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    Tiroler Doppelpass

     

    Die Debatte um die doppelte Staatsbürgerschaft geht in die nächste Runde: Bedeutet eine negative Empfehlung aus Wien das Ende der Pass-Forderung? Und steckt Tirols Landeshauptmann Günther Platter hinter den Zweiflern?

    Von Anton Rainer

    „Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler wird auf Eis gelegt“, titelte die Tiroler Tageszeitung am vergangenen Freitag. Am Dienstag soll die Sitzung des Südtirol-Unterausschusses im österreichischen Nationalrat stattfinden, bereits jetzt könne man aber mit einer negativen Empfehlung rechnen:

    Kein österreichischer Pass für Südtirol. Diskussion beendet?

    Nicht, wenn es nach Werner Neubauer geht. Der Nationalratsabgeordnete und Südtirol-Sprecher der FPÖ glaubt nicht an eine negative Empfehlung. Er habe bereits im Vorfeld mit dem Vorsitzenden Hermann Gahr (ÖVP) gesprochen – und dabei keine klare Absage gehört. „Es wird eine Ausschuss-Empfehlung geben, die die Frage an den Südtiroler Landeshauptmann und den Landtag weiterleitet“, so Neubauer, „dann fehlt nur ein Beschluss der Landesregierung und wir können uns an die Arbeit machen“.

    Doch nicht nur die Angst vor Reaktionen aus Rom scheint die Gespräche aktuell zu stören, Werner Neubauer sieht die Hürden vor allem im Innsbrucker Landhaus.

    „Im Vier-Augen-Gespräch hat mir der Vorsitzende Hermann Gahr schon oft gesagt, dass er die doppelte Staatsbürgerschaft für Südtiroler will“, verrät der FPÖ-Abgeordnete Neubauer, „aber immer, wenn er das sagt, wird er vom Tiroler Landeshauptmann zurückgepfiffen.“

    Wahltaktische Bedenken – oder doch eher verfassungsrechtliche? „Kompletter Blödsinn“, sagt Neubauer, „wir haben alle Verfassungs-Fragen durch Gutachten ausgeräumt.“ Wie es jetzt weitergeht, entscheide sich in Bozen.

     

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    Kommentare (47)

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    • Visionär

      Los von Rom, dann genügt ich mir ein Pass.

    • Lina

      Ein Pass genügt, ein italienischer oder besser ein europäischer!

    • Hubert

      Wenn Bozen entscheiden muss, sehe ich schwarz. Die SVP ist meines Erachtens derzeit (wird das überhaupt irgendwann sein?) nicht in der Lage, klare Verhältnisse zu schaffen. Da waren wir unter Durnwalder schon mal etwas weiter(der hat sich mindestens öffentlich für die Doppel-Staatsbürgerschaft ausgesprochen), oder?

    • sogeatsnet

      es sollte der Reinhold Messner befragt werden, was er dazu sagt…

    • wozu

      Lina hat recht, ein Ausweis genügt, wozu und wofür sollte ich einen österreichischen Ausweis brauchen? Verstehe die ganze Problematik nicht.

    • kleiner Mann

      Also, ich glaube das haben viele noch nicht geschnallt, aber Österreich ist nicht gewillt sich der Geschichte der doppelten Staatsbürgerschaft Südtirols anzunehmen. Seit Jahren wehren sie sich dagegen und seit Jahren ist dies das Wahlprogramm der STF !

      • helmut

        Bei den österreichischen Sozialdemokraten wird wohl die Befürchtung bestehen, das bürgerliche Element zu stärken.

        Die ÖVP wiederum ist seit Jahrzehnten darauf eingestellt, Rom gegenüber zu liebedienern und den eigenen Leuten dabei Sand in die Augen zu streuen.

        Früher war die Solidarität mit der Democrazia Cristiana höherrangig als die Solidarität mit den eigenen Südtiroler Landsleuten. Heute ist es die Ergebenheit gegenüber der „Europäischen Volkspartei“ (EVP) in der EU.

        Gegenüber den eigenen Leuten tarnt man diese Politik mit schönen Reden bei Auftritten im Trachtenanzug.

        • Alter Egon

          Mag sein, aber den „eigenen Leuten“, also den Wähler der österreichischen Parteien, geht das Thema m.E. am A…vorbei…und danach richten sich die Politiker, die wollen ja schließlich wiedergewählt werden.

    • Demosthenes

      Wiedergewählt zu werden ist ja wohl daneben gegangen!
      Nach den vernichtenden Wahlen im Burgenland und in der Steiermark, und nach den anstehenden Wahlen in Wien und Oberösterreich mit sich abzeichnenden Wahlschlappen für beide, müssen ÖVP und SPÖ ihre destruktive Haltung auch bei diesen Themen überdenken.

      83% der Österreicher sagen JA zur österreichischen Staastbürgerschaft für Südtiroler Interessierte.

      Man wird sehen, wie sich die zukünftig geschwächten Parteien zu den Forderungen der FPÖ, die hierin sehr klar zu den Südtirolen steht, verhalten!

      Dieser Eiertanz von Platter und Co findet bald ein Ende!

    • Franz

      Wozu brauche ich einen Doppelpass? Vielleicht, dass ich zweimal die Steuer bezahlen muss.
      Wer lieber einen Österreichischen Pass hat, bzw. dauernd mit den populistischen Schwachsinn “ Los von Rom “ kommt, den steht es ja frei nach Österreich aus zu wandern. Oder hat der Visionär einen konstruktiven Vorschlag bezüglich „Los von Rom“.
      Wer glaubt das wäre so einfach, kann ja mit ein paar Schützen nach Rom marschieren um dort die Regierung auf zu fordern “ Los von Rom“

      • helmut

        Die Forderung zum Auswandern, wenn einem etwas nicht passt, hat eine nazi-faschistische und sehr unrühmliche Tradition.

        Hitler und Mussolini haben das 1939 im Rahmen der Option den Südtirolern empfohlen.

        Ich nehme an, dass Sie kein Nazi oder Faschist sein wollen.

        Bitte unterlassen Sie dann die Aufforderung zur Auswanderung!

      • Hubert

        @ Franz

        wenn Du den Doppelpass nicht brauchst, dann kann bei Dir ja alles so bleiben, wie gehabt.
        Andere würden ihn gut und gerne annehmen, vielleicht weil sie sich anders als Du noch als Tiroler fühlen?
        Dass Du dabei sie aber daran hindern willst, zeigt wessen „Kind“ Du bist, oder?

    • Viktor

      Wir brauchen keinen österreichischen Pass. Das ist Geschichte, und zwar eine 100 Jahre alte. Der italienische genügt vollauf, und wennschon dann bitteschön einen europäischen und nicht den eines anderen kleinen Mitgliedstaates der Europäischen Union.

    • Einereiner

      Wenn Viktor keine will dann soll er still sein und den anderen das gönnen was sie gerne hätten.
      Etwas mehr Toleranz gegenüber Andersdenkenden!
      Ich würde den österreichischen sofort nehmen, ich bin Südtiroler, Tiroler und Österreicher, aber sicher kein Italiener.

    • wellen

      Die Österreicher sind gegen die Doppelstaatsbürgerschaft, weil sie Südtiroler Einwanderer als Sozialschmarotzer fürchten.Sie haben ein weitaus besseres Sozialsystem für Familien als wir.
      Meine zwei Nichten haben dank ihres österr. Vaters beide Staatsbürgerschaften (eigentlich will der Österr. Staat, dass sie sich mit 18 J. für eine entscheiden….),, sind aber Südtiroler.
      Sie studieren in Österreich, kriegen für sich Kindergeld, Stipendien, wenn sie selber Kinder haben, nochmal Kindergeld, wenn man arbeitet und danach weiterstudiert, gibts nochmal Stipendium , gratis Universitätsklinik und Zahnarzt und wissrn Sie wie wenig eine banale Autoversicherung und der Notar kosten und und….
      Steuerguthaben bringt einem der Briefträger bar an die Haustür.
      Jetzt wissen Sie warum man die Südtiroler nicht will.

    • Hedy

      Den 2 Typen auf dem Foto möchte ich in der Dämmerung lieber nicht begegnen.

    • Kassandra

      Ich gehe jede Wette ein, dass diejenigen die sich hier so gegen die Doppelstaatsbürgerschaft aussprechen, die ersten sein werden, die ihn beantragen.
      Im übrigen möge sich Österreich überlegen ob neben den Türken, denen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen wird, vielleicht auch die Südtiroler dafür würdig sind.

    • Gernot

      Mit dem Manöver der doppelten Staatsbürgerschaft wollen die verwöhnten Südtiroler unter dem Deckmantel des ehemaligen Vaterlandes ein zweites soziales Schlaraffenland anzapfen.

      • walter

        typischer Blödsinn von Leuten die es entweder nicht besser wissen oder einfach nur Lügen verbreiten!!!!

        man kann nur ein Sozialsystem nutzen, und man könnte auch schon mit ital. Paß in Österreich leben, die EU Freizügigkeit macht das schon lange möglich!!

    • Adolfo

      Wer unbedingt einen österreichischen Pass haben will, wird wohl den italienischen los werden wollen, also, arrivederci!

      • helmut

        Wir hatten schon einmal einen Adolfo. Der war ein Freund von Benito.

        Großes Glück haben den Menschen wohl beide nicht gebracht,

        Ist der „nickname“ Adolfo eine Huldigung an den damaligen Idioten?

        • Adolfo

          Ja richtig helmut, der Adolf, und der war doch sehr beliebt in Südtirol, ging die Abstimmung 1938 doch zu 90 % für sein Reich aus.

          • helmut

            Bitte Geschichte lernen!

            Benito und Adolfo, die beiden verbrecherischen Idioten, die Europa und die halbe Welt ins Unglück stürzten, haben die Südtiroler vor die Wahl gestellt, die eigene Identität oder die eigene Heimat aufzugeben.

            Das war keine Entscheidung für den Nationalsozialismus. Die Menschen hatten vor der Wahl zwischen Pest und Cholera gestanden.

            Wenn Ihnen Volkstum ebenso wie Heimat egal sein sollten, werden Sie diese Tragik nicht verstehen können.

            Für die meisten Menschen damals war es aber eine tragische Situation, wie Zeitzeugenberichte beweisen.

            • Sieghart

              Du möchtest halt jetzt wegreden, dass es in jedem Dorf sehr stramme Adolf-Fans gegeben hat, die über das Schicksal der Mitbürger damals entschieden haben. Heute versuchen diese Art von Fans unter dem Deckmantel von Volkstum und Heimat wieder zu agieren.

    • Barbl

      EINEN europäischen Pass und fertig, dann hören diese stupiden Diskurse auf.

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