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Mutter als Zuhälterin

Foto: 123RF

Sie stellte ihre minderjährige Tochter den Freiern als ihre „Freundin“ vor. Nun steht eine 39-jährige Südtirolerin am Landesgericht deshalb wegen Zuhälterei vor Gericht. Ein Gutachter soll nun ihre Zurechnungsfähigkeit klären.

von Thomas Vikoler

Die Treffen mit den Freiern fand in Ortschaften im Eisacktal, im Burggrafenamt und in der Stadt Leifers statt.

Die (mutmaßliche) Zuhälterin stellte ihnen die Prostituierte als ihre „Freundin“ vor. In Wirklichkeit war es ihre eigene Tochter. Ihre Tochter, die bei den ersten Treffen gerade dreizehn Jahre alt war.

Das sind die schweren Vorwürfe gegen eine 39-jährige Südtirolerin, die nun am Landesgericht Bozen wegen des Verdachts der Zuhälterei vor Gericht steht.

Mit dem erschwerenden Umstand, dass ihre Tochter während des Tatzeitraums – von 2007 bis 2012 – minderjährig war.

Die Ermittlung gegen die Mutter und neun Freier wurde im Herbst 2016 von der Antimafia-Staatsanwaltschaft Trient abgeschlossen. Der den neun Südtiroler Freiern vorgehaltene Tatbestand lautete auf Minderjährigen-Prostitution. Ein Teil der Verfahren wurde archiviert, einige der Beschuldigten schlossen am Landesgericht Bozen gerichtliche Vergleiche mit Strafen um ein Jahr Haft auf Bewährung.

Die Freier hatten gegenüber den Ermittlern betont, die (mutmaßliche) Zuhälterin habe ihnen versichert, die „Freundin“ sei volljährig, der sexuelle Kontakt mit ihr deshalb rechtlich unbedenklich. Zumindest während der ersten Jahre des Tatzeitraumes muss es für die Zahlenden aber offensichtlich gewesen sein, dass sie minderjährig war.

Laut Anklageschrift hat die Mutter die Treffen mit den Freiern – u.a. über Inserate – organisiert und die Einnahmen zu einem Großteil kassiert.

Beim Prozessauftakt am Landesgericht zeigte sich, worauf die Strategie der Verteidigung der 39-Jährigen hinausläuft: Unzurechnungsfähigkeit und somit Schuldunfähigkeit.

Tatsächlich befindet sich die Angeklagte seit längerer Zeit in Behandlung. Sie stammt aus sozial prekären Verhältnissen.

Der Richtersenat unter Vorsitz von Carlo Busato hat nun einen Gutachter beauftragt, um die Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten prüfen zu lassen. Das Gutachten soll bis zur nächsten Verhandlung am 15. Juni fertiggestellt sein. Bei festgestellter Schuldunfähigkeit würde das Strafverfahren zum Vorwurf der Zuhälterei eingestellt, die Angeklagte in eine Therapieanstalt eingewiesen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (10)

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  • andreas

    Ein Kind wurde mißbraucht und TZ hat kein anderes Bild?

  • watschi

    schau schau, der oberflächliche ander hat sich nach seinem stuhlgang wieder ins forum eingeloggt und regt sich über ein bild auf.

  • goggile

    eine zuhältermutti der schlimmsten art rennt seit 2007 frei rum? die freier können wohl nix dafür wen 18 jahre angegeben worden sind. wieso dürfen Annoncen in Printmedien und onlinevermittlungen aufgegeben werden von diesen anbietern wenn dies alles verboten ist? wieso wird dann nicht schon jede einzelne anonce strafrechtlich verfolgt?
    laut Statistikern könnten sozusagen italienweit ein sehr hoher Prozentsatz an männern hinter gitter landen zwischen freier speedchekbox korrupiotn und was gibt es noch alles was strafbar ist?
    das achso gelobte Europa hat Staaten wo gewisse Sachen genehmigt sind und in anderen höchste Haftstrafen vorsieht.
    so wie salvini sagt: es braucht Freudenhäuser geregelte kontrollierte.

  • franz

    “Laut Anklageschrift hat die Mutter die Treffen mit den Freiern – u.a. über Inserate – organisiert und die Einnahmen zu einem Großteil kassiert.“ [..]
    Diesbezügliche Inserate gibt es in der Tat unter anderem auch in der Printausgabe der “Südtiroler Tageszeitung“, da es sich um Zuhälterei handelt, würde dies demanch unter anderem den Tatbestand der Zuälterei erfüllen.

  • thefirestarter

    Unzurechnungsfähigkeit und somit Schuldunfähigkeit…

    wie war das mit Wiedereinführung der Todesstrafe… wo muss ich unterschreiben?

  • franz

    Ich finde so etwas schrecklich, genauso finde ich schrecklich,dass bei Muslimen die Kinderehe und Sex mit Kindern eine normale Sache ist und da regt sich niemand auf.

    • goggile

      als Dank, empfàngt papst den Unmenschen erdogan der diese Kinderehen ja lebt in seinem land und mit bomben zivilisten in syrien nach wenigen tagen mit papsttreffen tòtet.
      dieser papst ist auszutauschen.

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