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    „Kein Alarm eingegangen”

    schuler silicon neuRätselraten um den angeblichen Wasserstoff-Austritt bei Solland Silicon in Sinich: Weder beim Landeszivilschutz noch bei der Feuerwehr Meran wurde Alarm ausgelöst.

    von Karin Gamper

    Was ist los bei Solland Silicon in Sinich?

    Riskiert das stillgelegte Chemiewerk in die Luft zu gehen, weil es nicht ausreichend gewartet wird? Oder versuchen Belegschaft und Gewerkschaften lediglich Druck auszuüben, weil bei den Verhandlungen um ausstehende Löhne und Gehalter nichts weiter geht? Sicher ist, dass das Siliziumwerk vor den Toren Merans mit brandgefährlichen Materialien hantiert.

    Die Meldung, wonach es am Freitagabend zu einem Wasserstoffaustritt gekommen ist, hat denn auch umgehend für Unruhe unter den Anrainern gesorgt.

    Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler lässt sich auf keine Spekulationen ein. Er sagt: „Dass dieses Werk gefährlich werden kann, ist nichts Neues, und das Land ist schon seit Längerem mit dem Regierungskommissariat in Kontakt, um die Sicherheit zu gewährleisten”.

    Laut Schuler habe es nach der Stilllegung des Werks und dem anschließenden Kauf durch den kampanischen Unternehmer Massimo Pugliese bereits mehrere Lokalaugenscheine vor Ort gegeben. „Gemäß unseren Informationen werden derzeit sämtliche Sicherheitsstandards eingehalten“, sagt Schuler.

    Er wundert sich, dass am Freitagabend beim Zivilschutz kein Alarm eingegangen ist: „Bei einem solchen Vorkommnis hätten wir laut Einsatzplan auf jeden Fall informiert werden müssen” . Er betonte gestern, dass das Land nach diesem Vorfall erneut eine Überprüfung der Anlage vornehmen wird.
    Auch beim Meraner Feuerwehr-Chef Karl Gamper war gestern die Verwunderung groß: „Ich habe von diesem angeblichen Wasserstoff-Austritt aus den Medien erfahren”, so Gamper gestern.

    Dabei gebe es für das Werk in Sinich einen detaillierten Notfallplan: „Dieser sieht vor, dass die Betriebsfeuerwehr nur bei Bagatellen einschreitet”, so Gamper.

    Für alles andere trete sofort eine Einsatzkette in Kraft. „Bei einem Wasserstoff-Austritt hätten wir auf jeden Fall alarmiert werden müssen”, so Karl Gamper.

    AGB-CGIL-Gewerkschafter Stefano Schwarze bestätigt einen geringfügigen Wasserstoff-Austritt am Freitag, räumt aber ein, dass die Nachricht möglicherweise etwas aufgebauscht wurde.

    Schwarze sagt zu dem stillstehenden Chemiewerk allerdings auch: „Es gab in der Vergangenheit des Öfteren kleinere Zwischenfälle, und es würden alle gut daran tun, die Sicherheit dieser Anlage zu gewährleisten“.

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