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Der gerupfte Rösch

paul rösch feuerwerkDer Meraner Bürgermeister macht einen Rückzieher: Das Silvesterfeuerwerk findet nun doch statt – in reduzierter Form.

Paul Rösch erlebte schon bessere Zeiten.

Als Bürgermeister von Meran lässt er derzeit kein Fettnäpfchen aus (lesen Sie dazu die große Geschichte in der Donnerstag-Ausgabe der TAGESZEITUNG).

In den letzten Wochen war der Erste Bürger von Meran mehr Mr. Bean als Herr Rösch. Die Tageszeitung „Dolomiten“ fragte am Mittwoch allen Ernstes, ob denn der Meraner Bürgermeister „einen Knall“ habe.

Das jüngste Beispiel:

Der direkte Demokrat Rösch verbot in autokratischer Manier das Silvesterfeuerwerk – offenbar nicht wissend, dass das Meraner Feuerwerk seit Jahren auf Tiroler Gemeindegebiet „abgeschossen“ wird – und der Dorf Tiroler Bürgermeister für die Genehmigung zuständig ist. Nachdem der Tiroler Bürgermeister Erich Ratschiller am Donnerstag in der TAGESZEITUNG angekündigt hat, er werde das Feuerwerk genehmigen, musste der Meraner Bürgermeister einen Rückzieher machen.

Das Silvesterfeuerwehr findet statt.

So stellte die Gemeinde Meran am Donnerstagmittag den Rückzieher des Bürgermeister dar:

„Nachdem die Erklärung des Meraner Bürgermeisters Paul Rösch, auf ein Silvesterfeuerwerk verzichten zu wollen, für reichlich Unmut unter den Tourismustreibenden gesorgt hatte, haben sich die Beteiligten nun auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach soll das Feuerwerk zum Jahreswechsel ein letztes Mal stattfinden – allerdings in stark reduzierter Form.

Am Ende machten beide einen Schritt aufeinander zu: Nach einer intensiven und überaus konstruktiven Aussprache zwischen Rösch und VertreterInnen des Meraner Gastgewerbes einigte man sich auf einen Kompromiss, mit dem alle Beteiligten leben können – der vor allem aber den Weg für einen neuen, nachhaltigen Tourismus in der Passerstadt ebnen soll. Zum Jahreswechsel werden demnach ein letztes Mal Feuerwerksraketen den Nachthimmel über Meran erleuchten.

Um Lärm und Schadstoffausstoße zu verringern, soll das Feuerwerk nach Rücksprache mit den Bürgermeistern der ebenfalls am Feuerwerk beteiligten Gemeinden Schenna und Tirol, Luis Kröll und Erich Ratschiller, nur sechs statt der bisher geplanten zwölf Minuten dauern. Auch auf die drei großen und überaus lauten Raketen zum Abschluss soll verzichtet werden.
Rösch zeigte sich zufrieden mit der gefundenen Lösung: ,Manchmal geht es vielleicht langsamer, als ich mir das vorstelle, aber letzten Endes ist es viel wichtiger, dass wir ein langfristig wirksames Umdenken anstoßen. Und das gelingt, wenn wir alle mit ins Boot holen.‘ Die zahlreichen positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung hätten ihn darin bestärkt, dass der eingeschlagene Weg grundsätzlich der richtige sei.

Die Tourismustreibenden (…) waren nach Aussprache erleichtert über die Kompromissbereitschaft des Bürgermeisters und verpflichteten sich im Gegenzug, auf ein Feuerwerk in zukünftigen Jahren zu verzichten. ,Mit genügend Vorlaufzeit können wir sicher eine umweltschonende und dennoch attraktive Alternative organisieren‘, sagte Hofer.

Pichler kündigte außerdem an, er werde die HGV-Mitglieder für die Probleme Lärm und Umweltschutz sensibilisieren, um den illegalen Abschuss privater Feuerwerke zu verhindern.

 

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