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    Mysteriöser Tod

    ski unfall rettung 2Der Tod eines tschechischen Skifahrers, der sich bei einem Unfall in Mühlbach verletzt hatte, ist aufgeklärt. Der 50-Jährige hatte nach dem Sturz eine überhöhte Dosis Schmerzmittel eingenommen.

    Von Thomas Vikoler

    Der Mann übergab sich in seinem Hotelzimmer in Mühlbach und spuckte Blut. Seine Frau verständigte die Rettung, die den 50-Jährigen ins Brixner Spital brachte. Dort verstarb er nach wenigen Stunden.

    War es ein Mord? Oder waren es die Folgen der Verletzungen, die der tschechische Tourist bei einem Skiunfall zwei Tage vor seinem Tod am 20. März dieses Jahres davongetragen hatte?

    Darüber herrschte mehrere Wochen lang Rätselraten. Axel Bisignano, der mit dem Fall befasste Staatsanwalt am Landesgericht, leitete jedenfalls Ermittlungen wegen Mordes gegen Unbekannt ein. Denn eine genaue Todesursache war zunächst nicht feststellbar.

    Nun hat der Staatsanwalt die Einstellung des Mordverfahrens beantragt. Die Ursache für den mysteriösen Tod des tschechischen Touristen ist offenbar gefunden.

    Und sie lautet: Überdosierte Einnahme eines handelsüblichen Schmerzmittels. Im Blut des Verstorbenen fand der Trienter Pathologe Mattia Barbareschi die stattliche Menge von 2.400 Milligramm des entzündungshemmenden Wirkstoffs, die höchsterlaubte Dosis liegt bei 1.800 Milligramm.

    Der tschechische Skifahrer hatte sich bei dem Skiunfall eine Rippenprellung zugezogen, verzichtet aber auf das Aufsuchen eines Arztes. Stattdessen nahm er insgesamt sechs Tabletten des Schmerzmittels, die laut Barbareschi, dem vom Staatsanwalt beauftragten Gutachter, zu einer Magenblutung führten.

    Die eigentliche Todesursache ist aber nicht allein die Überdosierung des Medikaments.

    Der Wirkstoff war laut pathologischem Gutachten an der Magenwand hängengeblieben und hatte die Blutung verursacht. Ein schleichender Tod und ein eher unvorhersehbares Ereignis, denn laut Barbareschi ist das vom 50-Jährigen eingenommene Schmerzmittel in der Regel gut verträglich.

    Die erlaubte Einnahmemenge beträgt vier Tabletten am Tag. Der Verstorbene hatte, wie gesagt, sechs Tabletten eingenommen.

    Bei der Autopsie, die an der Leiche des Mannes vorgenommen wurde, war eine Magenblutung als Todesursache ausgeschlossen worden.

    Auch deshalb nahm Staatsanwalt Bisignano Ermittlungen wegen Mordverdachts auf.

     

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    Kommentare (2)

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    • Andreas

      Der Patient hatte also 600 mg, ca. 33% mehr als die höchst zulässige Menge des Schmerzmittels genommen und ist daran gestorben, wobei 33% nicht sonderlich viel sind.
      Wäre es nicht angebracht das Schmerzmittel zu nennen, wenn schon eine Einnahme von 6 statt 4 Tabletten zum Tod führen kann?

    • Nosferato

      Grundsätzlich haben fast alle Schmerzmittel eine ausreichende therapeutische Breite. Das heißt, dass die tödliche Dosis viel höher ist als die wirksame Dosis. Jedoch gibt es Menschen die gegen einzelne Schmerzmittel sehr empfindlich sind. Diese Personen können bereits bei der Einnahme 1 Tablette versterben. Schmerzmittel bekämpfen meist nicht die Ursache einer Krankheit sondern lindern nur die Symptome. Deshalb sollten sie generell sparsam eingesetzt werden .

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