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Der Overtourism

Riccardo Dello Sbarba, Brigitte Foppa und Hans Peter Staffler (Foto: Karl Oberleiter)

Nach dem Ruf der jungen Menschen nach echtem Klimaschutz zeigt sich laut den Grünen die Notwendigkeit eines nachhaltigen, authentischen und umweltverträglichen Tourismus.

Die Klima-Kundgebung von 3000 Schülerinnen und Schülern in Bozen war – laut den Grünen – eine nachdrückliche Aufforderung zum Umsteuern auch in der Klima-Politik Südtirols. Ein starker Treiber der Klimaveränderung im Alpenraum sei der Tourismus, der vor allem durch Verkehr und Energieverbrauch die in anderen Bereichen vorteilhafte CO2–Bilanz des Landes drückt.

Gerade am Tag nach dem starken SchülerInnen-Signal habe das ASTAT das vorläufige Endergebnis des Tourismusjahrs 2018 mit Winterausblick vorgelegt: Mit 33 Mio. Nächtigungen und 7,5 Mio. Ankünften wurde ein weiterer Rekord eingestellt und der Wert von 2008 um rund 5 Mio. getoppt.

Für die Grünen sind dies alarmierende Zahlen.

Die grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Hans Peter Staffel und Riccardo Dello Sbarba schreiben in einer Aussendung am Montag:

Seit 2009 haben sich Stimmung und Erfahrung radikal gewandelt: Der damalige Krisenpuffer Tourismus steht heute vor der Frage, ob weiteres Wachstum ökologisch (in Sachen Verkehr und Flächenverbrauch), sozial (Anstieg der Grundpreise und des Niveaus insgesamt) und volkswirtschaftlich (Überkapazitäten, Blasenbildung) noch verträglich ist.

Darauf geben die Branche wie die Landespolitik nur hinhaltende Antworten: ,Ja, an einigen Punkten sei die Grenze erreicht, aber insgesamt sei man von Overtourism noch weit entfernt‘. Trotz solcher Beschwichtigungen. Die Entwicklung hält vielfach längst im Roten Bereich, den Südtirol mit der höchsten Bettendichte pro qkm im Alpenraum und der höchsten Tourismusintensität längst erreicht hat.

Für die Mahnung der Schülerinnen und Schüler, die am vergangenen Freitag lautstark erhoben wurde, scheinen sich die Branche und der HGV wie die Landespolitik zu verschließen. Dennoch müssen sie sich die Frage gefallen lassen, wohin die Reise geht, wie viel Tourismus noch verträglich ist.

Nach dem Ruf der jungen Menschen nach echtem Klimaschutz zeigt sich die Notwendigkeit eines nachhaltigen, authentischen und umweltverträglichen Tourismus mit allem Nachdruck. Der Tourismusrekord gefährdet Südtirols behaupteten Rekord in Sachen Lebens- und Umweltqualität.“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (1)

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  • checker

    Es benötigt dringend Alternativen zum Tourismus, denn nicht alle sind Hotelbesitzer. Das Südtiroler BIP wird zu 25% von der Industrie erwirtschaftet und ist Arbeitgeber für sehr viele Südtiroler. Wenn wir es nicht schaffen High-Tech Arbeitsplätze nach Südtirol zu bekommen, bzw. aufzubauen, werden wir mit der Realität konfrontiert sein, dass noch mehr gut Ausgebildete wegziehen (Südtirol hat italienweit die höchste Abwanderungsquote von jungen gut ausgebildeten). Dies hat dann zur Folge, dass wir eine Art „Venedig“ schaffen, wo nur mehr wenige Einheimische wirklich dort residieren, die Lebenshaltungskosten horrend sind und man am Ende eine Art „Alpenmuseum“ wird.

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