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„Wie ein Schwerverbrecher“

Die SVP kritisiert die Festnahme von Carles Puigdemont: Mit dem Strafgesetzbuch würden keine politischen Probleme gelöst.

Die Südtiroler Volkspartei kritisiert die Festnahme des früheren katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont scharf:

„Mit dem Strafgesetzbuch werden keine politischen Probleme gelöst! Stattdessen sollte die spanische Regierung endlich einlenken und zu ernsthaften Gesprächen über eine wahre Autonomie Kataloniens bereit sein. Was der spanische Staat seit Monaten tut, trägt nur zu einer neuen Eskalation bei“, so SVP-Obmann Philipp Achammer.

Die Behandlung von Puigdemont komme jener eines Schwerverbrechers gleich:

„Die systematische Strafverfolgung katalanischer Politiker in den vergangenen Tagen hat mit einer politischen Lösung wenig zu tun“, so Achammer, „damit hat die spanische Regierung ganz bewusst erneut eine Eskalation und weitere Ausschreitungen in Kauf genommen.“ Es sei zudem ein Armutszeugnis, dass die spanische Regierung zum wiederholten Male Polizeikräfte gegen aufgebrachte Demonstranten einsetzen müsse.

Die Südtiroler Volkspartei appelliert an die politische Vernunft aller Seiten: „Die Abschreckungspolitik sollte endlich ein Ende haben, damit ein Dialog wiederaufgenommen werden kann. Nur so wird man einen Ausweg aus dieser Krise finden“, so der SVP-Obmann.

Umso mehr ruft die Südtiroler Volkspartei alle Südtirolerinnen und Südtiroler auf, die europäische Bürgerinitiative für mehr Minderheitenschutz zu unterstützen: „Die notwendigen 54.750 Unterschriften in Italien sind noch nicht erreicht! Deshalb sind wir umso mehr gefordert, bis zum 3. April um jede einzelne Unterschrift zu werben – weil gerade wir Südtiroler Solidarität mit anderen Minderheiten zeigen sollten“, so SVP-Obmann Achammer und FUEN-Vizepräsident Daniel Alfreider.

Zahlreiche Vereine, Verbände und Organisationen, aber auch die Südtiroler Landesregierung und zusammen mit anderen Parteien auch die Südtiroler Volkspartei sind in den vergangenen Monaten zusammengerückt, um der EU-Bürgerinitiative Minority Safepack auch hierzulande zum Durchbruch zu verhelfen. Rund eine Woche vor Ablauf der Frist zur Sammlung der Unterschriften ist die erforderliche Hürde von einer Million Unterschriften europaweit fast erreicht. In mehr als sieben Ländern wurde zudem bereits die notwendige staatliche Anzahl an Unterschriften gesammelt; damit ist eine Voraussetzung für die Zulassung der Bürgerinitiative bereits erfüllt.

Bis 3. April läuft noch die Unterschriftensammlung.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (10)

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  • tiroler

    Die Apelle werden verpuffen, Herr Achhammer.
    Wenden sie sich direkt an Angela Merkel, sie hat Puigdemont verhaften lassen und sie kann ihn wieder freilassen. Zur Südtirolurlauberin Merkel haben sie und insbesonders der Landeshauptmann direkten Zugang!
    Auch Reinhold Messner könnte etwas vernünftiges tun und seine Freundin Merkel auffordern, Puigdemont freizulassen!

    • guyfawkes

      Die SVP ist die einzige Partei die ihre Kritik (berechtigt oder unberechtigt) an den „richtigen“ Adressaten richtet. Dieser ist selbstverständlich der Aussteller des europäischen Haftbefehls (Spanien).
      Alle anderen üben sich wieder Mal in lächerlichen Forderungen.

      • george

        Und Sie werden das Schreiben nach Madrid überbringen, als Guido Fawkes natürlich. Schauen Sie zu, dass Sie sehr wohl den richtigen Adressat auch antreffen dort. 😀

        • guyfawkes

          @george
          Ich habe dies oben für etwas vereinfacht ausgeführt, um darzulegen dass es nicht angebracht ist Deutschland und nicht Spanien zu kritisieren.
          Für Sie mache ich mir gerne die Mühe dies besser auszuführen:
          Was den Haftbefehl betrifft wäre wenn schon die spanische Justiz der „richtige“ Adressat und nicht die Regierung. Kritik an den Justizbehörden von befreundeten Staaten ist aber aus naheliegenden Gründen von vornherein höchst problematisch (deshalb wird es von offizieller Seite auch nie gemacht).

  • morgenstern

    Puigdemont hätte sich Ruß ins Gesicht schmieren sollen.

  • rota

    „Mit dem Strafgesetzbuch werden keine politischen Probleme gelöst“.
    Mein lieber Achammer, das Problem der Politikergehälter und Renten, der Postenschacherei wären sicher durch moralisch- und rechtlich korrekter Anwendung des Strafgesetzbuches lösbar und würden zumindest einen Teil an verlorenem Vertrauen wiederbringen.
    Ihr Irrglaube, nachdem Politik und deren Macher über dem Strafgesetzbuch stehen, sind das Problem.

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