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Heiße Adunata

Beim Alpini-Wochenende in Trient hatten auch die vielen Sex-Dienstleisterinnen alle Hände voll zu tun. Doch es gab auch Exzesse und Kritik.

von Artur Oberhofer

Es genügte ein Blick in den schlüpfrigen Teil des Kleinanzeigers in den verschiedenen Lokalzeitungen. Ab 1. Mai nahm die Zahl der einschlägigen Anzeigen täglich zu. Zuerst erschienen vier, fünf Anzeigen. Dann zehn Anzeigen. In den Tagen unmittelbar vor und während des großen Alpini-Treffens in Trient waren es 30 und mehr!

Die große Adunata der Alpini in Trient vom vergangenen Wochenende war für viele DienstleisterInnen im horizontalen Gewerbe ein Pflichttermin. Viele Prostituierte aus Norditalien und auch aus Österreich sind nach Trient gereist, wissend, dass die feuchtfröhlichen Nächte bei solchen Männer-Massen-Ansammlungen meist im Puff oder im Night enden, ganz nach dem Motto: Keine Adunata ohne Scopata …

Von den rund 400.000 Veteranen, die zur Adunata nach Trient gekommen sind, dürften gar einige auch dem kleinen Alpino in der Unterhose eine Freude bereitet haben.

Eine Prostituierte, die sonst in Meran und Brixen empfängt, verrät: „In den vier Tagen in Trient habe ich gut 8.000 Euro verdient.“

Die Frau aus dem Großraum Bozen hatte sich vom 9. bis 13. Mai in Trient eine Kleinwohnung angemietet – und dort ihre Freier empfangen. „So ein Ereignis wie das Alpini-Treffen kann man nicht auslassen“, sagt sie.

Die Sex-Anzeigen in den Lokalblättern waren denn auch voll und ganz auf die Alpini zugespitzt. Ein Beispiel: „Cerco alpino massiccio, maschio, virile, peloso …“

Eine Liebesdame bot den „Massaggio dell’Adunata Alpini“ an.

In einem Internetportal bot sich dagegen ein Mann ein, die Alpini-Frauen zu beglücken.

Im Inserat hieß es:

„Da venerdì sono a Trento c’è qualcosa per un maschietto come me che si vuole divertirsi e far divertire voi donne …“

Auch viele Escort-Damen haben in den Zeitungen und online ihre Dienste angeboten.

Die Nachtlokale in Trient und Umgebung haben Alpini Special Weeks organisiert.

Für heftige Kritik in den sozialen Medien sorgte die Aktion eines Pubbetreibers, der kurzerhand zur Wahl der „Miss alpina bagnata“ aufrief. Der Wettbewerb bestand darin, den Kandidatinnen eine Bier-Dusche zu verpassen. Frauenrechtlerinnen protestierten gegen diese Form des Sexismus und der öffentlichen Demütigung.

Auch im Netz waren die Adunata und der Sex das große Thema, wobei es im Nachhinein schwierig ist, Nachrichten und Fake News auseinanderzuhalten.

Auf Facebook zirkuliert das Foto eines jungen Pärchens, das offenbar auf offener Straße Oralverkehr hat – unter dem Beifall von grölenden Alpini-Festbesuchern.

In Trient blühten am vergangenen Wochenende aber nicht nur die Sex-Geschäfte.

Einige Tankstellenbetreiber hatten kurzerhand die Spritpreise auf bis zu 20 Cent angehoben.

Die Finanzpolizei hat fünf Tankstellenbetreiber deswegen gefilzt.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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