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Faule Männer

Faule Männer

Dieselbe Belohnung für Mann und Frau? Wie soll das möglich sein, wenn bereits in der Familie und im Haushalt eine riesige Diskrepanz zwischen den Geschlechtern herrscht? Jeder dritte Südtiroler arbeitet überhaupt nicht im Haushalt mit.

von Karin Köhl

In den eigenen vier Wänden sind die Männer nach wie vor richtige Arbeitsmuffel. Das zeigt eine Studie des Arbeitsförderungsinstitutes, die anhand von Eurostat-Daten erstellt wurde. Unter dem Titel „Was die Männer (nicht) machen“ hat Silvia Vogliotti anlässlich des Equal-Pay-Day die Daten zur Hausarbeit in Italien und Südtirol vorgestellt.

Wie steht es nun um die Südtiroler Männer? Jeder Dritte arbeitet überhaupt nicht im Haushalt mit. 45 Prozent der Männer helfen zwischen einer und neun Stunden wöchentlich im Haushalt. 21 Prozent packen zwischen zehn und 30 Stunden an und knappe zwei Prozent arbeiten über 30 Stunden in der Woche im Haushalt mit. Der Vergleich zu den Frauen in Südtirol ist ziemlich aussagekräftig: Lediglich sieben Prozent arbeiten im Haushalt überhaupt nicht mit. Jede vierte Frau investiert zwischen einer und neun Stunden täglich in die Hausarbeit. 40 Prozent wenden sogar zwischen zehn und 30 Stunden auf und über 27 Prozent putzen, waschen, kochen und pflegen ihre Angehörigen über 30 Stunden in der Woche.

Durchschnittlich gehen Männer in Italien knapp über acht Stunden einer bezahlten Arbeit nach und arbeiten weniger als zwei Stunden im Haushalt mit. Frauen arbeiten hingegen weniger als sieben Stunden in ihrem Job, dafür aber beinahe vier Stunden im Haushalt. Dadurch ergibt sich ein täglicher Unterschied der insgesamten Arbeitszeit von 40 Minuten. „Am Freitagabend haben sie drei Stunden weniger gearbeitet und haben deshalb auch mehr Freizeit“, betont Silvia Vogliotti.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern helfen italienische Männer am wenigsten im Haushalt mit: Nur ein Drittel der Hausarbeit wird von ihnen erledigt. Während die Deutschen zweieinhalb Stunden mit anpacken, sind es bei den italienischen Hausmännern gerade mal eineinhalb Stunden. Italienischen Frauen stecken hingegen beinahe fünfeinhalb Stunden in den Haushalt.

„Auch in Südtirol ist die Rollenverteilung noch immer von traditionellen Mustern geprägt“, betont Silvia Vogliotti vom Arbeitsförderungsinstitut. Diese ungerechte Aufteilung wirke sich aber nicht nur auf die Hausarbeit aus, sondern auch auf die Arbeitswelt aus. „Diese ungerechte Aufteilung ist bei den Berufschancen der Frauen ein Nachteil“, betont Silvia Vogliotti deshalb. „Und sie bedingt auch ein geringeres Einkommen und eine spärliche Rente.“

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