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„Chance ist da“

Heinz Gutweniger: Olympia bald in Südtirol?

Nach dem Aus für die Dreierbewerbung Mailand-Turin-Cortina für die Olympischen Winterspiele 2026 könnten sich nun Mailand und Cortina gemeinsam mit Südtiroler Beteiligung bewerben. CONI-Chef Heinz Gutweniger über eine mögliche Bewerbung.

Tageszeitung: Herr Gutweniger, die Regierung hat die Dreier Bewerbung Mailand-Turin-Cortina für die Olympischen Winterspiele 2026 nicht unterstützt. Sind Sie überrascht?

Heinz Gutweniger: Nein, eigentlich nicht. Die Divergenzen zwischen den Städten waren einfach zu groß. Die Bürgermeisterin von Turin ist ja am Ende mit ihrer Bewerbung alleine gestanden. Alle anderen waren dagegen. Unter diesen Voraussetzungen wäre eine Kandidatur nicht möglich gewesen.

Nun bastelt CONI an einer Zweier-Bewerbung Mailand-Cortina geben. Dabei würden auch in Südtirol Wettkämpfe stattfinden. Welche wären das?

Bei einer Zweier-Bewerbung war ja schon immer klar, dass Südtirol einbezogen wird wenn Turin wegfällt, da in Antholz 2020 die Biathlon-WM stattfindet. Damit hätte man die angemessene Struktur für Olympia. Die Landesregierung und Landeshauptmann Arno Kompatscher haben ebenfalls ihr OK für eine Partnerschaft mit Cortina abgegeben. Die Biathlon-WM wäre also eine Art Generalprobe. Es ist auch möglich, dass in Bozen Eishockey-Spiele stattfinden – vorausgesetzt Mailand erweitert seine Eishalle nicht.

Glauben Sie, die Zweier-Bewerbung hat Chancen, als Austragungsort gewählt zu werden?

Ja, allerdings liegt die Entscheidung jetzt beim olympischen Komitee. Der größte Knackpunkt ist die Distanz zwischen den Austragungsorten, die bei 500 Kilometern liegt. Allerdings bewirbt sich keine andere europäische Stadt für die Winterspiele. Auch der Türkei werden aus völkerrechtlichen Gründen wenige Chancen zugerechnet. Somit bleibt nur noch Calgary übrig.

Das IOC möchte zurück zu den Wurzeln und die olympischen Winterspiele in einem klassischen Wintersportort stattfinden lassen. Spricht das für Mailand-Cortina?

Ja das wäre sicherlich ideal. Deshalb sind die Chancen – sofern das IOC einverstanden ist – sicherlich nicht schlecht. Beispielsweise werden die afrikanischen Länder dem Vorschlag des IOC folgen.

Wie geht es nun weiter?

Eigentlich hätte Giovanni Malagò ja am Dienstag schon nach Lausanne fahren sollen, um den Vorschlag zu deponieren. Das Treffen musste aber verschoben werden. Am Mittwoch gibt es aber ein Sitzung in Rimini, wo wir Details erfahren sollen. Es wird aber zuerst nur über die Annahme der Kandidatur entschieden. Ob es überhaupt zur Zweier-Bewerbung kommt steht also noch offen. Von politischer Seite wurde der Vorschlag jedenfalls angenommen.

Wie viel wird eine Bewerbung für Südtirol kosten?

Theoretisch muss Südtirol keine Kosten tragen, da wir nicht als Austragungsort fungieren, aber die Kandidatur wird 15 bis 20 Millionen Euro kosten. Südtirol wird sicherlich mitzahlen, da einige Wettbewerbe hier stattfinden könnten. Aber ich glaube, vielen ist das nur Recht, weil wir so für sechs Jahre in aller Munde sind.

Interview: Markus Rufin

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (4)

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  • goggile

    Diese cance darf man sic nict entgeen lassen. Mal scauen ob unsre oberste schlafpille wenigstens zum walkampf hin die augen oeffnet.

    • wollpertinger

      Wenn man schon für solchen Unsinn eine Menge Geld zum Fenster hinausschmeißen will, dann sollte man mindestens die Bevölkerung mitreden lassen. Sie muss ja mit ihren Steuergeldern das Ganze finanzieren.

  • ahaa

    Wer brauch das?Ich nicht.Die Chancen Steuergelder an die Gastwirte ect. zu verschieben.mehr nicht.Kommt mir nicht mit „Unseren Leuten Arbeitgeber“.Fùr das sind mir zuviele Gastarbeiter.Meine Meinung.Wenn ihr es versàumt bei Sportewens die Weltweit gezeigt werden fùr uns Werbung zu machen,tut es mir Leid.Sanitàtsbetriebe die nicht mal die Einheimischen versorgen kònnen usw.aber von Olympia sprechen.

  • beobachter

    vergesst das vorhaben. ausser spesen nix gewesen. war bis jetzt immer so. Turin. Sotschi, Athen, Rio.
    Den Defizit darf dann der Südtiroler Bürger zahlen, nur weil sich irgend ein Funktioär ein Denkmal setzen will

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