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    Synode in Weißenstein

    Gruppenbild der Synodalen_1Am 30. Mai werden sich die Synodalen in Weißenstein treffen, um die Dokumente zum Thema Familie und zu den überdiözesanen Themen zu verabschieden.

    Nach dem großen offenen Treffen beim Synoden-Forum am 21. März in der Bozner Messe, mit über 700 Teilnehmern, erreicht die Synode jetzt einen neuen, entscheidenden Punkt.

    Am 30. Mai, werden sich die Synodalen in Weißenstein im Plenum zur 5. Vollversammlung treffen, um die Dokumente zum Thema Familie und zu den überdiözesanen Themen zu verabschieden. Danach werden sie am Wallfahrtsgottesdienst gemeinsam mit Bischof Muser und vielen Gläubigen der Diözese teilnehmen.

    Der Weg der Synode erreicht eine neue Etappe: am nächsten 30. Mai, ab 9 Uhr vormittags, wird die 5. Session der Synode stattfinden. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen die Familie und die überdiözesanen Themen. Ab 15 Uhr nachmittags, wird Bischof Ivo Muser im Rahmen der Diözesanwallfahrt in Weißenstein einen Gottesdienst mit den Gläubigen der Diözese feiern. Es besteht die Möglichkeit von verschiedenen Orten aus nach Maria Weißenstein zu pilgern. Eine Gelegenheit, um sich zu begegnen, in die Tiefe zu gehen in einer Friedensoase mitten in der Natur, aber auch um sich mit einigen Themen auseinanderzusetzen, deren Diskussion noch nicht zu Ende gebracht wurde.

    Welche genau die Argumente, die Arbeitsweise und das Verfahren dieser Session sein werden, erläutert der Sekretär der Synode, Reinhard Demetz: „Über die Visionspapiere im Bereich Familie – und zwar die Begleitung der Paare vor und nach der Ehe, wie kann Sexualität zeitgemäß und authentisch gelebt werden und wie können nichteheliche, geschiedene und homosexuelle Paare sich von der Kirche angesprochen fühlen…- wird es eine Abstimmung und Entscheidungen geben. Bei den überdiözesanen Themen ist eine offene Debatte auf Grundlage des Dokuments der Kommission vorgesehen.“

    Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung über die überdiözesanen Themen – z.B. das Frauenpriestertum, die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, die Spendung der Krankensalbung durch Laien, die Möglichkeit der Ehe für Priester… – werden dann in einem Text zusammengefasst, der die verschiedenen Standpunkte wiederspiegeln wird. Der Text wird als Anhang zu den Dekreten der Synode veröffentlicht und dem Bischof übergeben, mit der Bitte, ihn an den jeweils kompetenten Stellen zur Kenntnis zu bringen.

    “Dieser partizipative Prozess bietet uns die Chance, als Menschen zu reifen, in der Dialogfähigkeit zu wachsen und die Fähigkeit zu verfeinern, auch kontroverse Debatten zu führen“, fasst Reinhard Demetz zusammen. „Aus diesem Grund wollen wir als Beitrag zu den überdiözesanen Themen eine Reflexion statt Abstimmungen, denn diese hinterlassen oft Spaltungen und Trennungen, und dies ist nicht das geeignete Mittel, um die Vielfalt der Perspektiven zu widerspiegeln“.

    Nach einer kreativen Phase sind die 12 Kommissionen nun mit dem Auswählen, Zusammenfassen und Überarbeiten der Vorschläge für konkrete Maßnahmen beschäftigt. Die Kommissionen stehen mitten in der dritten Arbeitsphase, die bis Ende August dauert. Im Herbst, am 23. und 24. Oktober, am 27. und 28. November und am 5. Dezember sind die 6., 7. und 8. Session vorgesehen. Der Abschluss der Synode ist für den 8. Dezember geplant. Das bisher entworfene Zukunftsbild der Ortskirche wird dann konkrete Form annehmen.

    Ein Rückblick zum Synoden-Forum, am 21. März in der Bozner Messe: über 700 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben zuerst mit Experten über die Herausforderungen der Ortskirche reflektiert und dann Vorschläge erarbeitet, um die Visionen der Synode in konkrete Aktionen umzusetzen. Diese Vorschläge sind auf der Webseite der Synode, abrufbar: http://www.bz-bx.net/synode.

    Weitere Informationen unter www.bz-bx.net/synode oder Facebook und Twitter.

     

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    Kommentare (8)

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    • rothgab

      Über Familie wollen sie reden, die Nicht-Experten, die wie keine andere Religion ihrem Personal eine eigene Familie verweigert. Und diese wollen dann Regeln aufstellen, klingt wie ein Witz.

    • Libertas

      Der Mensch wird frei, wenn er sich von der religiösen Abhängigkeit befreit.

      • HORST

        schön wäre es Libertas… nur leider wird der Mensch immer gefangener seiner Ängste und seines eigenen beschränkten Horizontes sein…

        was IST „Freiheit“ ?

        • Libertas

          Probier’s mal mit: Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit

        • Rob

          Ich habe festgestellt, dass Menschen, die das Glück haben, ohne Religion aufwachsen zu können, weitaus freier sind. Speziell belastend ist die katholische Religion, die von den Schuldgefühlen der Menschen lebt. Die Schuldgefühle (Erbsünde z.B.) werden durch den Religionsunterricht verbreitet, deshalb gehört diese Religion, aber auch alle anderen Religionen aus den öffentlichen Schulen entfernt oder fern gehalten.

          • HORST

            vielen Dank für den Buchtipp. @Rob: Wie Volker Pispers einmal so schön sinngemäß sagte: „Religionsfreiheit ist gut, aber Freiheit von Religion wäre mir lieber“ stimme ich dir zu. Erschreckend ist aber die Tatsache was Religionen bzw. ihre Anhänger noch heutzutage für Leid auf der Welt verursachen. Man denke nur z.B. an das Kastensystem im Hinduismus. In vielen Fällen wird Religion aber instrumentalisiert und für den eigenen Machterhalt missbraucht (siehe IS).

            Diese Menschen machen jetzt das durch das europäischen Mittelalter nach Papst Gregor dem VII durchgemacht hat….

            Wenn nur allen Menschen „die Bildung“ gleichermaßen zugänglich gemacht werden könnte…..

            • Rob

              „Wenn nur allen Menschen “die Bildung” gleichermaßen zugänglich gemacht werden könnte….“, genau das ist der springende Punkt. Ich kann mich erinnern, dass in unserer Provinz die Kirche und die svp damals gegen die Einführung der „Mittelschule für alle“ war.

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