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    „Die spinnen komplett“

    BusEine Absurdität sondergleichen: Seit einer Woche wird die Feldthurner Fraktion Garn im Zweistundentakt gleichzeitig von zwei Bussen angefahren. Über einen grotesken Streit und erfolglose Interventionen.

    von Erna Egger

    „Da spinnen welche wohl komplett“, endrutscht es einem Garner Bürger.

    Er spricht aus, was sich zurzeit alle Ortsansässigen in der Feldthurner Fraktionen Garn und Schnauders denken. Dort schüttelt man nur mehr den Kopf. Der Grund: „Auf der Linie Klausen-Feldthurns-Schnauders spielen sich in Zeiten der Diskussion um den Klimawandel absurde Machtspielereien zwischen dem Bus-Unternehmen SAD und Pizzinini ab“, führt Hubert Rungger, Mitglied der Arbeitsgruppe „Nahverkehr Klausen-Feldthurns“ aus.

    Der Hintergrund: Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember werden die Feldthurner Fraktionen Garn und Schnauders, in denen rund 200 Einwohner bzw. 120 Bürger leben, gleich mit zwei Linienbusse zur selben Zeit angefahren. Im Zweistundentakt fahren ein Bus des Unternehmens Pizzinini und einer der SAD die Landesstraße hintereinander hoch.

    Nicht mal einer der Busse, die über 50 Sitzplätze verfügen, ist ausgelastet. „Wir als gemeindeübergreifende Aktionsgruppe finden diese machtdemonstrierende Aktion der verantwortlichen Unternehmen als unvertretbar gegenüber dem Steuerzahler und den Pendlern“, protestiert die Gruppe „Nahverkehr Klausen-Feldthurns“.

    Sie hat interveniert und Aufklärung gefordert.

    Das Unternehmen Pizzinini stützt sich auf Subkonzession, die 2013 unterzeichnet wurde. Diese läuft erst im Jahr 2018 aus: „Bis heute hat sich jede Seite noch an das Vereinbarte gehalten. Die neue SAD-Führung hat uns nun plötzlich erklärt, dass sie die Linie selbst befahren will. Wir fahren mit einer Rechtsgrundlage, die SAD ist nicht in Ordnung“, behauptet Pizzinini.

    Zu den Vorfällen sagt Pizzinini: „Als plötzlich zwei Busse am Start standen, herrschte Aufregung. Das alles ist furchtbar. Ich weiß nicht, was derzeit bei der SAD los ist. Die neue SAD-Führung ist sehr arrogant. Wir können nicht einfach zurücktreten, da wir uns ja mit Fahrzeugen und Personal eingedeckt haben, um den Dienst abwickeln zu können.“

    Scheinbar gibt es ähnliche Zwischenfälle auch auf anderen Linien.

    Die Intervention der Gruppe Nahverkehr und auch das Einschreiten der Gemeinde Feldthurns haben bislang keine Wirkung gezeigt.

    „Nach mehreren Telefonaten mit den jeweiligen Vertretern des Unternehmens Pizzinini, SAD und Nahverkehr, wird die Verantwortung dieses Missstandes dem jeweiligen anderen zugeschoben. Wir konnten die Streithähne leider nicht dazu bewegen, einen Konsens anzustreben“, schildert Rungger.

    Es herrscht allgemeine Verärgerung: Nachdem am Samstag 19.Dezember um 16.30 Uhr drei Busse am Klausner Busbahnhof zeitgleich auch nach Gufidaun fahren sollten, „stellt sich doch die Frage, ob die Abwicklung des Personennahverkehrs wirklich in den richtigen Händen liegt. Unsere Tätigkeit, das Interesse der Pendler zu wahren und diese zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen, wird durch solche Aktionen ins Lächerliche gezogen, da wir als erste Ansprechpartner und somit auch als Sündenböcke auszumachen sind“, protestiert Rungger.

    Auch beim Amt für Personennahverkehr herrscht Aufregung. Direktor Günther Burger zeigt sich empört: „Es ist absolut unverständlich, wie es nun seit dem Fahrbahnwechsel am 13. Dezember 2015 zu diesem Zwischenruf gekommen ist und auf gewissen Kursfahrten der Strecke Klausen-Feldthurns-Schnauders nun beide Konzessionäre gleichzeitig fahren, was dem Image des öffentlichen Nahverkehrs einen enormen Schaden zufügt.“

    Er appelliert eindringlich an beide Parteien, um baldige Klärung der Unstimmigkeiten. „Gerne sind wir bereit, in einem gemeinsamen Treffen mit beiden Parteien die Sachlage zu besprechen und eine einvernehmliche Lösung zu suchen“, so Burger.

     

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