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Das Wirtschaftsbarometer

Foto: LPA

Das WIFO-Wirtschaftsbarometer im Herbst 2017: Die Südtiroler Unternehmen sind sehr zuversichtlich.

Die Südtiroler Unternehmen sind mit dem laufenden Jahr zufrieden und blicken optimistisch in die Zukunft. Dies geht aus der Herbstausgabe des Wirtschaftsbarometers des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor.

Die Ertragslage ist heuer für 90 Prozent der Unternehmen zufriedenstellend und für das kommende Jahr gehen 95 Prozent von einer befriedigenden Rentabilität aus. Das Südtiroler Bruttoinlandsprodukt wird voraussichtlich um 1,9 Prozent im Jahr 2017 und um 1,8 Prozent im Jahr 2018 wachsen.
Südtiroler Wirtschaft

Der Anteil der Südtiroler Unternehmen, die ihre Ertragslage im Jahr 2017 positiv bewerten, beträgt 90 Prozent. Somit bessert sich das Geschäftsklima in Südtirol das vierte Jahr in Folge. Erfreulich ist aber vor allem, dass für 2018 eine weitere Steigerung erwartet wird. Nämlich erhoffen sich im kommenden Jahr sogar 95 Prozent der Wirtschaftstreibenden ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis.

Die Unternehmen konnten heuer ihre Umsätze steigern. Vor allem der lokale Südtiroler Markt entwickelte sich positiv, das Geschäftsvolumen wuchs aber auch mit der Kundschaft aus anderen italienischen Provinzen sowie aus dem Ausland. Diese Umsatzsteigerungen können zum Teil auf die angestiegenen Verkaufspreise zurückgeführt werden: Das Preisniveau in Südtirol ist derzeit um 2,4 Prozent höher als vor zwölf Monaten. Die positive Umsatzdynamik dürfte sich nach Aussagen der befragten Unternehmen auch 2018 fortsetzen.

Die Investitionen – insbesondere in Maschinen und Anlagen – sind 2017 angestiegen, auch aufgrund der vom Staat vorgesehenen steuerlichen Begünstigungen. Für das kommende Jahr wird ein weiteres leichtes Wachstum erwartet. Die Umsatzsteigerungen bewirkten auch positive Beschäftigungseffekte. In den ersten neun Monaten 2017 gab es in Südtirol durchschnittlich 202.200 unselbstständige Mitarbeiter/innen, mit einem Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Hinblick auf 2018 erwarten die Unternehmen eine weitere Zunahme der Beschäftigung.

Die Entwicklung der Betriebskosten wird derzeit weniger kritisch als in den Vorjahren beurteilt, während die Zahlungsmoral der Kund/innen und der Zugang zum Kredit als stabil bewertet werden.
Bemerkenswert ist, dass sich aus der Konjunkturbefragung weder in Bezug auf 2017 noch für 2018 relevante Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirtschaftssektoren feststellen lassen: Die Ertragslage wird einheitlich positiv bewertet.

Die Konjunkturerhebungen des WIFO zeigen neben der guten Stimmung bei den Unternehmer/innen auch ein positives Konsumklima. Die Konsumenten und Konsumentinnen sind weiterhin zuversichtlich, sowohl bezüglich der allgemeinen Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in Südtirol, als auch was die finanzielle Lage der eigenen Familien betrifft. Das Konsumklima in Südtirol bleibt darüber hinaus im italienischen und im europäischen Vergleich überdurchschnittlich.
Europäische Wirtschaft

Auch in Europa ist die Stimmung von Unternehmen und Konsument/innen positiv. Der entsprechende Index „Economic Sentiment Indicator“ steigt seit dem Herbst des Vorjahres an und befindet sich derzeit auf dem höchsten Niveau seit Juni 2007. In der ersten Jahreshälfte übertraf das Wachstum der europäischen Wirtschaft die Erwartungen.

Die Kaufkraft und somit die Konsumausgaben der Familien wachsen dank der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes. Gleichzeitig nehmen die Investitionen zu, unterstützt durch lockere Kreditbedingungen, steigende Gewinne und das gute Geschäftsklima. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hilft weiterhin dem Aufschwung und bis 2019 wird keine Anhebung der Zinssätze erwartet. Darüber hinaus profitiert die europäische Konjunktur vom starken Wachstum der Weltwirtschaft und des internationalen Handels.

Laut der Herbstprognose der Europäischen Kommission wird das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone heuer um 2,2% steigen. Südtirols wichtigster Handelspartner Deutschland wird im gleichen Maß wachsen, Österreich mit +2,6% sogar stärker. Im Jahr 2018 wird sich das Wachstum der Eurozone mit +2,1% nur unwesentlich verlangsamen, konform mit der Entwicklung der Beschäftigung und der Kaufkraft.
Italienische Wirtschaft

Italien konnte dank der günstigen internationalen Konjunkturlage sowie der steigenden internen Nachfrage deutlich stärker als in den Vorjahren wachsen. Die Wachstumsprognosen für 2017 wurden seit Jahresanfang erheblich nach oben revidiert und belaufen sich jetzt auf +1,5 Prozent. Im Hinblick auf 2018 wird eine etwas mäßigere Wachstumsrate von +1,3 Prozent erwartet, bedingt durch die schwächere Dynamik der Konsumausgaben und der Exporte.

Aufgrund der positiven Signale aus der lokalen Wirtschaft, des Aufschwungs in Italien und der günstigen europäischen und internationalen Konjunkturlage geht das WIFO von einem Wachstum des Südtiroler Bruttoinlandsproduktes von 1,9 Prozent im Jahr 2017 und von 1,8 Prozent im Jahr 2018 aus.

Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, setzt den Akzent auf die angehenden Herausforderungen, um die Wettbewerbsfähigkeit Südtirols auch langfristig zu sichern: „2017 war für die Südtiroler Wirtschaft das positivste Jahr seit der Wirtschaftskrise und die Perspektiven für 2018 stimmen weiterhin optimistisch. Dies sind beste Voraussetzungen, um jetzt die nötigen Reformen und Investitionen anzugehen. Insbesondere bei Digitalisierung, Innovation und Verkehrsinfrastrukturen gibt es Handlungsbedarf.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • ahaa

    Nur die Gwerkschaften verschafen wider einmal den Aufschwung beim Arbeitnehmer.Streiken rufen sie wider, wenn keine Arbeit ist.

  • unglaublich

    Die Gewerkschaften gibt es nicht mehr. Zu lange haben Arbeitnehmer geschlafen, die Rechnung dafür wird teuer. Die Unternehmer verdienen sich eine goldene Nase, die Arbeitnehmer können da nur neidisch zuschauen, wie die Kluft zwischen Reich und Arm immer größer wird. Selber schuld.

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