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Glückliches Schwein

(Photo by Jez Timms on Unsplash)

Ein Forscherteam der Freien Universität Bozen und der Universität Göttingen hat in einer vielbeachteten Untersuchung aufgezeigt, wie Menschen Fotos von einem Schwein in unterschiedlichen Ställen wahrnehmen. 

Fotos spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, wie die Tierhaltung von der Bevölkerung wahrgenommen wird. Das belegt nun auch eine Studie der Universitäten Bozen und Göttingen, in der rund 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher aus Deutschland Bilder eines glücklich oder eines traurig aussehenden Schweins jeweils in einem Stall mit Stroheinstreu oder Spaltenboden bewerteten.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Art des Stalls den stärksten Einfluss auf die Einschätzung des Tieres hat. „Die Haltung von Schweinen in heute üblichen Ställen, in denen die Tiere auf einem Betonboden mit Spalten zum Abfließen der Gülle leben, wird als sehr problematisch wahrgenommen“, sagt der leitende Autor Prof. Dr. Achim Spiller vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen. „Der Strohstall wird im Vergleich als deutlich natürlicher und tiergerechter bewertet. Daran ändert auch der traurige oder fröhliche Ausdruck des im Stall stehenden Schweins nichts.“

Bei der Bewertung des Wohlbefindens des Schweins zeigt sich, dass dasselbe Schwein auf Stroh als zufriedener, gesünder und glücklicher bewertet wird als auf einem Foto mit Spaltenboden.

Gesa Busch (Photo by Jez Timms on Unsplash)

Die Ergebnisse helfen zu verstehen, wie die Öffentlichkeit Tierhaltungssysteme bewertet. „Ein von den meisten Menschen negativ bewertetes Haltungssystem wie der Spaltenboden wird selbst dann nicht besser wahrgenommen, wenn auf den Bildern glücklich aussehende Tiere abgebildet sind. Ein positiv wahrgenommener Stall, wie ein Stall mit Stroheinstreu, wird entsprechend nicht schlechter bewertet, wenn das Tier darin traurig aussieht“ erklärt Gesa Busch von der Freien Universität Bozen.

Die Studie wurde ermöglicht durch die Förderung des Projektes „Social Lab – Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft” durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Von der Freien Universität Bozen, Fakultät für Naturwissenschaften und Technik war Dr. Gesa Busch an der Studie beteiligt. An der unibz läuft derzeit ein weiteres Projekt, in dem für den Bereich der Rinderproduktion die Einschätzung der Südtiroler Verbraucher zu Tierwohl und Fleischproduktion gefragt wird. Sie ist online über den Link https://ww2.unipark.de/uc/Rind/ abrufbar.

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (3)

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  • ahaa

    Ein Forscherteam ?
    Es gibt nur Lebewesen.
    Nur weil ihr sie nicht versteht, heisst das nicht, das sie nichts verstehen.
    Das ist die Dummheit manche Menschen die sie mit sich tragen!

  • george

    Wozu braucht es hierzu ein Forscherteam um das festzustellen? Jeder Altbauer, der von Schweinen etwas versteht und soche gehalten hat, könnte das ihnen auf Anhieb besser bezeugen, dass verschiedene Arten von Ställen immer auf das gleiche Schwein bezogen verschiedene Eindrücke erzeugt. Das ist beim Menschen wohl nicht anders und es hängt auch immer vom Abdruck, den man tätigt, ab. Fotoabdrücke sind ohnehin nur ein Augenblickseindruck.

    • gestiefelterkater

      Ach was sie da sagen ist doch völlig unwissenschaftlich. Ein Altbauer ist doch im höchsten Masse befangen und kann gar keine neutrale Aussage zum Thema Schweinehaltung haben.
      Da braucht es schon mindesten einen Hochschulabschluss an irgendeiner elitären Fakultät, um hier mitreden zu können. Da ist man doch zu tiefst beeindruckt was an der Freien Uni Bz doch alles erforscht und herausgefunden wird. Da anscheinend Geld im Überfluss vorhanden, dass man es den Schweinen zum Fraß vorwerfen könnte, sollte im Land der besten und einzigartigen Speckseiten eine eigene Forschungsrichtung mit Doktoratsabschluss für artgerechte Schweinsmassage geben um so einen zarteren dem Mund und Magen schmeichelnden Speck zu kreieren.
      Ja, die wirklichen, die großen Probleme und Rätsel der Menschheit werden an der Freien Uni Bz gelöst.

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