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„Es wird Sterzing treffen“

Arno Kompatscher und Martha Stocker

Arno Kompatscher und Martha Stocker

Die Landesregierung hat sich heute mit den Geburtenstationen in den Krankenhäusern befasst. Die Abteilung von Sterzing muss geschlossen werden, Schlanders bleibt aufrecht.

von Matthias Kofler

„Es geht nicht darum, populäre Entscheidungen zu treffen oder uns mit den Entscheidungen Freunde zu machen“, erklärte Arno Kompatscher auf der PK der Landesregierung, „sondern es geht vielmehr darum, eine nachhaltige Lösung zu finden.“

Man habe mit der Entscheidung zu den Geburtenstationen lange gerungen, „aber ein Provisorium kann keine Dauerlösung sein“.

Die Geburtenstation Sterzing stehe in einer Rangliste aller Geburtenstationen auf dem letzten Platz. „Sollten bis zum 29. Juli die Qualitäts- und Sicherheitsstandards nicht erfüllt werden, wird es Sterzing treffen“, sagte der LH.

Die Chancen für Sterzing seien „gering“, so Kompatscher. Es werde „sehr schwierig“, das notwendige Personal zu finden, „wenn wir es bis jetzt nicht gefunden haben“, ergänzte Landesrätin Martha Stocker.

„Wir wollen hier nicht bis zum 28. Juli warten, um  die Leute dann vor vollendete Tatsachen zu stellen“, so Kompatscher. Die Entscheidung sei nach objektiven Kriterien gefällt worden. Beschluss gebe es aber noch keinen.

„Wir stehe heute einer großen Herausforderung gegenüber, die es vor zwei Jahren in dieser Schärfe nicht gegeben hat“, sagte die Gesundheitslandesrätin. Die Situation habe sich „nicht verbessert, sondern weiter verschlechtert“.

Martha Stocker verwies in dem Zusammenhang auf die strengere EU-Arbeitszeitregelung.

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Das Land habe hundert Ärztestellen ausgeschrieben. „Die Rückmeldungen in den Bereichen Pädiatrie und Gynäkologie waren nicht berauschend“. „Neue Bewerbungen gab es eigentlich nur eine je Fach, alle anderen Bewerber befinden sich jetzt schon im Dienst“, erläuterte die SVP-Politikerin.

Die Geburtenkommission sei der Meinung, dass die vier Fachfiguren (Anästhesist, Pädiater, Gynäkologe und Hebamme) die Sicherheit und Qualität an den Geburtenstationen 24 Stunden am Tag gewährleisten müssten.

Die Entfernung sei ein Kriterium der Sicherheit, so Stocker. Mit diesem Kriterium kann die Geburtenstation von Schlanders aufrechterhalten werden. Das Krankenhaus ist 83 Kilometer bzw. 1 Stunde und 37 Minuten vom Krankenhaus Meran entfernt. Das Krankenhaus Sterzing hingegen liegt nur 46 Kilometer bzw. 43 Minuten von Brixen entfernt. Zudem werden in Schlanders jährlich nur fünf Geburten von Frauen, die außerhalb des Bezirks Vinschgau leben, durchgeführt. In Sterzing sind es 220 Geburten.

„Wir tun uns sehr schwer, bis 29 Juli gegenüber Rom nachzuweisen, dass wir eine nachhaltige Lösung für die Geburtenstationen finden“, sagte Stocker. „Deshalb haben wir uns überlegt, in welcher Reihenfolge wir was aufrechterhalten.“ „Auch wenn wir uns alle Kleider vom Leib reißen, wird es für Sterzing sehr schwer“, so Stocker. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“, ergänzte LH Arno Kompatacher. „Wenn es hart auf hart kommt und wir die Standards nicht erfüllen können, sieht es so aus, dass wir Bozen nicht schließen werden, genauso wenig wie Meran, Brixen, Bruneck oder Schlanders.“

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