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    Der 192-Millionen-Deal

    lh-sel-edison1Neun Großkraftwerke sind seit seit Dienstag zur Gänze in Südtiroler Hand. Die Liste und die Jahresproduktion der Kraftwerke.

    Mit der Unterzeichnung des entsprechenden Vertrags hat die SEL die Edison-Anteile der Hydros- und SELEDISON-Kraftwerke übernommen. „Damit haben wir das seit Jahrzehnten verfolgte energiepolitische Ziel erreicht, Südtirols Energie in Südtiroler Händen zu halten“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher.

    Edison-Geschäftsführer Bruno Lescoeur und SEL-Vizepräsident Giovanni Polonioli haben die Verträge unterzeichnet, durch die Edison ihre 42-prozentige Beteiligung an den zwei SELEDISON-Kraftwerken und ihre 40-prozentige Beteiligung an den sieben Hydros-Werken der SEL abtritt.

    „Nach der Übernahme der ENEL-Anteile durch SE Hydropower im vergangenen April haben wir das seit Jahrzehnten verfolgte energiepolitische Ziel erreicht, Südtirols Energie in Südtiroler Händen zurückzuführen“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Unterzeichnung.

    Der besiegelte Tausch mit einem Gesamtwert von 192 Millionen Euro erfolgt zu Marktbedingungen und gilt als Gegenleistung für die Kraftwerksanteile der friulanischen Cellina Energy, die SEL in diesem Jahr der Edison abgetreten hatte. Zusätzlich verpflichtet sich die Edison zu einer Ausgleichszahlung von 8 Millionen Euro an die SEL.

    Durch die jetzt vorgenommene Anteilsübernahme ist die Energiegesellschaft SEL nun im Besitz von hundert Prozent der Hydros-Anteile und hat ihre Beteiligung an SELEDISON auf 69 Prozent ausgebaut. Wobei die SELEDISON-Beteiligungen von Selfin (15%), Etschwerken (8) und Vinschger Gemeinden (8) unverändert geblieben sind.

    „Mit dieser Unterschrift haben wir nun nach Jahrzehnten ein besonders für den Vinschgau leidvolles Kapitel einer fermdbestimmten und ausschließlich gewinnorientierten Energiepolitik beendet“, erklärte Energie- und Umweltlandesrat Richard Theiner, der auch auf die ökologischen Aspekte des Abkommens verwies:

    „Die Übernahme der Kraftwerksanteile spiegelt auch unser Bemühen um eine ökologische Energiepolitik wider. Wir setzen damit auf erneuerbare Energien und bewegen uns in Richtung KlimaLand Südtirol.“ Zum anderen, so der Energielandesrat, sei die heutige Übernahme der Edison-Anteile durch die SEL eine der Voraussetzungen für den Markteinstieg des neuen Energiedienstleisters Alperia.

    Die wirtschaftlichen Vorteile der Anteilsübernahme stellte SEL-Präsident und künftiger Alperia-Vorstandsvorsitzender Wolfram Sparber in den Vordergrund:

    „Mit der Übernahme der Edison-Anteile bleiben Erträge und Steuern der großen ehemaligen Edison-Werke zur Gänze in Südtirol.“ Der Stromproduktionsanteil, den die SEL mit der  Unterzeichnung übernommen hat, beträgt rund 666 Gigawattstunden im Jahr.

    Das sind die neun Großkraftwerke:

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    Kommentare (6)

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    • walter

      In Südtiroler Hand? Aber nicht in den Händen der Südtiroler Bevölkerung!!!

    • Oberwind

      Das Entscheidende an dem Deal ist, dass sich nun das Land die Betriebserlaubnis für die abgewirtschafteten Maschinen und Anlagen die fast ausschließlich aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts stammen, selbst ausstellen kann.

    • juhu

      Jede Investition ist eine Frage des Preises.

      Solange man nicht den genauen Inhalt der Transaktion kennt, handelt es sich um eine nichtssagende PR-Meldung, welche aber wie so häufig als glorreiche Heldentat verkauft wird.

      Ad acta

    • Franz

      Oberwind
      Die Anlagen stammen zwar fast ausschließlich aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhundert’s, wurden aber regelmäßig überprüft und auf neustem Stand gebracht sprich Automation sowohl auch durch regelmäßigen Revisionen der Turbinen, Generatoren und Nebenanlagen von den Kraftwerken wie Hydraulik der Kraftwerke sowie die Überwachung der Stauseen wurde durch elektronischer Überwachung mit dazugehörigen Computerdatenverarbeitungssystem bezüglich Sicherheit auf neuesten Stand gebracht

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