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Wo ist Andreas?

Andreas Pöder ist ein ärgerliches Missgeschick wiederfahren: Er hat die Behandlung seines eigenen Impffreiheit-Antrags „verschlafen“.

Von Matthias Kofler

Wer Andreas Pöder kennt, der weiß: Der agile und rhetorisch schlagkräftige Frontmann der BürgerUnion nutzt jede Bühne, die sich ihm bietet – gerade jetzt, wo die Landtagswahlen anstehen.

Umso ärgerlicher ist das Missgeschick, das Pöder am Dienstag im Regionalrat unterlaufen ist. Der Abgeordnete hatte eigens zwei Dutzend Impfgegner aus dem Trentino nach Bozen „gekarrt“, damit diese hautnah die Behandlung eines wichtigen Antrags miterleben konnten. In einem Tagesordnungspunkt zum Haushalt forderte Pöder nämlich, dass der Zugang von nicht-geimpften Kindern zu den Schulen jederzeit gewährleistet werden müsse.

„Der Regionalrat ist der Ansicht, dass alle Kinder der Region Trentino-Südtirol die Schule und die Kinderbetreuungsstätten besuchen dürfen, damit allen auf dem Gebiet lebenden Kindern die gleichen Rechte und Möglichkeiten eingeräumt werden“, heißt es im Antrag der BürgerUnion.

Blöd nur: Als Regionalratspräsident Thomas Widmann die Behandlung des Antrags eröffnete, saßen zwar alle Trentiner Impfgegner auf der Zuschauerbühne. Doch ausgerechnet vom Einbringer selbst fehlte jede Spur. Pöder hätten zehn Minuten zur Erläuterung seines Antrags zugestanden. Doch weil der Einbringer mit Abwesenheit glänzte und sich auch sonst niemand zu Wort melden wollte, gab Thomas Widmann gemäß der Geschäftsordnung des Regionalrats die Abstimmung frei.

Der SVP-Politiker zeigte sich großzügig und ließ die elektronische Abstimmung extra etwas länger offen, damit der Einbringer die Möglichkeit bekommt, zumindest noch sein Votum abzugeben. Doch Pöder erschien nicht. Landeshauptmann Arno Kompatscher gab dem Präsidenten ein Zeichen, die Abstimmung doch bitte zu schließen, da die Beschlussfähigkeit gegeben war. Vier Abgeordnete meinten es gut mit Pöder und stimmten für seinen Antrag, 20 dagegen und 15 enthielten sich. Damit war der Antrag versenkt.

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