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    „Das ist ein Zickenkrieg“

    „Das ist ein Zickenkrieg“

    Das Rätsel um ein angebliches Geheimtreffen der SVP mit Silvio Berlusconi wird immer mysteriöser: Nun behauptet Michaela Biancofiore, dass EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann die Reise nach Arcore eingefädelt habe.

    Von Matthias Kofler

    Herbert Dorfmann

    Herbert Dorfmann

    Aus den Fraktionen PD und Forza Italia im römischen Parlament wurde am Mittwoch übereinstimmend die Nachricht von einem Geheimtreffen zwischen den SVP-Exponenten Dieter Steger, Christoph Baur und Thomas Widmann mit Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi lanciert. In Berlusconis Villa in Arcore soll im März ein Kurswechsel der SVP bei den Bozner Gemeindewahlen ausverhandelt worden sein.

    Die Nachricht wurde von allen am Hofe des FI-Chefs „gesichteten“ Politiker umgehend dementiert.

    Doch nun legt Michaela Biancofiore nach. Die FI-Kammerabgeordnete teilt der TAGESZEITUNG mit, dass das Treffen definitiv stattgefunden habe. Dies habe ihr eine Vertrauensperson von Silvio Berlusconi versichert, der die SVP-Politiker sicher in Arcore gesehen haben will. „Das ist ein Krieg Kompatscher vs. Widmann.“

    Und Biancofiore sagt weiter, dass das Treffen von EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann organisiert worden sei, der sich gegenüber dem Berlusconi-Mittelsmann als „Botschafter der EVP“ ausgegeben habe. SVP und Forza Italia sitzen im Europäischen Parlament in der gleichen Fraktion.

    Herbert Dorfmann reagiert erbost auf die Biancofiore-Behauptungen: „Das ist lächerlich. Michaela Biancofiore will einen Zickenkrieg mit ihrer Ex-Parteikollegin Elisabetta Gardini anzetteln. Sie soll mich aber zumindest draußen lassen, denn ich kenne sie nicht – und das ist auch gut so.“

    Der EU-Parlamentarier berichtet, dass Gardini, zu der er gute Kontakte pflege, unmittelbar nach dem Anruf der TAGESZEITUNG am Mittwoch aufgebracht zu ihm gekommen sei und die von Biancofiore gestreuten Gerüchte als „Lüge“ bezeichnet habe. „Das ist nicht das erste Mal, dass sich Biancofiore etwas erfindet, um in Bozen wieder ins Spiel gebracht werden, nachdem sie sah, dass ihr die Felle den Eisack hinuntertreiben“, so Dorfmann.

    Mario Tagnin

    Mario Tagnin

    Dass es ein Treffen SVP-Berlusconi gegeben hat, schließt auch der unterlege BM-Kandidat Mario Tagnin mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus. Vielmehr habe er sich am 17. März zusammen mit Alessandro Urzì, Maurizio Fugatti, Elisabetta Gardini und Claudio Vettori seine Kandidatur für Bozen absegnen lassen: vormittags von Lega-Chef Matteo Salvini und nachmittags von Silvio Berlusconi.

    Der Ex-Premier habe in dem Gespräch klargestellt, dass ihm sehr an Südtirol liege und er auf eine Blockfreiheit der Volkspartei hoffe.
    Mario Tagnin will sich nicht weiter zu den Spekulationen außern: Er wolle „keine Polemiken“ – und Biancofiore habe er seit 2013 nicht mehr gehört.

    In Bozner FI-Kreisen wird an der Glaubwürdigkeit Biancofiores gezweifelt: Man kenne ihre „sparate“. Und in der Verwaltungsperiode 2010 bis 2015 habe sie nur ein einziges Mal an einer Gemeinderatssitzung teilgenommen.

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