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Besser geschützte Verbraucher

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Roaming, Pauschalreisen und E-Commerce: Das Jahr 2018 bringt viele Änderungen für Verbraucher.

Am 15. März wird der Weltverbrauchertag begangen.

Die Bedingungen und der Schutz der italienischen Verbraucher haben sich, vor allem Dank der zahlreichen Interventionen durch die Europäischen Union, verbessert. Anlässlich des Weltverbrauchertages, der am 15. März gefeiert wird, erklärt das Europäische Verbraucherzentrum, mit welchen neuen Rechten die Verbraucher in den nächsten Monaten rechnen können.

Auch wenn bei Verbraucherangelegenheiten meist keine erheblichen Summen im Spiel sind, mit Ausnahme vielleicht des Finanzsektors, so ist der Verbraucherschutz in jedem Fall ein Thema, welches die Bürger wirklich betrifft, angesichts der Tatsache, dass in der Europäischen Union etwas mehr als eine halbe Milliarde potentielle Verbraucher leben.

Julia Rufinatscha

Der letzte von der europäischen Kommission im Juli 2017 veröffentlichte Consumer Conditions Scoreboard zeigt, dass seit 2014 das Vertrauen der italienischen Verbraucher in die öffentlichen Behörden, welche für den Schutz des Marktes zuständig sind, und in die Verbraucherorganisationen gestiegen ist.

Es war und ist tatsächlich bis heute die Europäische Union, die sich ständig darum kümmert, die Rechte der Verbraucher zu erweitern und zu verbessern. „Auch 2018 bringt für die Verbraucher Neuerungen mit sich“, erklärt Monika Nardo vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ).

In den letzten Jahren hat die EU die Kosten für das sog. Roaming zunächst reduziert und mittlerweile gänzlich eliminiert. „Ab dem 20. März 2018 wird es möglich sein, die eigenen Abonnements für Streaming-Dienstleistungen auch dann zu nutzen, wenn man sich zeitweise in einem anderen EU-Land aufhält“, berichtet Milena Favretto vom EVZ.

Ab dem 1. Juli werden in allen EU-Ländern die Verbraucher, welche eine Pauschalreise erworben haben, besser geschützt sein. Dank der neuen Bestimmungen wird die Regelung zu den Pauschalreisen in den verschiedenen EU-Ländern weniger zersplittert sein; dabei wird den im Tourismussektor, aufgrund des Aufkommens des digitalen Zeitalters, eingetretenen Entwicklungen Rechnung getragen, und es werden u. a. die Informationspflichten der Reisebüros und der Reiseveranstalter ausgeweitet.

In Europa hatte in den vergangenen 12 Monaten einer von fünf Verbrauchern ein Problem im Zusammenhang mit dem Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung, wobei es sich in 66% der Fälle um einen Online-Kauf handelte.

Auch was den E-Commerce anbelangt, hat die Europäische Union große Pläne.

So hat beispielsweise erst vor Kurzem der Rat der EU eine neue Verordnung verabschiedet, welche das Geoblocking im Binnenmarkt verbietet.

Die geografischen Barrieren stellen eine diskriminierende Praxis dar, welche die Kunden daran hindert, online auf Produkte oder Dienstleistungen von Webseiten eines anderen Mitgliedstaates zuzugreifen bzw. diese zu kaufen. Die neue Verordnung wird die Hindernisse zum E-Commerce beseitigen, in dem eine Diskriminierung aufgrund der Nationaliät oder des Wohnsitzes der Kunden verhindert wird. „Auf dem Papier ist diese Verordnung sehr gut“, meint Julia Rufinatscha, die sich im EVZ mit diesen Fällen beschäftigt. „Wir werden sehen, ob sich in der Praxis wirklich etwas ändert“, fährt die Expertin fort.

Nicht immer können die neu vorgesehenen Rechte dann auch tatsächlich geltend gemacht werden. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt sind die italienischen Händler beispielsweise weniger informiert, was die Rechte ihrer Kunden anbelangt; sie sind an vorletzter Stelle, was das Wissen über Instrumente der alternativen Streitbeilegung angeht.

„Außer die Verbraucher weiterhin über ihre Rechte zu informieren, müssen wir uns jetzt verstärkt auf die Durchsetzung der Rechte konzentrieren und auch die Zusammenarbeit mit den Unternehmen suchen, damit der europäische Binnenmarkt richtig und tatsächlich funktioniert“, erläutert Monika Nardo, Leiterin des Europäischen Verbraucherzentrums Italien – Büro Bozen, abschließend.

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Kommentare (5)

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  • rota

    Bin von verschiedenen Telefonanbietern in den letzten Jahren sicher um über 500€ betrogen worden. Hab über zertifizierte e-mail, Verbraucherzentrale Politik usw protestiert. Ergebnis 0 Komma 0.
    Immer wieder muss ich irgendwelche Zusatzzahlungen von wenigen € oder €cents deaktivieren, wenn ich die Zurückzahlung einfordere werde ich mit Fax- Adresse oder email -Adresse abgespeist .
    Angesichts des geringen Streitwertes scheint es niemanden wirklich zu kümmern.
    Telefongesellschaften und Banken wie auch Energielieferer zwingen immer wieder einseitig Klauseln und Vertragsveränderungen auf welche nur durch Widerruf annulliert werden. Die liebe Politik und Verbraucherzentrale wollen oder können nichts dagegen tun. Von den Gerichten schon gar nicht zu träumen. Wieviele älter Menschen werden dadurch abgezockt und betrogen?Und leider ist das nicht nur ein italienisches Problem.
    Die Bandbreiter der Politik schweigt zu diesen betrügerischen Machenschaften und schreit laut zu Wolf, Bär und Klimaveränderung….

    • drago

      Bei einseitigen Vertragsänderung kann man natürlich kostenlos kündigen, aber das ist ein Scheinrecht, wenn ich nirgends bessere Konditionen bekomme, da innerhalb kürzester Zeit alle Anbieter die gleichen einseitigen Änderungen vornehmen. 🙁

  • franz

    Immer wieder muss man Zusatzleistungen sprich Zusatzzahlungen von wenigen € deaktivieren. was dann aber passt.
    Zumindest im Fall der 28 Tage Rechnung wurde mir einer Beschwerde per Pec an meinen Tel.- Anbieter TIM mitgeteilt dass ab sofort die Abrechnung mit 30 Tagen wie im Vertrag vorgesehen, erfolgt.
    http://www.tageszeitung.it/2018/02/23/das-ei-mit-der-rechnung/#comment-365508
    Hartnäckiger ist man bei Rechnungen in der Sanität, wenn Rechnungen an Personen ausgestellt werden welche für die betreffende Pathologie eigentlich ticketbefreit ist.

  • rota

    Auch die verschiedenen Verkaufsstellen der Telefonanbieter nehmen keine Beschwerden auf und sind auch nicht für Korrekturen zuständig. Das geht nur nach langem Durchklicken und Warteschleifen übers Handy. Das ist par conditio.
    Presse und Rundfunk scheinen auch lieber bezahlte Werbung zu verbreiten als die Missstände, unbezahlt, anzuprangern.
    Danke auch den lieben bürgernahen stoischen Politikern für diesen vorbildlichen Sozialgeist.

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