

      • fronz

        …stimmt genau @goeggler.

        • george

          Macht ihr selber doch ordentliche Preisangebote, dann müsst ihr euch nicht über die vielen Bestellungen anderswo aufregen. Jedenfalls mommentn ist besser, dass ihr einmal gründlich eure eigene Preispolitik unter die Lupe nehmt.

          • cif

            Blödsinn George, jedes Kind weis bereits, dass Amazon nur einen Bruchteil an Einkommensteur bezahlt als die hiesigen Geschäfte aber auch seine Angestellten auspresst wie eine Zitrone. Soziales Verhalten predigen und Schurkenbetriebe verteidigen, es wäre manchmal besser,sie würden ihren Blödsinn für sich behalten.

  • goeggler

    @cif

    Auch wenn du das vielleicht nicht weißt aber WWW heißt world wide web und nicht nur Amazon. Ob jemand Steuern bezahlt oder nicht hängt nicht davon ab ob er ein physisches Geschäft hat oder nicht. Südtiroler Unternehmer brauchen sich GANZ sicher nicht als ehrliche Steuerzahler darzustellen – wenn dann sind das die Arbeitnehmer – und dort wird man als „dumm“ eingestuft wenn man bestimmte Steuern bezahlt oder verschiedene Rechnungen nicht „schwarz“ bezahlt.
    Ich bin natürlich auch dafür dass, vor allem, Konzerne wie Amazon überall auf der Welt Steuern bezahlen.
    Daraus auf die niedrigen Preise zu schließen ist nicht richtig. Wenn man Preise vergleicht ist Amazon meist nicht der günstigste – Service und Kulanz wird allerdings selten von anderen übertroffen.

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