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Steger kritisiert Quote 100

Dieter Steger (Foto: Samantha Zucchi Insidefoto

Die Auswirkungen der Quote 100, die einen Generationenwechsel in der Arbeitswelt bezwecken soll, werden begrenzt sein, erklärt Dieter Steger.

„Die ersten Daten über die Ansuchen zur ‚Quote 100’ und zum ‚Bürgereinkommen’ bestätigen die Grenzen dieser beiden Maßnahmen“: Dies betonte SVP-Senator Dieter Steger am Mittwoch im Plenum.

„Die Auswirkungen der ‚Quote 100’, die einen Generationenwechsel in der Arbeitswelt bezwecken soll, werden begrenzt und somit nicht merklich zu erkennen sein“, erklärt SVP-Senator Dieter Steger. „In der Privatwirtschaft wird für jeweils zehn Pensionierungen ein neuer Arbeitsplatz entstehen: Denn es werden vor allem Angestellte von solchen Unternehmen ansuchen, die sich bereits in Schwierigkeiten befinden – nicht zuletzt auch wegen der wirtschaftlichen Rezession.“

Die öffentliche Verwaltung könne zwar Stellen ausschreiben, aber es werde lange dauern, bis diese dann auch besetzt sind. Der große Personalmangel, der von der Schule bis zur Sanität reicht, bleibe also viele weitere Jahre aufrecht.

Problematisch sei laut Dieter Steger auch, dass nur eines von vier Ansuchen für die ‚Quote 100’ von einer Frau eingereicht werde. „Eigentlich hätte diese Maßnahme auch die von Frauen erbrachten Erziehungs- und Pflegezeiten innerhalb der Familie regeln sollen – tatsächlich verschärft sich aber die Ungleichheit der Geschlechter.“

„Was das ‚Grundeinkommen’ betrifft, sprechen wir uns für Maßnahmen aus, die sich gegen die Armut stellen – ähnlich wie jene in vielen europäischen Ländern“, sagt Dieter Steger. Das italienische ‚Bürgereinkommen’ sei falsch konzipiert, denn es verwechselt und vermischt Armut mit Arbeitssuche. „Es hätte einfach mehr Zeit gebraucht: um die Sozialpartner einzubeziehen, um Armut und Arbeit nicht zu überlagern, um die Arbeitsagenturen zu reformieren, um öffentliche Wettbewerbe für die so genannten „Navigatoren“ auszuschreiben, um wirksame Kontrollen der Empfänger des ‚Bürgereinkommens’ zu ermöglichen.

„Eigentlich müssten wir gegen die Umwandlung des Gesetzesdekretes Nr. 4 stimmen“, erklärt Dieter Steger. „Wir schätzen aber, dass die Regierung eine wichtige Schutzklausel für Südtirol mit aufgenommen hat: Diese ermöglicht es, dass die Südtirolerinnen und Südtiroler, die sich in sozialen und finanziellen Schwierigkeiten befinden, zwischen der Regelung des Staates und jener des Landes wählen können; und wir sind überzeugt davon, dass sich die allermeisten für die vorteilhaftere Landesregelung entscheiden werden. Deshalb werden wir uns der Stimme enthalten.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (5)

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  • checker

    Was unsere Senatoren in Rom so alles daherplappern….schon bemerkenswert. Steger hat sich wohl mit Unterberger abgesprochen, dass sie grundsaetzlich gegen alles sind. Die Aussage des Grundeinkommens ist so ein Stuss, dass vermutlich nicht einmal Steger selber weiss, was er von sich gegeben hat. Das einzige was am Grundeinkommen falsch ist, ist der Name, denn de facto ist es kein Grundeinkommen, sondern Hartz 4 fuer Italien. Diese Programme haben fast alle Laender in Europa, nur Italien hatte keines. Also eruebrigt sich die Frage ob ja oder nein. Klar benoetigt es eine Einarbeitungszeit. Quote 100: Klar ja, wichtig ist ja nur, dass ich frueher in Rente gehen kann, ob es sich dann auszahlt oder nicht, haengt sowieso von den Beitraegen ab. Und Arbeit schaffen die weggehenden Rentner sowieso nicht. Diese kommt allein von der florierenden Wirtschaft.

  • einereiner

    Lieber Dieter,
    wie lange dauert es noch, bis du erkennst, dass Italien nicht zu retten, auch nicht zu reformieren oder gar verbessern ist.
    Wir sollten Italien von unserer Besserwisserei erlösen und es in die Freiheit entlassen. Es ist alt genug, teilweise geimpft und wäre überglücklich, ohne uns die Zukunft zu planen.
    Los von Rom.

  • drago

    Ich weiß nicht, ob Steger diesen Unsinn (vor allem betreffend Quote 100) verzapft hat oder der Journalist bei der Zusammenfassung. Jedenfalls geht das Prinzip der Unterberger-Dame nahtlos weiter: wir sind dagegen. Und das Rezept der SVP-Vertreter wäre: warten und warten und reden und alle miteinbeziehen und dann nochmals warten und reden; die Probleme lösen sich ja von selbst, wenn man nur lange genug wartet bzw. es sind dann nicht mehr unsere Probleme.

  • morgenstern

    …., und in China ist ein Fahrrad umgefallen, Herr Steger.

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