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    Das große Stechen

    Das große Stechen

    Am Sonntag finden in Bozen, Meran und Leifers die Stichwahlen um das Bürgermeisteramt statt. Die Ausgangslage der Kandidaten.

    Von Matthias Kofler

    Die Stichwahlen am kommenden Sonntag versprechen in mehrerlei Hinsicht Brisanz:

    Wie hoch (oder niedrig) fällt in Bozen die Wahlbeteiligung aus? Verliert die SVP mit Meran die zweitgrößte Stadt des Landes? Wie wirken sich die Skandale der beiden Bürgermeisterkandidaten auf den Wahlausgang in der Passerstadt aus? Wird PD-Chefin Liliana Fede die Stichwahlen überstehen – oder wird die Volkspartei in Leifers künftig mit einem Bürgermeister aus dem Mitte-Rechts-Lager weiterreagieren?

    In Bozen stellen sich Amtsinhaber Luigi Spangolli und der Landtagsabgeordnete Alessandro Urzì der Wahl. Im ersten Wahlgang erreichte Spagnolli 41,6 Prozent der Stimmen, Urzì 12,7 Prozent. Der amtierende Bürgermeister wird von fünf Parteien unterstützt: dem Partito Democratico, dem Partito Socialista, dem Projekt Bozen, der Liste Spagnolli und der SVP. Urzì weiß drei Parteien hinter sich: Forza Italia, Alto Adige nel Cuore und Unitalia.

    Interessant ist der Blick auf die Wahlbeteiligung in der Landeshauptstadt: An der ersten Wahl vor zwei Wochen beteiligten sich nur 57 Prozent der Bürgerinnen – vor fünf Jahren waren es noch über 65 Prozent.

    Wegen des verlängerten Pfingstwochenendes wird eine niedrige Wahlbeteiligung befürchtet.

    2005, bei der letzten bisherigen Stichwahl, bei der Amtsinhaber Giovanni Salghetti Drioli von seinem Herausforderer Giovanni Ivan Benussi um sieben Stimmen übertrumpft wurde, lag die Wahlbeteiligung noch bei starken 74 Prozent.

    2010 erreichte Bürgermeisterkandidat Luigi Spagnolli bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen.

    Auch in Meran wird am Sonntag gezittert, wenn sich der SVP-Kandidat Gerhard Gruber und der Grüne Paul Rösch um das Bürgermeisteramt in der Passerstadt duellieren. Im ersten Wahlgang lagen die beiden Kandidaten gleichauf: Gruber erreichte 24,4 Prozent der Stimmen, Rösch 22,1 Prozent. Allerdings gehen beide Kandidaten skandalgebeutelt in die Stichwahl.

    Sollte die SVP am Sonntag die Wahlen in Meran verlieren, dann wäre das laut Obmann Philipp Achammer „eine große Niederlage“. Das Zünglein an der Waage dürften die Stimmen der Italiener sein. Schon vor fünf Jahren lieferten sich die SVP und die Grünen lange Zeit ein Duell auf Augenhöhe: Am Ende konnte Günther Januth mit 59 Prozent der Stimmen das Bürgermeister gegen Cristina Kury behaupten.

    Hochspannung auch in Leifers: Amtsinhaberin Liliana Di Fede erreichte im ersten Wahlgang 33,5 Prozent der Stimmen, ihr Kontrahent Christian Bianchi 29,5 Prozent.

    Damit kommt es in Leifers zur Neuauflage der Stichwahlen von 2010. Damals setzte sich die PD-Kandidatin mit 60 Prozent gegen ihren Herausforderer aus dem Mitte-Rechts-Lager durch.

    Im Vorfeld der Wahlen sorgte die Entscheidung der SVP-Ortsgruppe in Leifers, keine Wahlempfehlung auszusprechen, für Aufsehen. Immerhin regiert die SVP auf Landesebene mit seinem „natürlichen Partner“ (O-Ton Arno Kompatscher), dem PD, zusammen. Das Bersani-Abkommen von 2013 sieht vor, dass man die Zusammenarbeit der beiden Parteien auch auf Gemeindeebene forcieren wird.

    Doch in Leifers könnte sich die Volkspartei durchaus auch mit einen Bürgermeister Christian Bianchi anfreunden. Eine solche Koalition zwischen der SVP und dem Mitte-Rechts-Lager wäre eine Zäsur, auch für die Landespolitik.

    Philipp Achammer kommentiert die Ausgangslage in Leifers so: „Die Grundlagen für eine Fortführung der Zusammenarbeit bestehen. Bei einigen Sachfragen muss aber noch Einigkeit gefunden werden.“

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    Kommentare (11)

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    • Politkverdrossener

      Bei den letzten Wahlen haben die Grünen( Kury) ihr Ziel verfehlt.Diesmal schiebt Sie den selbsternannten naiven Paul Roesch vor und hofft es werde klappen.Meran braucht einen Bürgermeister mit politischem Rückhalt und keine nur Kritisierer und Träumer.

      • George

        Politikverdrossener, ein Bürgermeister, der einer seit mehreren Jahren skandalgebeutelten Partei wie der SVP aangehört und noch dazu selbst schon die Steuerbehörde und Finanz, sowie den Rechnungshof auf dem Rücken hat , noch bevor er gewählt werden sollte, eine solche Partei und ein solcher Bürgermeister kann keinen politischen Rückhalt mehr haben, wenn nicht das land selbst sich in mafiaähnliche Zustände begeben will. Bei Rösch ist der Skandal nur virtuell vorhanden und von den Gegenern aufgeblasen worden, in Wirklichkeit ist diese Luftblase aber schon zerplatzt. Politikverdrossener, Sie müssen wirklich verdrossen dreinschauen, wenn Sie selber zwischen sauberer und dreckiger Politik nicht urteilen können und nur bestimmten Medienschreiern unterliegen.

    • Luis

      Achso Philipp dann wähle ich Bianchi wenn Ihr mit dem
      auch könnt

    • George

      Werte TZ.
      Warum lassen Sie am Wahltag überhaupt noch solche Artikel über Wahlen zu, wenn eigentlich jegliche öffentliche Wahlwerbung verboten ist?

    • Batman

      „Wenn es in einer konkreten Situation nur die Wahl zwischen einem „größeren“ und einem „kleineren“ Übel gibt, haben wir Bürger, politisch etwas falsch gemacht. Anstatt uns der Wahl zu unterwerfen, müssen wir den Fehler ausfindig machen und mit aller Kraft beseitigen.“
      Paul Goodman

    • Kunigunde

      Hui Hui George,

      auch mit 20 fuer 5 Jahre in Indien gewesen und such die Birne vollgekifft???

      Virtuelle Anklage???
      Roesch hat der Allgemeinheit 100.000 Schaden gemacht da sind die paar Kröten vom Gruber (übrigens fast abgeschlossen die Sache…) nur Peanuts.

      Das nenne ich Realitätsverlust, hervorgerufen durch jahrelanges Kiffen.

      Ausserdem bin ich mir nicht sicher, ob das Rösch nicht immer noch praktiziert. Sein ganzes Programm besteht aus Ideen, Vorstellungen, Projekten ecc. Ich kann I’m Programm nichts Positives sehen, ausser dass die dagegen sind: STILLSTAND…

      Kunigunde aus Meran

    • George

      @Kunigunde
      Da frag ich mich wirklich, wer hier die „Birne“ vollgekifft hat, wenn jemand so dumm daherredet und auch nicht mehr rechnen kann. Hätte damals eine Ausschreibung stattgefunden, wäre das Ganze dem Steuerzahler wesentlich teurer zu stehen gekommen. Auf dem freien Markt wurde damals nichts Günstigeres gefunden. Na, also Kunigunde, träumen Sie weiter mit dem Kiffen.

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