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    Aufgelegter Hörer

    Aufgelegter Hörer

    Myriam Atz-Tammerle ist erzürnt: Eine Inail-Mitarbeiterin, die der deutschen Sprache nicht mächtig ist, habe ihr einfach den Telefonhörer aufgelegt.

    Myriam Atz Tammerle

    Myriam Atz Tammerle

    Die Missachtung der Verpflichtung zur Zweisprachigkeit bei staatsnahen Behörden hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Myriam Atz Tammerle von der Süd-Tiroler Freiheit nahm jüngst ihre Kontrollfunktion als Landtagsabgeordnete wahr und rief beim Inail an, um zu testen, ob man dort mit der deutschen Sprache durchkommt. Der Test fiel negativ aus.

    Der Anlass für Atz Tammerles Kontrollanruf waren bei ihr eingegangene Beschwerden von Landwirten über die mangelnde Fähigkeit bzw. Bereitschaft der Inail-Angestellten, mit ihren Kunden auf Deutsch zu kommunizieren. Die Landwirte wollten nämlich beim Inail die Matrikelnummer für die technische Nachrüstung der Hebebühnen einholen, die nun aufgrund von neuen Sicherheitsbestimmungen erforderlich geworden ist. In einem Fall bekam ein Landwirt sogar die Antwort „Siamo in Italia, qui si parla italiano“ zu hören.

    In der Tat ging es Atz Tammerle bei ihrem Kontrollanruf nicht viel anders. Sie stellte sich der telefonischen Auskunft in ihrer deutschen Muttersprache vor, doch diese antwortete nur auf Italienisch. Nachdem die Abgeordnete mit Nachdruck das Recht auf Gebrauch ihrer Muttersprache geltend gemacht hatte, brach die Telefonverbindung ab. Sie unternahm zwei weitere Versuche, unter derselben Nummer noch einmal anzurufen. Doch jedes Mal, nachdem sie sich vorgestellt hatte, wurde der Hörer aufgelegt.

    Atz Tammerle findet das Verhalten der Inail-Mitarbeiterin „skandalös und unhöflich“. Sie will ein Nachspiel: Mit einer Landtagsanfrage will sie wissen, über welche Kategorie des Zweisprachigkeitsnachweises die ihr namentlich bekannte Angestellte verfügt, und ob gegen sie ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird.

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