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    Die noblen Suiten

    Die noblen Suiten

    Das zuständige Landesamt hat für den Bau der Familie Dissertori in Tramin klare Empfehlungen ausgesprochen. Im ausgearbeiteten Projekt wurden diese nur teilweise eingehalten. Steht das 18-Suiten-Vorhaben nun auf der Kippe?

    von Karin Köhl

    Es soll ein riesiges Gebäude mit wunderbarem Ausblick werden, das man kaum wahrnehmen soll, weil es aus Holz gebaut werden und sich optisch nicht stark vom Umfeld abheben soll. Ziemlich viel Geld ist für die bisherige Projektierung geflossen – und das, so hoffen die Einbringer des Projektes, nicht vergebens.

    Der Bauherr, Arthur Dissertori, Vater des amtierenden Traminer Bürgermeisters Werner Dissertori, will am Plattenhof in der Söll 18 Suiten errichten. Dafür muss eine Tourismuszone ausgewiesen werden.

    Die Kriterien dafür wurden in der Gemeinde genauestens festgelegt: Bevor der Gemeinderat Tramin über die Tourismuszone in der Söll abstimmt, muss der Landesbeirat für Baukultur und Landschaft ein Gutachten abgeben. Dieses liegt seit rund zwei Wochen vor.

    Darin wird dem Bauherrn nahgelegt, den geplante Bau vom Hang zu entfernen und auf der Wiese neben dem Parkplatz zu errichten, wo sich derzeit ein Spielbereich und ein Garten mit Tischen befinden. Dadurch würden nicht nur Rebflächen geschützt, sondern auch der verkehrstechnische Zugang sei logischer, heißt es im Gutachten.

    In der neuen Machbarkeitsstudie wurde der Bau zwar von der Hangkante nach hinten verlegt, so wie im Gutachten vorgeschlagen. Allerdings sollen die Suiten nicht auf der Wiese, sondern auf einer Fläche errichtet werden, wo derzeit Weinreben stehen.

    Der Standort für das Vorhaben sei der einzig akzeptable, argumentiert Werner Dissertori: „Wir haben das Gebäude 200 Meter weiter nach hinten verlegt – das leuchtet uns schon ein“, erklärt er. „Doch ich opfere sicher nicht die Terrasse, auf der 15 Tische stehen und die für mich Gold wert ist. Ich werde mir doch nicht selbst den Betrieb kaputt machen.“

    Das jetzige Projekt ist in seinen Augen ein durchaus annehmbarer Kompromiss. Auch die 2.500 Quadratmeter an Reben, die er dafür opfern muss, sind für den sonst so eifrigen Botschafter des Gewürztraminers zu verkraften.

    LESEN SIE IN DER PRINTAUSGABE:

    * Was der Heimatpflegeverband sagt.

    * Und: Warum Werner Dissertori auch im Rathaus der Kritik ausgesetzt ist.

     

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