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K.o.-Tropfen für 16-Jährige?

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Im Jahre 2011 wurde eine damals 16-jährige Frau nach einem Diskotheken-Besuch von mehreren Männern vergewaltigt. Nun stehen fünf Bauarbeiter aus Apulien deswegen vor Gericht. Einer von ihnen ist mittels DNA-Probe überführt worden.

Von Thomas Vikoler

Sie wachte auf und erinnerte sich zunächst an gar nichts. Erst später kam die Erinnerung (teilweise) zurück und die war ziemlich schrecklich. Die 16-Jährige aus dem Eisacktal war, wie auch die Ärzte im Krankenhaus feststellten, vergewaltigt worden. Von mehreren Männern.

Am Montag fand am Landesgericht eine weitere Verhandlung vor einem Strafsenat unter Vorsitz von Richterin Carla Scheidle (Beisitzer: Michele Paparella und Ivan Perathoner) statt.

Angeklagt sind dort fünf Männer im Alter von (heute) 27 bis 36 Jahren. Alle stammen aus Apulien, alle arbeiteten im Jahre 2011 auf Baustellen im Raum Brixen.

Alle stehen unter Verdacht, in jenem Jahr die 16-Jährige Südtirolerin nach dem Besuch einer Brixner Diskothek vergewaltigt zu haben.

Am Montag sagte im Prozess der letzte Zeuge aus: Ein Gutachter, der die bei den Angeklagten gesammelten DNA-Proben im Auftrag des Gericht analysiert hat, schilderte die Ergebnisse seiner Expertise. Demnach ist die beim Opfer der Vergewaltigung gefundene DNA einem der Angeklagten zweifelsfrei zuordenbar. Bei zwei Angeklagten ist es „wahrscheinlich“, dass die DNA von ihnen stammt, bei zwei weiteren gibt es keinen genetischen Nachweis.

Der Gutachter bestätigt jedenfalls, dass einer der Angeklagten mit Sicherheit an der (Gruppen)Vergewaltigung beteiligt war, bei zwei weiteren ist eine Mitwirkung möglich. Zu den anderen beiden ist, jedenfalls laut Zivilpartei, von einer Beihilfe auszugehen.

Wie kam es dazu, dass die junge Frau in einer Wohnung im Raum Brixen gebracht und dort vergewaltigt wurde?

Einen definitiven Nachweis dafür gibt es bisher nicht – aber aller Voraussicht nach sind ihr in der Diskothek sogenannte K.o.-Tropfen ins Getränk gemischt worden. Dies vermutete u.a. eine Freundin des Opfers, die sich an jenem Abend in der Diskothek aufhielt.

Die 16-Jährige, das ist bezeugt, verließ in einem ziemlich verwirrten Zustand die Diskothek, um dann in einem Auto mit mehreren männlichen Insassen wegzufahren.

Auf die Spur der fünf Angeklagten kam die Polizei aufgrund des Kennzeichens des Fahrzeugs. Danach zitierte sie mehrere Personen zum DNA-Test.

Offenbar wurde die junge Frau in eine Wohnung gebracht und dort von mehreren Männern vergewaltigt.

Das Strafverfahren gegen die Tatverdächtigen ging sehr schleppend voran, erst im Jahre 2014 begann das Hauptverfahren, das nunmehr seit knapp fünf Jahren andauert.

Doch am 30. September soll das Urteil ergehen. Diesen Termin legte der Strafsenat nach der gestrigen Einvernahme des Gutachters als Zeugen fest.

Das Opfer hat sich als Zivilpartei in den Prozess eingelassen.

Im Laufe des Verfahrens soll es auch einen Versuch eines der Angeklagten gegeben haben, eine Zeugin zu beeinflussen.

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