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Der Lebensretter

Dramatische Minuten in der Nacht auf letzten Sonntag bei der Disco Nachtigall in Klausen: Wie Peter Rungger eine junge Frau aus dem Eisack fischte und ihr damit das Leben rettete.

von Erna Egger

Dieses Mal gibt es Positives von unseren Taten zu berichten. Ansonsten geraten wir immer bei negativen Vorkommnissen in die Schlagzeilen“, unterstreicht Marco Buraschi, Geschäftsführer der Sicherheitsfirma STS.

Bei der erfreulichen Nachricht handelt es sich um eine Lebensrettung in der Nacht von Samstag auf Sonntag durch einen Mitarbeiter der STS-Security.

Aber von Anfang an: Am Samstagabend fanden sich wieder Tausende Festbesucher beim Gassltörggelen in Klausen ein. Um Mitternacht wurde das Festende eingeläutet, die Übriggebliebenen feierten in der Disco Nachtigall weiter.

Der Tourismusverein, Organisator des Festes, hatte 12 Männer der STS-Security engagiert, um Ausschreitungen und Vandalenakte zu verhindern.

Peter Rungger aus Kastelruth ist einer dieser Männer. Nach dem Gassltörggelen war er bei der Disco Nachtigall im Dienst. Das Lokal war brechend voll, auch vor der Tür herrschte Gedränge. Die Security-Männer hatten viel zu tun.

Während dieses Getümmels kam es zum Geschehen, das ein schlimmes Ende hätte nehmen können: Zwischen Mitternacht und 1.00 Uhr morgens begab sich eine junge Frau zum Eisack, der bei der Disco in unmittelbarer Nähe vorbeifließt. Sie durchwatete das Wasser und erreichte schließlich einen Stein mitten im Fluss, der rund 15 Meter vom Ufer entfernt liegt. Dort verweilte sie. Der Wasserpegel war zu diesem Zeitpunkt nicht recht hoch. Andere Festbesucher auf der Promenade bemerkten die auf dem Stein sitzende junge Frau, sie machten Peter Rungger und seinen Kollegen darauf aufmerksam. „Vielleicht war auch Alkohol im Spiel“, mutmaßt Rungger. Er verständigte die Notrufzentrale. Der Frau rief er vom Ufer aus zu, sie solle auf dem Felsblock sitzen bleiben, bis die Feuerwehr eintrifft und sie aus dem Wasser holt. Der STS-Mann kehrte wieder zur Disco Nachtigall zurück, sein Kollege blieb am Ufer und hielt die Frau unter Beobachtung.

Plötzlich herrschte auf der Promenade helle Aufregung: Die Situation hatte sich zugespitzt. Die junge Frau war vom Stein gerutscht und befand sich mitten im Wasser. Verzweifelt versuchte sie sich am Felsen festzuhalten.

„Die Rettungskräfte waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor Ort“, erzählt Rungger.

Als die Frau plötzlich untertauchte, sah der Security-Mann dringenden Handlungsbedarf: Er streifte sich kurz entschlossen seinen Pullover ab und ging selbst ins Wasser. „Was hätte ich sonst tun sollen? Die Situation war effektiv dramatisch: Die Frau war in Panik geraten, man sah, dass ihr die Kräfte ausgingen“, erinnert sich der Mitarbeiter der Sicherheitsfirma.

In Ufernähe reichte das Wasser dem Mann nur bis zu den Knien, mitten im Fluss jedoch bis zur Brust. Die junge Frau schaffte es nicht, in der Strömung einen Halt zu finden.

Sie war bereits zweimal vollständig untergetaucht, als Rungger sie schließlich am Arm erwischen und festhalten konnte. „Ich habe sie dann bis zum Ufer gebracht. Da ich kräftig gebaut bin, war dies kein Problem“, schildert Rungger.

Die Rettungsaktion wurde von der Promenade aus von vielen Zuschauern mitverfolgt. Runggers Hilfsaktion wurde mit großem Applaus honoriert.

Kurze Zeit später trafen die Rettungskräfte ein. Die Feuerwehr Klausen wurde gegen 1.00 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen der Wehrmänner stand die junge Frau bereits am Ufer. Sie wurde gerade von Mitgliedern des Weißen Kreuzes erstversorgt. Die junge Frau wurde mit leichten Unterkühlungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Rungger hingegen, dessen Schuhe und Hosen vollkommen durchnässt waren, ging zurück zur Arbeit bei der Disco Nachtigall, wo er erst um 3.00 Uhr morgens seinen Dienst beendete.

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