Du befindest dich hier: Home » Südtirol » Loch unterm Joch?

Loch unterm Joch?

Kommt die Tunnelverbindung unter dem Stilfserjoch schneller als erwartet? Die Vorstudie wird bereits am 4. Dezember in Mals vorgestellt. Pikant: sie enthält nicht nur eine Bahntrasse, sondern auch eine Straßenverbindung.

von Karin Gamper

2015 sorgte das Megaprojekt, bis dahin klammheimlich vorangetrieben und quasi per Zufall von den Grünen entdeckt, für einen Aufschrei. Wird das Stilfserjoch untertunnelt, um Platz für eine Eisenbahntrasse und eine Straßenverbindung zu machen? Werden über Jahre hinweg schwere Baumaschinen und Lkw-Verkehr das ökologische Gleichgewicht der gesamten Zone beeinträchtigen? Und was noch schwerer wiegt: wird eine Straßenverbindung zwischen Südtirol und der Lombardei eine internationale Verkehrslawine anziehen? Steht am Ende gar die Verbindung Mailand-Ulm?

Anlass für diese Befürchtungen war im Juli 2015 das zwischen Südtirol und der Region Lombardei unterzeichnete „Einvernehmensprotokoll zur Aufwertung des Stilfserjochs“. Es sieht eine Tunnelverbindung unter dem Stilfserjoch zwischen dem Vinschgau und dem Veltlin auf lombardischer Seite vor. Die beiden Gebiete sind während der Wintersperre nicht über die 2.800 Meter hohe Serpentinenstraße erreichbar.

Der zuständige Landesrat Richard Theiner beschwichtigte damals: Südtirol sei nur für eine Bahntrasse zu haben, eine Straßenverbindung komme nicht in Frage.

Zwei Jahre später liegt nun plötzlich die Vorstudie auf dem Tisch. Sie wird am 4. Dezember im Kulturhaus von Mals (Beginn 19.00 Uhr) vorgestellt und enthält nicht nur einen Bahntunnel, sondern auch eine unterirdische Straßenverbindung.

 

LESEN SIE MEHR DAZU IN DER HEUTIGEN PRINT-AUSGABE.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (12)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • yx

    so wird das Eisacktal einwenig entlastet

  • yx

    Radler am Berg, Autos im Tal, oben die Freiheit, unten die Qual

  • erich

    Endlich bewegt sich etwas, dann brauchen die Vinschger nimmer länger die Hand aufheben weil sie Strukturschwach sind.

  • goggile

    wochts auf! tunnel von Meran noch Brixen tunnel von gròdn noch badia tunnel nor wer sich endlich wos bewegn und die gipfelen sein nor fuer die Touristen und radlfohrer und wonderer

  • realist

    Die Vinschgerstraße ist regelmäßig überlastet, jeder Betrieb, der Aufträge unterhalb der Töll suchen muss, um halbwegs ausgelastet zu sein, tut mir in der heutigen Situation leid. (Stau in Kastelbell – Tschars mit 3 Ampeln – Rabland – Töll mit Fahrradübergang – Forst )

    In eine flüssige Verkehrsverbindung vom Vinschgau ins Burggrafenamt mehr zu investieren wäre überfällig u. weitaus sinnvoller, als ein Loch unterm Stilfserjoch.
    Zwei Struktur schwache Täler mit einem unverhältnissmäßigem Aufwand zu verbinden ist ein Luxus u. bindet Investitionssummen, die überall im Land notwendig gebraucht werden.
    Die Bahn in die Schweiz / das Stilfser Joch dem sanften Fremdenverkehr / Das Tal der heutigen Zeit entsprechend erreichbar machen, muss Vorrang haben.

    Wenn man vor 20 Jahren durchs Grödnertal gefahren ist, hat man die doppelte Zeit gebraucht wie Heute.
    Sarntal ist heute besser erreichbar wie so manch anderes Tal.
    Die damaligen, wie heute zuständigen Politiker kommen bzw. kamen genau aus diesen Tälern.

    • yannis

      In eine flüssige Verkehrsverbindung zu investieren…………………..
      Was schlägst. Du vor, eine Autobahn oder so eine Art MEBO, die bis nach Landeck führt und dort an der A12 andockt ?

      • realist

        Es braucht weder eine Mebo, noch eine Autobahn.
        Gott Bewahre.
        Die oben angeführten Staupunkte verkehrstechnisch auf den neuesten bzw. auf einen zukunftsorientierten Stand bringen.
        Ampeln auf einer Hauptverkehrsader haben nichts verloren.
        Es gibt Heute intelligentere Lösungen!
        Bis auf den Tunnels in Naturns u. Staben wurde seit der Umfahrung von Latsch ( vor 45-50 Jahre) nichts wesentliches mehr gemacht.
        Gibt in Südtirol wohl kaum ein Durchzugstal, das straßenverkehrstechnisch so vernachlässigt wurde wie der Vinschgau.
        Der Zug löst Gott sei Dank einiges in Richtung Pendler u. Lokal -Tourismus.
        Anreisen tun aber sehr wenige Touristen mit dem Zug.

        • erich

          Es gibt auch kein Tal das gegen jede Infrastruktur so protestiert wie die Vinschger.

          • realist

            Leider haben sie recht.
            Der allergrößte Teil der Vinschger wäre aber für vieles offen.
            Leider fehlt meistens der Mut, sich dafür zu outen u. einzusetzen.
            Man könnte sagen, selber schuld ???
            Allerdings, wenn man die protestierenden Leute kennt, dann sind das meistens eingewanderte od. einzelne Vinscher bei denen nicht viel dahinter ist, verstehen es aber geschickt, verbal gegen alles zu sein.
            In Ihren Köpfen schaut`s aber ganz anders aus.

  • george

    ‚realist‘, Sie sind kein Realist, wenn Sie über die Vinschger so herum spekulieren. In Wirklichkeit wissen die Vinschger genau, was sie wollen und was für sie gut ist. Da muss durchaus nicht einer wie ‚realist‘ meinen, dass er alles besser weiß.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen