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„Gut aufgestellt“

Von links: Cristian Kollmann, Stefan Lunger, Andreas Tutzer, Hubertus Eyrl, Peter Brachetti.

Die Süd-Tiroler Freiheit hat am Samstag die Landtagskandidaten aus Bozen Stadt und Land vorgestellt. 

Identität, kulturelles Erbe, Gesundheit, Zuwanderung, Sicherheit, Selbstverwaltung: Dies sind die wichtigsten Themen, auf die die Süd-Tiroler Freiheit im Bezirk Bozen Stadt und Land für die Landtagswahl setzt. Die Vorstellung der Kandidaten fand am Samstag auf einer Pressekonferenz in Bozen statt.

Die Anzahl der Kandidaten beläuft sich auf sechs. Drei von ihnen kommen aus Bozen, drei weitere jeweils aus Steinegg, Terlan und Mölten. Bis auf eine Ausnahme (Cristian Kollmann) ist es für alle Kandidaten die erste Landtagskandidatur. Die Alterspanne liegt zwischen 21 und 47 Jahren und das Durchschnittsalter bei 36.

Nachstehend die Daten zu den Kandidaten im Einzelnen:

  • Cristian Kollmann, 47, Sprachwissenschaftler, Bozen.
  • Peter Brachetti, 39, Diplom-Physiotherapeut, Bozen.
  • Andreas Tutzer, 40, Orthopäde und Unfallchirurg, Bozen.
  • Stefan Lunger, 36, Briefträger, Steinegg.
  • Baron Hubertus Eyrl, 30, Hotelfachmann, Terlan.
  • Wolfram Arer, 21, Rezeptionist, Mölten.

Bei der Landtagswahl 2013 im Bezirk Salten-Schlern erhielt die Süd-Tiroler Freiheit 1.821 Stimmen, in Prozent ausgedrückt 6,1. Auf Landesebene waren es 20.743 Stimmen bzw. 7,2 Prozent. Speziell auf die Stadt Bozen entfielen 921 Stimmen, was in Prozent 2,0 ausmachte.

Die Süd-Tiroler Freiheit ist sehr zuversichtlich, dass sie das Ergebnis von 2013 im Bezirk Bozen Stadt und Land deutlich verbessern kann. Entsprechend groß ist auch die Motivation der Kandidaten.

Der Bezirkssprecher Cristian Kollmann erklärt: „Ich finde, dass es uns gelungen ist, in den letzten Jahren zu jenen Themen, die vornehmlich Bozen betreffen, immer wieder unsere Positionen deutlich darzulegen, so dass wir dementsprechend von der Bevölkerung wahrgenommen wurden. Wir waren und sind diejenigen, die unentwegt zur Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht und des ethnischen Proporzes sowie zu einer objektiven Aufarbeitung des Faschismus, der bis heute in die Gegenwart hereinstrahlt, gemahnt haben. Wir waren und sind es, die – besonders in Bozen – das Recht der deutschen Kinder auf deutsche Kindergärten einfordern. Wir waren es, die in den letzten Jahren mit Aufsehen erregenden Aktionen unsere Anliegen unter die Bevölkerung gebracht haben. Es sei an die Verleihung des Goldenen Benito an den Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi für seine ‚Verdienste um eine positive faschistische Erinnerungskultur ‘ erinnert. Auch unsere Plakataktion, mit der wir den Vorrang für deutsche Kinder an deutschen Kindergärten forderten, sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Und genau das wollten wir bewirken.“

Für den Kandidaten Cristian Kollmann ist die Abschaffung der faschistischen Ortsnamendekrete das vordergründigste Anliegen. Für die vermehrte Förderung des deutschen Vereinswesens möchte sich vor allem Peter Brachetti, der Mitglied der Schützenkompanie Bozen ist, einsetzen. Baron Hubertus Eyrl, Vorstandsmitglied des Südtiroler Burgeninstituts, liegt u. a. die Pflege des architektonischen Erbes Tirols am Herzen. Wolfram Arer, der jüngste Kandidat sogar landesweit auf der Liste der Süd-Tiroler Freiheit, will sich einer gezielteren Förderung der Kulturschaffenden in Südtirol, vorzugsweise der jungen, verschreiben.

Weitere Themen, zu denen sich die Süd-Tiroler Freiheit im Bezirk Bozen Stadt und Land positionieren will, sind, so wörtlich, „jene Themen, die sehr vielen Südtirolern unter den Nägeln brennen, nicht nur den Patrioten“. So fordert die Bewegung eine grundlegende Erneuerung des Gesundheitswesens. Mit Andreas Tutzer, der als Arzt am Landeskrankenhaus Bozen arbeitet, hat die Bezirksgruppe einen Fachmann auf der Liste. In Sachen Zuwanderung und Sicherheit fordert die Süd-Tiroler Freiheit im Bezirk, so wie auf Landesebene, eine strenge Kontrolle der Zuwanderung und die Abschiebung von straffällig gewordenen Ausländern. Stark macht sich die Bewegung auch für eine funktionierende Postzustellung. Diese kann, so der Kandidat Stefan Lunger, der als Briefträger den Betrieb von innen kennt, nur gelingen, wenn das Postwesen gänzlich von Südtirol selbst verwaltet wird.

Insgesamt sieht die Süd-Tiroler Freiheit den Bezirk Bozen Stadt und Land gut aufgestellt. Zwar findet sich auf der Liste keine Frau, aber, so der Bezirkssprecher Cristian Kollmann: „Dies tut der Qualität unserer Liste keinen Abbruch. Qualifikation hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Gute und ambitionierte Frauen hat unsere Liste dafür um so mehr in den anderen Bezirken zu bieten – und selbstverständlich hier wie dort auch gute und ambitionierte Männer. Doch für die Wahl sollte das Geschlecht der Kandidaten eigentlich nicht entscheidend sein: der Mensch zählt!“

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