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„Der Schock sitzt tief“

Hanselehof-Bauer Mainhard Schölzhorn aus Ulfas über den Brand vom vergangenen 8. Februar, den entstandenen Schaden und wie es nun weitergeht.

TAGESZEITUNG Online: Herr Schölzhorn, Sie wurden beim Brand am Hanselehof an der rechten Hand und im Gesicht verletzt. Wie schwer sind die Verbrennungen?

Mainhard Schölzhorn: Die Verbrennungen sind 2. und 3. Grades. Nach der Erstversorgung in der Ersten Hilfe in Meran wurde ich wieder entlassen und konnte zur Unglückstelle zurückkehren. Die Heilungsdauer ist im Moment noch nicht vorauszusehen, es wird sicherlich noch einige Wochen dauern.

Wie haben Sie den Brand erlebt?

Meine Frau und ich wurden gegen 4 Uhr morgens durch laute Knallgeräusche aus dem Schlaf gerissen. Als ich die Schlafzimmertür öffnete, stand der Stadel bereits in Vollbrand und ich setzte sofort den Notruf ab. Da auch das Wohnhaus bereits an der Ost- und Südseite brannte, konnten wir nur durch das Schlafzimmerfenster ins Freie gelangen. Ich eilte zum naheliegenden Hydranten und begann mit den Löschversuchen am einstöckigen Holzblockhaus. Meine Frau lief in den Stall, wollte die Tiere befreien, schaffte es jedoch nicht die Stallungen zu öffnen. Gott sei Dank kamen auch die Nachbarn Emmerich Reich, Alfred Pöll, Josef Öttl, Konrad Marth, Christine Öttl und Stefan Schweigl sofort zu Hilfe. Somit konnte ich die Löscharbeiten ihnen überlassen und zum Stall eilen um die Tiere zu befreien. Kurz darauf traf die Feuerwehr ein und half mir beim Retten der Tiere und übernahm auch die Löscharbeiten. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei allen bedanken, die an der Brandlöschung beteiligt waren.

Was ist bei dem Schadensfeuer verloren gegangen?

Zerstört wurden der Stadel, der Stall, der neue landwirtschaftliche Transporter, das Auto und alle landwirtschaftlichen Geräte, die sich im Stall und im Stadel befanden. Nur die Geräte im Käseraum und in der Milchkammer wurden nicht vollständig zerstört.

Sie haben bis zum Jahr 2012 eine Bio-Schafkäserei betrieben. Sind die Geräte noch brauchbar?

Ob die Geräte durch das Löschwasser beschädigt worden sind, kann ich im Moment noch nicht sagen.

Das Vieh konnte gerettet werden. Wo ist es jetzt untergebracht?

Die Tiere konnten glücklicherweise bei zwei Nachbarn untergebracht werden, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Mittlerweile sind 17 Stück der Milchschafe auf einem Biohof in Langtaufers, wo sie bleiben dürfen, bis der Stall und Stadel wieder aufgebaut sind. Fünf Schafe, die noch beim Nachbarn sind, können in den nächsten Tagen in einer provisorisch errichteten Stallung auf meiner Hofstelle untergebracht werden.

Steht mittlerweile fest, warum das Feuer ausgebrochen ist?

Über die Brandursache wurde ich noch nicht informiert.

Wie geht es jetzt weiter?

Im Moment weiß ich noch nicht wie es weiter geht. Der Schock sitzt noch tief, auch bei meinem Sohn. Als ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam, sagte er weinend zu mir: „Iatz Tate siech i mi niamer driber aus in Hof weiter ze fiahrn!“

Interview: Karin Gamper

Die Spendenaktion 

Mainhard Schölzhorn ist Bio-Bauer am 1480 Meter hoch gelegenen Hanselehof in Ulfas oberhalb von Platt (Gemeinde Moos in Passeier). Bei einem Brand in den frühen Morgenstunden des 8. Februar wurde das Wirtschaftsgebäude komplett zerstört. Lediglich das Vieh – 22 Milchschafe und zwei Esel – konnten gerettet werden. Das Wohnhaus wurde zum Glück nicht allzustark beschädigt.

Mainhard Schölzhorn hat sich beim Versuch, das Feuer am Wohnhaus zu löschen, an der rechten Hand und im Gesicht Verbrennungen 2. und 3. Grades zugezogen.

Der Bäuerliche Notstandsfonds hat mittlerweile ein Spendenkonto mit dem Kennwort „Hanselehof“ zugunsten der Familie Schölzhorn eingerichtet.

Die Kontonummern lauten: Südtiroler Volksbank IBAN IT 15 U 05856 11601 050570004004; Südtiroler Sparkasse IBAN IT67 D 06045 11600 000000034500; Raiffeisen Landesbank IBAN IT30 D 03493 11600 000300011231; Raiffeisenkasse Bozen IBAN IT14 I 08081 11600 000300039101.

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Kommentare (4)

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  • yannis

    Vielleicht transferiert die Gemeinde Moos mal eine adequate Summe aus den Einnahmen der Tourismusabgabe auf das genannte Spendenkonto.

    • brutus

      …du solltest dich vorher informieren. Die Tourismusabgabe (Kurtax) wird zwar von der Gemeinde eingehoben, fließt aber zu 100% an den Tourismus zurück, also die Touristiker um Spenden bitten

      • yannis

        Wenn dem so ist, dann subventioniert damit der Tourist zu 100% genau die Brance dessen Diensleistung er ohnehin auf Heller und Pfennig schon ordentlich bezahlt, das heißt er zahlt zweimal.
        Ein etwas eigenartiger Kreislauf.

  • goggile

    ich verstehe nicht. hier wird mit keinem wort das wort Versicherung genannt. war nichts versichert? wieviel zahlt Versicherung?
    dürfen wohnungsbesitzer auch öffentliche Spendenaktionen so medienwirksam wie in diesem fall starten? hab da noch nie was gehört.
    ist es nicht pflicht alles zu versichern?

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