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Die Meisterredner

Hannes Perathoner, Philip Pircher und Sarah Graf (Foto: Südtiroler Jugendring/Peter Grund)

Mit einer gelungenen Performance überzeugten Philipp Pircher, Andreas Weger und Felix Maier beim diesjährigen Südtiroler Jugendredewettbewerb

57 junge Redetalente stellten sich heute einer besonderen Herausforderung: Sie nahmen am Südtiroler Jugendredewettbewerb teil, der am Hauptsitz der Südtiroler Volksbank in der Bozner Schlachthofstraße über die Bühne ging und von der Deutschen Bildungsdirektion gemeinsam mit dem Landesamt für Jugendarbeit und dem Südtiroler Jugendring organisiert wurde. Rhetorisch gewandt, selbstsicher und gesellschaftskritisch präsentierten sich die Jugendlichen und nutzten die Chance, am Rednerpult zu stehen und ihre eigenen Gedanken in den Mittelpunkt zu stellen. Fesselnd und auf den Punkt gebracht vertraten sie ihre Meinung zu verschiedenen Themen aus Gesellschaft, Politik, Kultur und Sport.

Die Direktorin der Pädagogischen Abteilung an der Deutschen Bildungsdirektion Gertrud Verdorferverglich den Redewettbewerb mit einem jährlichen Familientreffen, bei dem immer wieder vertraute und neue Gesichter zu sehen seien. „Der Redewettbewerb ist auch ein Denkwettbewerb, denn hinter den Worten steckt sehr viel geistige Reflexion“, stellte Verdorfer fest. Das Knistern in der Luft sei förmlich zu spüren, wenn die jungen Menschen an die Rednerpulte träten. „Der Wettbewerb ist eine Live-Veranstaltung und daher lebendig und unvorhersehbar“, sagte Verdorfer.

Der Direktor im Amt für Jugendarbeit Klaus Nothdurfter wies auf die bildende Seite des Wettbewerbs hin. Es gäbe viele Stimmen, die meinten, politische Bildung müsste an den Schulen mehr Gewicht bekommen. „Der Jugendredewettbewerb ist gelebte politische Bildung, er zeigt, wie gesellschaftskritisch unsere Jugendlichen sind und wie sie gesellschaftliche Phänomene einordnen“, hob Nothdurfter hervor.

Felix Maier, Philip Pircher und Andreas Weger mit Michael Kaun (Südtiroler Jugendring). Foto: Südtiroler Jugendring/Peter Grund

Michael Kaun vom Südtiroler Jugendring sah jede Menge „professionelle Rednerinnen und Redner, von denen sich viele Berufsredner eine Scheibe abschneiden“ könnten. Er lobte den Mut der Jugendlichen und ermunterte sie, bei jeder Gelegenheit ihre Meinung kundzutun.

Der Vizegeneraldirektor der Volksbank Stefan Schmidhammer vertrat die Volksbank als Gastgeberin des Wettbewerbs und bezeichnete es als „Glück, solch talentierte und couragierte Jugendliche als Gäste im Haus“ zu haben.

Eine Jury aus Schauspielern, Theaterfachleuten, Journalistinnen und Journalisten sowie Mitarbeitenden der Deutschen Bildungsdirektion, des Landesamtes für Jugendarbeit, des Südtiroler Jugendrings und des Forums Prävention bewerteten die jungen Rednerinnen und Redner. Als Sprecher der Jury bemerkte der Schauspieler und Kabarettist Lukas Lobis, dass für ihn „die Zukunft heute ein Gesicht bekommen“ habe und die gezeigten Darbietungen ihn vertrauensvoll in die Zukunft blicken ließen.

Die Jugendlichen konnten sich vorab entscheiden eine klassische Rede oder eine Spontanrede zu halten oder sich der Sprache kreativ widmen –  einem Format, das Platz für freie Vortragsformen wie Kurzkabarett oder musikalische Begleitung bietet, auch mit anderen Personen zusammen.

Die Spitzenplatzieren der einzelnen Kategorien:

Bei den klassischen Reden setzte sich Philip Pircher von der Wirtschaftsfachoberschule „Heinrich Kunter“ in Bozen vor Sarah Graf vom Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in Bozen und Hannes Perathoner vom Realgymnasium und der Technologischen Fachoberschule in Meran (beide mit der gleichen Punktezahl) durch.

Bei der Spontanrede hingegen glänzte Andreas Weger vom Realgymnasium und der Technologischen Fachoberschule in Meran. Zweite wurde Nora Gostner von der Fachoberschule für Wirtschaft, Grafik und Kommunikation „Julius und Gilbert Durst“ in Brixen. Den dritten Platz sicherte sich Felix Maier vom Klassischen, Sprachen- und Kunstgymnasium „Walther von der Vogelweide“ in Bozen.

Besondere Spannung versprach auch die Kategorie „Sprache kreativ“. Felix Maier vom Klassischen, Sprachen- und Kunstgymnasium „Walther von der Vogelweide“ in Bozen siegte schließlich in dieser Kategorie vor Lena Simonetti, ebenfalls vom Klassischen, Sprachen- und Kunstgymnasium „Walther von der Vogelweide“ in Bozen. Als Dritte konnte Valentina Gander vom Sozialwissenschaftlichen, Klassischen, Sprachen- und Kunstgymnasium Meran überzeugen.

Die Gewinner erhielten einen Preis von 300 Euro, die Zweitplatzierten erhielten 200 Euro, die Drittplatzierten 100 Euro. Die drei besten Redetalente Philip Pircher, Andreas Weger und Felix Maier dürfen Südtirol zudem beim 67. Österreichischen Bundes-Jugendredewettbewerb vom 25. bis 29. Mai in Wien vertreten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (4)

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  • kleinlaut

    Es bleibt nur zu hoffen, dass es sich dabei um nicht solche „Meisterredner“ handelt wie damals den Ploner aus Lajen der vor Jahren ganze Vereinssäle mit „Minderbemittelten“ gefüllt hat um seinen Reden zu „lauschen“ um dann, wie die Affen, Beifall zu klatschen….

    • drago

      Die „Meisterredner“, die ganze Vereinssäle füllen und sich beklatschen lassen, sind inzwischen alle in der Politik.

      • kleinlaut

        Der war Spitze! Vielleicht können sich die Jüngeren unter euch nicht erinnern, aber das war damals ein richtiger schildbürger Streich vom Meisterredner Ploner, der sogar soweit ausartete, dass ihm die hohe Politik ( Magnago oder schon Durnwalder ? ) eine Auszeichnung für besondere Leistung verliehen hat…die Trottel.

  • kleinlaut

    Mit „Trottel“ meinte ich natürlich nicht den Durnwalder oder Magnago, sondern die sogenannten „Experten“ die diesen Schwindel damals nicht durchschaut haben…

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