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Die dritte Ladinerin

Barbara Pizzinini

Hält die Volkspartei auf ihrer Kandidatenliste einen Platz für Barbara Pizzinini frei? Einiges spricht dafür, auch wenn es dann für die Ladiner eng werden könnte.

von Silke Hinterwaldner

Barbara Pizzinini könnte für die Volkspartei eine traumhafte Kandidatin sein. Sie ist sozial engagiert, ehrgeizig, tough. Außerdem ist sie vom Medienkonzern Athesia zur „Managerin des Jahres“ gekürt worden und als Geschäftsführerin der Sozialgenossenschaft EOS mittlerweile in fast allen Landesteilen aktiv.

Barbara Pizzinini ist schon länger zumindest auf Ortsebene immer wieder für die Volkspartei in Erscheinung getreten, etwa im Stadtausschuss von Bruneck. Und sie hat auf dem landespolitischen Parkett bereits vor fünf Jahren vorgefühlt: Damals sollte sie für den Landtag kandidieren, aber schließlich kam es nicht soweit.

Vor diesem Hintergrund scheint es nur logisch, dass man in der SVP-Parteizentrale auch jetzt wieder an Barbara Pizzinini denkt. Aber die Betroffene winkt gleich ab, sobald sie auf eine Kandidatur angesprochen wird. „Nein“, sagt sie, „ich bin nicht gefragt worden. Außerdem habe ich ohnehin den Eindruck, dass alles bereits mehr oder weniger feststeht.“

Was bisher feststeht, hat mit dem Namen Pizzinini wenig zu tun. Im Gegenteil.

In den vergangenen Jahren hat sich der ladinische Verbindungsausschuss immer auf nur einen einzigen Kandidaten eingeschworen. Nur so könnte garantiert werden, dass ein Ladiner auch tatsächlich für die SVP in den Landtag gewählt wird. Dieses Mal aber gibt es ein anderes Szenario.

Zwar ist Daniel Alfreider einziger Kandidat für den Verbindungsausschuss und damit schon beinahe gesetzt für einen Job in der Landesregierung. Aber ein zweiter Ladiner hat sich unabhängig davon in Position gebracht: Manfred Vallazza, Bauer aus Wengen, möchte auch kandidieren. Die Vorwahl des Bauernbundes im Pustertal hat ihn bestärkt und auch der SVP-Bezirk ist nicht abgeneigt, den Quereinsteiger zu unterstützen.

Aber aus Bozen, das dürfte Vallazza längst selbst gemerkt haben, weht ihm ein eisiger Wind entgegen. Es liegt auf der Hand, dass der Erstladiner Alfreider keine große Freude mit diesem parteiinternen Gegenkandidaten hat.

Dazu kommt, dass Vallazza auch einer Kandidatur von Barbara Pizzinini im Weg stehen könnte. Sie lebt zwar schon lange im Pustertal, kommt aber aus St. Kassian im Gadertal und ist damit erklärte Ladinerin.

All diese Spekulationen im Vorfeld zu den Landtagswahlen scheinen Pizzinini nicht besonders zu berühren. „Ich bin nicht der Typ dafür“, sagt sie, „allein schon der Wahlkampf würde mich stressen. Mittlerweile habe ich einiges aufgebaut, wir haben 140 Mitarbeiter. Ich kann nicht nur zusehen. Ich muss arbeiten dürfen. Dort, wo ich bin, fühle ich mich gut aufgehoben.“ Andererseits, glauben Insider, sei der Platz von Martha Stocker in der Landesregierung frei geworden.

Und dieser Job wäre für jemanden wie Barbara Pizzinini wohl Herausforderung genug.

 

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