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Knietief in der Gülle

Die am Montag in Taufers im Münstertal beschlagnahmten Kühe wurden versteigert. Indes zeigen Fotos, wie schlimm es in dem Viehstall ausgesehen hat.

von Karin Gamper

42 Kühe, die zentimeterhoch in Mist und Gülle stehen, teilweise abgemagert und in einem eher verwahrlosten Gesamtzustand: Das Bild, das sich am vergangenen Freitag den Amtstierärzten in einem Stall in der Gemeinde Taufers im Münstertal bot, war alles andere als schön. Auf Fotos, die der TAGESZEITUNG vorliegen, sind Kühe zu sehen, die fast knietief in der Gülle stehen.

Ein verendetes Kalb und zwei eingegangene Kühe waren von den Amtstierärzten bereits vorher entsorgt worden. Das restliche Vieh wurde beschlagnahmt und übers Wochenende im Stall belassen.

Am Montag wurden die Tiere aus dem mittlerweile vom Bauern gereinigten Stall weggebracht. Ebenfalls beschlagnahmt wurden neun weitere Kühe des Bauern, die sich in gutem Zustand auf einer Alm befanden. Die Tiere wurden am Dienstag in St. Lorenzen im Pustertal versteigert.

Nach dem Fall in Wiesen vom Mai dieses Jahres ist dies heuer bereits das zweite Mal, dass ein Viehstall geräumt wird. Damals waren zahlreiche Kühe verendet.

„So schlimm wie in Wiesen war es in Taufers auch dank unserer laufenden Kontrolltätigkeit glücklicherweise nicht“, sagt dazu Amtstierarzt Maurizio Giusti, „aber der Zustand der Tiere war teilweise besorgniserregend“.

So sehr, dass die zuständigen Ämter sofort gehandelt haben und die Kühe bereits zwangsversteigert wurden. „Die nächste Versteigerung wäre erst in einer Woche gewesen und bis dahin konnten wir nicht mehr warten“, so Giusti. 

Der betroffene Bauer, der bereits im vergangenen Jahr einmal verwarnt worden war, muss nun mit einer Anzeige rechnen und darf ein Jahr lang keine Tiere mehr halten.

„Nach der ersten Verwarnung ist eine vorübergehende Besserung der Situation eingetreten und wir hofften, dass es so bleiben würde“, so Giusti.

Bei der neuerlichen Kontrolle am vergangenen Freitag sei der Stall jedoch wieder in einem desolaten Zustand vorgefunden worden. „Daher mussten wir handeln“, so Giusti.  

Laut Amtstierarzt Franz Hintner sei der Bauer generell nicht ungeschickt und kenne sich mit landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften gut aus. Mit der Tierhaltung sei er jedoch ganz offensichtlich überfordert gewesen.

Der Tauferer Bauer selbst zeigt sich laut den Amtstierärzten nicht einsichtig.

Er fühlt sich ungerecht behandelt und hat angekündigt, sich auf dem Justizweg gegen die Beschlagnahmung seines Viehs zu wehren.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (12)

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  • goggile

    darf der Bauer von wiesen noch Vieh halten ja oder nein? haltet er zur zeit welches? wurde oder wird wegen tiermisshandlung ermittelt wie laut gesetz vorgesehen? bei Tierquälerei wurden saftige strafen erhängt! oder ist wichtiger bei schönstem wetter den ganzen tag die mebo nach geschindigkeitsuebertretungen zu fanden wo gerade strasse und nur 90kmh?
    wichtiger als in fussgängerübergängen?
    nach vigeltunnel von norden kommend Richtung bozen sued bei der Umfahrung genau bei der einfahrt twenty, sind auf der einspur haarsträubende ueberholmanö er und andere Verkehrsdelikte zu beanstanden. ist es wichtiger auf gerader zu kontrollieren anstatt auf eisackuferstrasse mal eine kammera aufzustellen was sich so motoradfahrer und autoraudies alles erlauben? alle wissen von der Speed box auf eisackuferstrasse dort in diesen wenigen metern wird diszipliniert abgebremst, aber was sich davor und danach abspielt gleicht einem Wahnsinn. man sieht dass die Verschärfung der regeln nichts bringt. Autofahrer werden von jahr zu jahr undisziplinierter und aggressiver. menschen sind keine maschienen sondern Lebewesen. ändert was!

  • pingoballino1955

    Der Bauer,der solche Zustände im Stall zulässt,dem sollte man die Tierhaltung auf Lebzeiten VERBIETEN!!! Übrigens GOGGILE:Tiere sind auch Lebewesen!

  • huwe

    Was Tierhalter (Viehbauern) anbelangt, wäre es notwendig des öffteren kontrollen durchzuführen.
    Viehbauern die mit Tiere so um gehen wie im diesen Artikel beschrieben wird, sollten NIE mehr Tiere halten dürfen, nicht mal eine Katze
    @goggile
    Was hat das eine mit den anderen zu tun?

  • prof

    Beim schreiben von Kommentaren muss goggile wohl auch in der Gülle oder Scheisse stehen,sonst wäre alles verständlicher.

  • morgenstern

    Stall für immer schließen und Beiträge zurückverlangen, dann wird der nächste „Einzelfall“ auf sich warten lassen.

  • yannis

    ähnliches habe ich schon in den 60iger Jahren auf auf einer Alm im Ultental gesehen, da stand das Vieh auch rund 30 Zentmeter tief im vom Schneeschmelzwasser aufgeweichten Mist des vorherigen Sommers
    Man hat sich offensichtlich keine Mühe gemacht dies zu beheben, was recht einfach gewesen wäre indem man zumindest ein Loch Talseitig in der Stallmauer geschlagen hätte und der Dreck dann wenigstens den Berg hinabfließen konnte.
    Es war wohl so dass durch den reichlich beim Almauftrieb geflossenen „Kranewitter“ die Wahrnehmung der Bauern und Almpächter diese Fockerei ausblendete.

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